Trockener Sommer Ganten schlägt Patenschaft für Bäume vor

Worpswede. Zwar hat die Gemeindeverwaltung in Worpswede in den vergangenen Jahren mehr als 500 Bäume pflanzen lassen. Doch manchen Birken geht es schlecht. Sie drohen zu vertrocknen, weil der Bauhof mit dem Wässern überfordert ist. Jetzt wird nach einer Lösung gesucht.
22.07.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Michael Wilke

Worpswede. Für jeden Eingriff in den Naturhaushalt durch den Bau von Straßen oder Gebäuden müssen Gemeinden einen Ausgleich schaffen; das schreibt das Gesetz vor. Zwar hat die Gemeindeverwaltung in Worpswede in den vergangenen Jahren mehr als 500 Bäume pflanzen lassen. Doch manchen Birken geht es schlecht. Sie drohen zu vertrocknen, weil der Bauhof mit dem Wässern überfordert ist. Der Bericht der WÜMME-ZEITUNG über die Probleme hat Hans Ganten, den Vorsitzenden der Stiftung Worpswede, animiert, nach Lösungen zu suchen.

Seit Wochen brennt die Sonne vom Himmel und lässt Pflanzen ohne Wasser verdorren. Wie unter dem Brennglas offenbart die Hitze das Problem: Infolge der Ausgleichsmaßnahmen ist die Zahl der Straßenbäume und Büsche so groß geworden, dass die Bauhof-Mitarbeiter nicht mehr nachkommen mit dem Bewässern.

'Bei der Handhabung von Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft ist es nicht nur wichtig, dass von der Menge her genügend ,Ausgleichsmasse? geschaffen wird, sondern vor allem, dass dieser Ausgleich gepflegt und damit dauerhaft erhalten wird', betont der Stiftungsvorsitzende Hans Ganten, der für die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) im Gemeinderat sitzt. Da reiche das Vertrauen auf die Vertragspflichten der von den Gemeinden beauftragten Pflanzunternehmen und ihre 'Anwachsgarantie' nicht aus. Ganten regt an, 'über andere Formen des naturschutzrechtlichen Ausgleichs' nachzudenken, wenn die dauerhafte Pflege der Bäume nicht gesichert ist. Es gibt etliche Alternativen, etwa die Anlage von Biotopen.

Der Bürgermeister hat dafür zu sorgen, dass die Bäume jeden Abend begossen werden - diesen Satz hat der Vorsitzende der Stiftung Worpswede in den vergangenen Wochen gehört. 'Warum werden die Anwohner nicht selbst einmal tätig und kümmern sich um die Anpflanzungen unmittelbar vor ihrer Haustür?', fragt Ganten. In den Straßen Hinterm Berg und Hasenmoor stünden die Baumreihen gegenüber den Häusern und dorrten vor sich hin. 'In jeder Trockenperiode einige Eimer Wasser oder ein Gartenschlauch an zwei bis drei Bäume und wir hätten jedenfalls an diesen Stellen das, was Sinn der Ausgleichsmaßnahmen ist: freundlich grüne Birken.'

Sobald die Gemeinde sehe, dass sie die Betreuung der gepflanzten Bäume nicht sicherstellen könne, solle sie die Anwohner freundlich bitten, die Pflege zu übernehmen, rät der Vorsitzende der Stiftung Worpswede. 'Die Kosten sind gering; vielleicht könnten sie sogar erstattet werden.' Wichtig sei der Stiftung, dass 'die mögliche Bürgerinitiative' nicht völlig ausgeblendet werde. Bevor Unternehmen diese Aufgabe auf Kosten der Gemeinden übernähmen, müsse diese Möglichkeit geprüft werden.

Auch Baumpatenschaften sind für Hans Ganten denkbar. In Straßen wie Weyerdeelen oder Umbeck, wo die Baumreihen nicht direkt vor den Haustüren der Bürger stehen, regt Hans Ganten Baumpatenschaften an. 'Wir können uns vorstellen, dass die Gemeinde bei Neuanpflanzungen dazu aufruft, solche Patenschaften - für eine bestimmte Zeit, für eine bestimmte Zahl von Bäumen - zu übernehmen.' Die Paten würden beim Ordnungsamt registriert und gebeten sich zu melden, wenn sie ihrer Aufgabe nicht mehr nachkommen könnten oder wollten. Es gehe 'um freiwilligen, aber auch ernst gemeinten Bürgersinn', betont Ganten in seiner Mitteilung. Ein Versuch lohne sich auf jeden Fall. Sollten dafür weitere Spielregeln nötig sein, 'wäre die Stiftung gerne bereit, mit der Gemeinde zusammen darüber nachzudenken', schreibt Ganten.

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