Melanie Bockhop produziert Gelees, Sirupe und Co. mit zum Teil exotischen Zutaten aus der Region Fruchtaufstriche aus eigener Produktion

Melanie Bockhop hat ein ganz besonderes Hobby: Sie fertigt Fruchtaufstriche aus den unterschiedlichsten Zutaten. Auch wahre Exoten sind dabei.
20.07.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Karin Neukirchen–stratmann

Melanie Bockhop hat ein ganz besonderes Hobby: Sie fertigt Fruchtaufstriche aus den unterschiedlichsten Zutaten. Auch wahre Exoten sind dabei.

Asendorf. Im Asendorfer Ortsteil Graue gibt es seit einigen Jahren eine kleine aber feine Produktion von Fruchtaufstrichen und Sirupen. Melanie Bockhop vom Hof Bockhop hat mehr oder weniger aus einem Hobby einen Beruf, oder vielmehr eine Berufung gemacht. In ihrer geräumigen Küche entstehen Fruchtaufstriche aus Erdbeeren, Kirschen, Holunder und Äpfeln, aber auch so exotischen Zutaten wie Felsenbirne oder Kartoffeln. Sirupe aus Holunder und Rhabarber ergänzen die Produktpalette.

Alles begann damit, dass die gebürtige Cuxhavenerin, die die letzten Jahre im Rheinland lebte, der Liebe wegen nach Asendorf-Graue auf den Hof Bockhop zog. Sie ist verheiratet mit Hans Bockhop, dem Bruder des Landrates Cord Bockhop. "Ich bin hier sehr positiv aufgenommen worden, alle waren sehr hilfsbereit, fürsorglich." Dafür wollte sich die 42-Jährige revanchieren. "Außerdem stehen hier sehr viele Büsche und Bäume mit Früchten herum, da dachte ich mir, man kann zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen." So begann eine Fruchtaufstrichproduktion, die Ergebnisse wurden als kleine Dankespräsente an Nachbarn und Freunde verteilt. Der Anklang sei so groß gewesen, dass diese ihrerseits mit neuen Büschen und Früchten auf den Hof kamen. Das alles begann 2008. "2010 wurde die Produktion dann intensiver, seit dem letzten Jahr dann richtig intensiv", blickt Melanie Bockhop zurück. Im vergangenen Winter entstand eine Homepage, über die man die Produkte bestellen kann. "Bestellen hier im Umkreis werden meistens von uns ausgeliefert, der Rest wird per Post verschickt. Eine Abholung ab Hof ist natürlich auch möglich." Fruchtaufstriche, Gelees, Sirupe und Saft gehören mittlerweile zum Angebot. "Im Herbst wollen wir Likör selber machen", so Melanie Bockhop. Auch Produkte für Diabetiker gibt es, gesüßt mit Stevia. "Alle Produkte sind zuckerreduziert, nicht so süß, so kann man die Früchte besser herausschmecken, und gesünder ist es außerdem."

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Holunder, der in Graue am Waldgrundstück der Bockhops wild wächst. "Und eine Holunderplantage haben wir dieses Jahr angelegt, damit die Ernte einfacher wird. Denn die Büsche sind nicht ganz so hoch wie beim wilden Holunder." Um diesen zu Ernten, muss man manchmal schon vier oder mehr Meter in die Höhe überwinden. Alle Zutaten, bis auf Ingwer und Zitronen, kommen vom Hof selber oder werden von Nachbarn geliefert. Als die Erdbeerernte sich in diesem Frühjahr verzögerte, experimentierte Melanie Bockhop mit Löwenzahn. "Daraus habe ich ein Gelee gekocht, mit Minze. Das hat toll geschmeckt." Die Ernte der Löwenzahnblüten war zwar aufwendig, doch es hat sich offenbar gelohnt. Überhaupt schweifen Melanie und Hans Bockhop jetzt oft aus in die Natur und entdecken dabei immer neue Sachen, aus denen man Fruchtaufstriche produzieren kann. "Zum Beispiel die Felsenbirne", erklärt Hans Bockhop. Ein Baum stehe schon seit Ewigkeiten im Garten des Hofes, geerntet habe ihn aber noch nie jemand. Bis Melanie Bockhop auf die Idee kam, daraus Marmelade zu kochen. Regionales Obst mit modernen Zutaten zu mischen, das reizt Melanie Bockhop. Apfel-Holunderblüte mit Ingwer, Erdbeere mit Thymian oder Spargel, Rhabarber-Ingwer-Gelee oder Wildrosenblütengelee sind nur einige Beispiele der breiten Produktpalette des Hauses Bockhop, die, je nach Jahreszeit, immer wieder anders aussieht.

So entstehen auch ausgefallene Dinge wie Kartoffel-Apfel-Ingwer-Marmeladen mit unterschiedlichen Kartoffelsorten, zum Beispiel "Blauer Schwede". Rezeptideen holt sich Melanie Bockhop im Internet oder aus Büchern, oft werden diese dann abgewandelt. "Teilweise passiert das auch nach Gefühl, ich probiere viel aus." Schiefgegangen ist dabei bisher kaum etwas. "Natürlich sind die Geschmäcker auch verschieden, nicht jedem schmeckt alles gleich gut." Wie ihre Produkte am besten vermarktet werden können, weiß Melanie Bockhop als gelernte Kauffrau auch. Alleine die Aufmachung der Gläser, versehen mit einem individuellen Etikett, auf dem das Wappen der Familie als Blickfang dient, ist etwas Besonderes. Auf ausgesuchten Messen und Veranstaltungen, wie zuletzt der Ladies-VIP-Night in Bruchhausen-Vilsen oder dem Rosenfest am Heiligenberg, präsentieren Melanie und Hans Bockhop ihre Waren. Die nächsten Termine stehen auch schon fest: am 23. August auf der Genuss- und Wohlfühlmesse beim Küchentreff in Delmenhorst und am 22. September beim Bauernmarkt im Kreismuseum Syke. Wer mehr über die Köstlichkeiten vom Hof Bockhop wissen möchte, kann im Internet unter www.hof-bockhop.de mehr erfahren.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+