Jule Petershagen und Tom Adler sind im Fasching zwar kein Paar - aber dafür echte Kumpel geworden Freunde fürs Leben

Ganderkesee. 'Es geht ja so schnell vorbei', seufzt Kinderprinzessin Jule I. (Petershagen) mit Blick in den rosa Aktenordner, der gefüllt ist mit Zeitungsartikeln aus der Faschingszeit. Ein Bild zeigt sie und den Kinderprinzen Tom I. (Adler) in vollem Ornat. Ihre gemeinsame Regentschaft als Kinderprinzenpaar ist vorüber - doch die Freundschaft, versichern beide, bleibt.
29.10.2010, 05:00
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Von Tina Hayessen

Ganderkesee. 'Es geht ja so schnell vorbei', seufzt Kinderprinzessin Jule I. (Petershagen) mit Blick in den rosa Aktenordner, der gefüllt ist mit Zeitungsartikeln aus der Faschingszeit. Ein Bild zeigt sie und den Kinderprinzen Tom I. (Adler) in vollem Ornat. Ihre gemeinsame Regentschaft als Kinderprinzenpaar ist vorüber - doch die Freundschaft, versichern beide, bleibt.

'Es gibt ja welche, die rumerzählen, wir seien ein Paar', verrät Tom und stellt richtig: 'Das sind wir nicht. Aber echt gute Freunde sind wir im letzten Jahr geworden.' Jule ergänzt: 'Viele verlieren sich ja nach dem Fasching aus den Augen. Bei uns ist das anders, wir sehen uns weiter, und nicht nur wir, sondern auch unsere Familien.'

Vor dem Fasching, erzählt Jules Mutter Christine, haben sich die Kinder nur flüchtig gekannt: 'Bei einem Turnier der Grundschulen haben sich sich kennengelernt - denn beide spielen ja Fußball.' Und auch die Mütter der Kinderprinzen kannten sich nur vom Sehen, fügt Toms Mutter Birte hinzu. Jetzt treffen sie sich regelmäßig. Die Kinder spielen miteinander und tauschen sich über die Schule aus. Die Mütter haben Gelegenheit ein wenig zu reden - dabei geht es unter anderem auch um den Fasching. Schließlich sind die Frauen fest in der Faschingstradition verankert. Birte Adler tanzt seit Jahren bei den 'Lollipops', ihr Mann Henning organisiert bei den Büttenabenden und beim Kinderfasching Foto-Aktionen. Christine Petershagen ist Prinzessin der Session 1993/94, die zuerst in der Jugendgarde tanzte und von 1989 bis 2005 die Grüne Prinzengarde leitete. Ihr Ehemann Heiko war Tanzmajor der Grünen Garde von 1994 bis 2001.

Dass die Regentschaft bald ein anderes Kinderprinzenpaar übernimmt, betrachten Jule I. und Tom I. mit gemischten Gefühlen. 'Einerseits ist es einfach schade', sagt Jule und wendet ihren Blick noch einmal auf das Bild mit dem prächtigen Prinzessinnenkleid. 'Andererseits hat man jetzt wieder mehr Zeit - für die Schule und für Freunde.' Außerdem musste auch Hobby Nummer eins, das Fußballspielen, unter den Monarchen-Pflichten ein wenig leiden. 'Oft konnte ich nicht trainieren', sagt Mittelstürmer Tom, der für den TSV Ganderkesee spielt. Auch Abwehrspielerin Jule (VfL Stenum) kam nicht immer zu ihren Trainingseinheiten.

Doch der Verzicht - da sind sich Prinz und Prinzessin einig - hat sich mehr als gelohnt. Für Tom und Jule ist es insbesondere der Festumzug, der ihnen in bester Erinnerung bleibt. 'Die Leute, die Stimmung - alles passte einfach', schwärmt Tom. Christine Petershagen ergänzt: 'Als der Umzug vorbei war, ging es ja noch weiter. In der Garage haben die Kinder Disko gemacht, bestimmt 50 oder 60 waren da.'

Was Tom dagegen auf keinen Fall vermissen wird, ist die ständige Frage nach der Prinzessin. Seine schulterlangen blonden Haare passen zwar zu dem typischen Prinzen aus dem Märchen, bei einigen Erwachsenen in der Neuzeit sorgten sie allerdings für Verwirrung. Auf Fragen wie 'Wie macht ihr das denn mit zwei Prinzessinnen?' oder die Begrüßung 'Hallo, die Dame!' könne er in Zukunft gut verzichten, bekräftigt der Kinderprinz.

Für das Prinzenpaar der nächsten Generation haben Jule I. und Tom I. einen eindringlichen Rat: 'Genießt es! Es geht viel schneller vorbei, als man denkt.' Dem Fasching verloren gehen die beiden aber nicht. Jule ist fest entschlossen, weiterhin mit den Mädels aus der Roten Garde zu tanzen und Tom wird sich im Kinderfasching engagieren.

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