Ukrainischer Chor 'Oreya' begeistert in der Kirche Werschenrege Gastspiel mit vielen Nuancen

Von Wilhelm Schütte
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Von Wilhelm Schütte

Werschenrege. Der Applaus wollte kein Ende nehmen. Mit stehenden Ovationen wurden die Sänger des ukrainischen Chores 'Oreya' bei ihrem Gastspiel in der Kirche 'Zum Heiligen Kreuz' in Werschenrege gefeiert. Da kamen die Interpreten nicht umhin, den Wünschen der Besucher mit zwei Zugaben gerecht zu werden.

'So etwas Schönes haben wir überhaupt noch nicht gehört', meinte das Ritterhuder Ehepaar Ingeborg und Manfred Krüger am Ende des eineinhalbstündigen Programms. Diese Einschätzung teilte auch Anke Wüstenfeld aus Aumund. 'Einfach umwerfend', meinte sie und sprach damit sicher ebenfalls im Namen aller Gäste.

In der kleinen Kirche reichten die Plätze nicht aus, Stühle mussten hinzu gestellt werden. Und dann kamen sie, die 30 Sängerinnen und Sänger aus Zithmoyr in der Ukraine. Gleich das erste Lied 'Körper schläft', eine Monodie eines ukrainischen Komponisten aus dem 16. Jahrhundert, machte Lust auf mehr. In den folgenden Stücken wurden die hoch gesteckten Erwartungen noch übertroffen. Dabei waren es nicht allein die tollen Stimmen, sondern auch die Art und Weise, wie mit dem Mund Geräusche nachgeahmt wurden. Ein gutes Beispiel dafür war beispielsweise das Stück des erst im Jahre 1951 geborenen Komponisten Viktor Stepurko von der Erschaffung der Welt. Da wurden ausschließlich und in hoher Perfektion Geräusche nachgeahmt. Da war das Rauschen des Windes ebenso zu hören, wie das Gezwitscher vieler Vögel, das Blöcken eines Schafes oder der Ruf des Kuckucks.

Auch in allen anderen Stücken hatte Dirigent Alexander Vatsek seine Sänger mit leichter Hand im Griff. Bei einigen Stücken verteilten sie sich in der gesamten Kirche und verstärkten damit Effekt. Im Stück 'Vater unser' von Valentin Silvestrov war das Glockengeläut geradezu authentisch zu hören. Auch in den folgenden Liedvorträgen unterstrichen die Chormitglieder ihr großes Können mit ukrainischer Musik aus dem vorigen Jahrhundert, und auch westeuropäische Musik der vergangenen Jahrhunderte gehörten zum Repertoire. Es durfte auch gelacht werden - wie beim Stück 'Am Hochzeitstag' . Seine Vielseitigkeit bewies der Chor nach der Pause. Bei dem Zyklus 'Drei geistige Gesänge' hätten die Zuhörer eine Stecknadel zu Boden fallen hören können, im Gegensatz dazu wurde es bei dem traditionellen Spiritual 'Die Schlacht von Jericho' deutlich lauter. Angesagt und erläutert wurden die einzelnen Stücke von Pastor Holger Westphal.

Der im Jahre 1986 ins Leben gerufene Chor 'Oreya' gehört zu den Spitzenchören in der Ukraine. Er hat sehr viele Preise gewonnen. Die große Fangemeinde, zu dem nun sicher auch viele Besucher des Werschenreger Konzertes zählen, weiß das künstlerische Niveau sicher zu schätzen.

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