Bremen Stadtteile Osterholz Verden Diepholz Delmenhorst Wesermarsch Oldenburg Rotenburg Cuxhaven Bremerhaven Niedersachsen

Wettbewerb in Osterholz-Scharmbeck Fotografen gewinnen Kulturpreis 2013

Osterholz-Scharmbeck. Historische Momente lautete das Thema des Kulturpreises 2013 der Volksbank Osterholz. Für die drei Preisträger dürfte die Ehrung jetzt auch ein gewisser historischer Moment gewesen sein.
10.01.2014, 20:00:00 Uhr
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Peter Otto

Osterholz-Scharmbeck. Historische Momente lautete das Thema, dem sich die Bewerber um den Kulturpreis 2013 der Volksbank Osterholz widmen mussten. Für die drei Preisträger dürfte die Ehrung jetzt auch ein gewisser historischer Moment gewesen sein.

Im vergangenen Jahr schrieb die Volksbank Osterholz ihren 1992 gestifteten Kulturpreis zum 22. Mal aus. Zum Thema „Historische Momente“ beteiligten sich 38 Künstler aus dem Geschäftsbereich des Geldinstituts mit insgesamt 61 Werken. Jetzt wurden die Preisträger geehrt – auf Gut Sandbeck, da die Volksbankzentrale an der Marktstraße derzeit umgebaut wird.

Der Kunstverein-Vorsitzende Tönjes Itgen begrüßte als Gastgeber mehr als 200 Besucher. Diese konnten die eingereichten Arbeiten in der Galerie zuvor besichtigen. Dabei wurde deutlich, dass die Künstler das Thema „Historische Momente“ sehr unterschiedlich aufgefasst und bildnerisch umgesetzt hatten. Diese Vielfalt zeige, dass das Thema gut ausgewählt worden sei, sagte Volksbank-Vorstandsmitglied Jan Mackenberg. Eine vierköpfige Jury hatte die eingereichten Arbeiten bewertet. Ihr gehörten Henrike Hans von der Kunsthalle Bremen, Dr. Kai Kähler vom Kunstverein Bremerhaven, Dr. Sebastian Möllers von den Museen Stade und Birgit Asmann von der hiesigen Volksbank an.

Gabi Tausendpfund erläuterte, dass „Historische Momente“ nicht unbedingt „weltbewegende Ereignisse“ wie Revolutionen, Naturkatastrophen oder umwälzende wissenschaftliche Erkenntnisse sein müssten. Es gäbe auch ganz persönliche historische Momente, die nur das eigene Leben berührten. So seien ganz unterschiedliche bildnerische Ergebnisse entstanden als Gemälde und Zeichnung, Collage und Objekt, Skulptur und Foto.

Am Ende waren es – auch zur Überraschung der Juroren – drei Fotokünstler, die ausgezeichnet wurden. Den ersten Preis erkannte die Jury Miklas Wrieden zu. Er ist Diplom-Kommunikationswirt. Aus 54 Einzelfotos mit dem 50 Millimeter-Objektiv und 18 Panoramaaufnahmen von je 360 Grad in drei Ebenen hat Wrieden den Niedersachsenstein auf dem Weyherberg in der winterlichen Morgenstimmung dargestellt. Titel: „Hoffnung und Liebe“. Durch das Astgefieder der Baumkronen schimmert die aufgehende Sonne. Hoetgers Klinker-Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, heute „Mahnmal des Friedens“, ist in der Umgebung in warmes Licht getaucht. Die Bildsprache dieses „bedeutungsschweren Fotos“ sei frisch, nicht plakativ und entspreche den zeitgemäßen Kunstauffassungen, urteilte die Jury.

Ausstellung bis 2. Februar zu sehen

Den zweiten Preis erhielt der Grafik-Designer Klaus Oberer für ein fotografisches Diptychon zugesprochen, auf dem er schamlos schön zwei Schwangere – seine Frau und seine Tochter – klassisch abgelichtet hat. Die Darstellung von drei Generationen wirke „frisch, nahe, menschlich“, so die Juroren. Den dritten Preis erhielt Waldemar Grazewicz, ein konzeptioneller Künstler, der alte Schwarz-Weiß-Negative wieder entdeckt und klassisch auf Baryt-Papier abgezogen hat. Auf seinem „Super-Foto“ dokumentiert er völlig unpathetisch eine gaffende Menschenmenge am Straßenrand vor der eintönig grauen Kulisse einer Kleinstadtarchitektur. „Es passiert etwas – aber was?“

Unter den weiteren eingereichten und auf Gut Sandbeck zu sehenden Werken war zum Beispiel Peter J. Langes Bild „Dorische Säulen“, auf dem klassische Architektur in einem aufgelösten Farbschwall verrottet. In einer Arbeit von Dorothee von Harsdorf zerbricht alle Ordnung unter der zerstörerischen Wucht eines Tsunami. Hella Kühnel hat in einem farblichen Exzess die eruptive Gewalt eines Vulkanausbruchs mit glühenden Farbspritzern und feurigen Schwüngen gemalt. Unendlich traurig mutet eine von Sylvia Klages in vielfältigen Grau-Abstufungen geschaffene Flutlandschaft an. An Rembrandts Licht-Schatten-Wirkungen erinnert Brigitte Webers „Gestrandet“.

Aus den vielfältigen Bildeindrücken die Preisträger auszuwählen, dürfte der Jury nicht leicht gefallen sein. Die Ausstellung kann bis 2. Februar zu den Öffnungszeiten auf Gut Sandbeck besichtigt werden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+! Zur Startseite
Mehr zum Thema

Einwilligung und Werberichtlinie

Das kompakte Nachrichten-Update für den Landkreis Osterholz und umzu. Lesen Sie Montag bis Freitag jeden Abend die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region.

Schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Lesermeinungen (bitte beachten Sie unsere Community-Regeln)