Erdgasbohrungen

Gasunternehmen nicht eingeladen

Die Osterholzer CDU will wissen, ob Kommunen die Nutzung öffentlicher Straßen zur Erdgassuche hinnehmen müssen. Unterdessen formiert sich angesichts geplanter Messungen im Raum Grasberg eine Bürgerinitiative.
19.10.2018, 05:45
Lesedauer: 2 Min
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Von Silke Looden und André Fesser

Lilienthal/Grasberg. Die für Anfang 2019 geplanten seismischen Messungen der Deutschen Erdöl AG (Dea) in Lilienthal und Grasberg sind umstritten. So fordert die CDU-Kreistagsfraktion zu prüfen, ob Kommunen die Nutzung von öffentlichen Straßen für die Erkundung möglicher Erdgasvorkommen hinnehmen müssen. Ein entsprechender Antrag richtet sich an den Osterholzer Kreistag.

„Grundsätzlich ist es sinnvoll, heimische Energieträger zu nutzen“, schreibt die CDU-Fraktion, „dabei muss aber sichergestellt sein, dass es nicht zu gravierenden gesundheitlichen Auswirkungen oder Schäden am Eigentum Dritter kommt.“ Die CDU verweist unter anderem auf Immobilienschäden durch Erdbeben in den Erdgasregionen Rotenburg und Verden.

Unterdessen kritisiert die Dea die Art und Weise, wie im Landkreis Osterholz der Widerstand gegen die Messungen organisiert wird. Gern wäre das Unternehmen bei der jüngsten Bürgerversammlung im Grasberger Ortsteil Rautendorf dabei gewesen, um das Projekt vorzustellen. „Man hatte im Vorfeld nicht einmal Kontakt zum Unternehmen aufgenommen“, so Dea-Sprecher Heinz Oberlach. Er betont, dass die Dea dialogbereit sei, Gespräche mit Gemeinde- und Kreisverwaltungen geführt wurden und verweist zudem auf Informationen unter www.seismik-unterweser.de.

Oliver Heyne, Initiator der in Gründung befindlichen Bürgerinitiative, kann diese Kritik nicht nachvollziehen. Nach seiner Darstellung habe die Dea eine Grenze überschritten, indem sie Anwohner der betreffenden Gemeinden aufgesucht und um eine Messerlaubnis auf deren Grundstücken gebeten habe, ohne vorab umfassend über ihr Vorhaben zu informieren. So hätte das Unternehmen zum Beispiel einen Info-Abend veranstalten können. „Sie ist diesen Weg aber nicht gegangen, daher sind wir jetzt erstmal dran, uns zu organisieren“, sagt Heyne. Die Zeit sei knapp, bereits Anfang 2019 sollen die Messungen beginnen.

Den nächsten Schritt wollen Heyne und seine Mitstreiter am Montag, 29. Oktober, gehen. Ab 19.30 Uhr soll es im Grasberger Hof, Speckmannstraße 58, eine zweite Versammlung geben, auf der sich Anwohner informieren und austauschen können. Als Gäste sind Vertreter bereits bestehender Bürgerinitiativen gegen die Gasförderung aus Langwedel und Thedinghausen eingeladen.

Unterdessen hat die Gemeinde Thedinghausen (Landkreis Verden) der Dea bereits eine Absage erteilt. Der Gemeinderat will dem Unternehmen die Sondernutzung von gemeindlichen Wegen und Straßen versagen. Begründung: Der Verkehr werde durch die Messungen zu sehr beeinträchtigt. Derzeit ist die Dea in vier Landkreisen im Großraum Bremen unterwegs, um Grundstückseigentümer um Erlaubnis für die Messungen auf Privatwegen zu fragen.

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