Bachchor singt in der Klosterkirche Michael Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart Geistliche Musik begeistert

Mit geistlicher Musik von Michael Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart beeindruckten der Lilienthaler Bachchor, das Barockorchester Bremer Ratsmusik und die Solisten Ursula Fiedler, Andrea Hess, Jan Hübner und Matthias Gerchen ihr Publikum in der Lilienthaler Klosterkirche.
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Geistliche Musik begeistert
Von Undine Zeidler

Mit geistlicher Musik von Michael Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart beeindruckten der Lilienthaler Bachchor, das Barockorchester Bremer Ratsmusik und die Solisten Ursula Fiedler, Andrea Hess, Jan Hübner und Matthias Gerchen ihr Publikum in der Lilienthaler Klosterkirche.

Lilienthal. Dann war da nur noch Stille. Eine Stille, in der die eben gehörten Töne nachhallten. Und eine Stille, die den im nächsten Moment aufbrandenden Applaus ahnen ließ. Im 30. Jahr seines Bestehens begeisterte der Bachchor unter der Leitung von Renate Meyhöfer-Bratschke in der Klosterkirche mit zwei weniger bekannten kirchenmusikalischen Juwelen, dem "Requiem in c" von Michael Haydn und Wolfgang Amadeus Mozarts "Vesperae solennes de Confessore".

In diesem großen Konzert verknüpften der Bachchor, das Barockorchester Bremer Ratsmusik und die Solisten Ursula Fiedler (Sopran), Andrea Hess (Alt), Jan Hübner (Tenor) und Matthias Gerchen (Bass) die Musik von zwei Komponisten, deren Wege sich schon zu ihren Lebzeiten gekreuzt hatten. Als Michael Haydns "Requiem in c" im Januar 1772 in Salzburg uraufgeführt wurde, saßen Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart im Orchester.

Michael Haydn (1737-1806), der jüngere Bruder von Joseph Haydn, vertonte in seinem Requiem jene Trauer, die stumm auf Hinterbliebenen lastet und die doch herausgeschrien werden will. In Soli-Passagen, großen mehrstimmigen Chören und Orchesterzwischenspielen wogte sie durch das Kirchenschiff, mal streichersanft, mal paukenwuchtig.

Mischung aus Trauer und Hoffnung

Wonnig seufzten die Zuhörer schon nach dem ersten "Kyrie eleison", das der kraftvolle Chor immer höher hinauf trug und das von Pauken und Trompeten geerdet wurde. In der Musik schwang nicht nur Haydns Trauer um den Salzburger Fürstenbischof Graf Schrattenbach mit, der Ende 1771 gestorben war. Wenige Monate zuvor hatte er seine einzige Tochter verloren, kurz bevor sie ein Jahr alt wurde. Diese Mischung aus Verzweiflung, Demut, Hoffnung und Zuversicht auf die ewige Ruhe machte das Konzert mit jedem Satz hörbar.

Dass Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) als geistlicher Komponist ebenso meisterlich wirkte wie als Opernkomponist, offenbarte der zweite Konzertteil. Groß, aber leichter mutete die "Vesperae solennes de Confessore" an - schon in der vierstimmigen Choreröffnung des ersten Satzes. Kurze, helle Bogenstriche in den folgenden Orchesterzwischenspielen kündeten von Mozart als Komponisten, und als Ursula Fiedlers Sopran sachte kolorierte, war dies an Schönheit kaum noch zu übertreffen. Lächeln und wohlwollendes Nicken im Publikum. Am Ende applaudierten alle einander zu: das Publikum den Sängern und Musikern, Renate Meyhöfer-Bratschke dem Bachchor und dieser seiner Leiterin.

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