Kirchenkabarettistin Sabine Henke begeistert mit „Nix für Feiglinge“ Gäste des Loccumer Kreises

Geistreich und scharfzüngig

Osterholz-Scharmbeck. Sabine Henke hatte die Besucher gewarnt: „Das is nix für Feiglinge.“ Und schon gar nicht für Menschen, die aus lauter Pietät zum Lachen in den Keller gehen.
08.02.2014, 00:00
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Von Michael Thurm
Geistreich und scharfzüngig

Wandlungsfähig: In ihrem Programm „Nix für Feiglinge“ präsentierte sich Sabine Henke. Unter anderem als fesche Bayerin und als Pastorin.

Hartmut Sonnenburg

Sabine Henke hatte die Besucher gewarnt: „Das is nix für Feiglinge.“ Und schon gar nicht für Menschen, die aus lauter Pietät zum Lachen in den Keller gehen. Doch diese Spezies war der Einladung des Loccumer Kreises am Donnerstagabend gar nicht gefolgt. Die Zuhörer aber, die das gleichnamige Programm der Dortmunder Kirchenkabarettistin im prall gefüllten Gemeindehaus der St.-Willehadi-Gemeinde verfolgt hatten, amüsierten sich königlich und belohnten den Auftritt der quirligen Mittfünfzigerin mit lang anhaltendem Beifall. Sabine Henke begeisterte nicht nur mit Witz und Wortgewandtheit, sondern auch durch ihre Wandlungsfähigkeit. Ob als dralle Bayerin im feschen Dirndl – und mit echtem Akzent, als dankbare Pastorin („Im Namen des Sponsors“) oder als ehemalige Küsterin und Mitglied der Gemeindegruppe 70 plus – ihre Kommentare zu aktuellen Themen waren geistreich und scharfzüngig. Aber auch Personen des öffentlichen Lebens bekamen ihr Fett weg. Wie etwa der Limburger Bischof Tebartz-van Elst. Krimi-Fan Henke: „Der Täter kehrt immer wieder an den Ort des Verbrechens zurück.“ Oder: „Niemandem kann man mehr vertrauen, weder Kirche, dem ADAC, Alice Schwarzer noch der Deutschen Bahn.“

Die steigende Zahl der Kirchenaustritte beschrieb Henke pointiert in der Figur der Maria Kirchmeier. „Wir sind aus der Kirche raus und in die KTIA – das Kompetenzteam Ilse Aigner.“

Den Nerv der Besucher aber traf Henke, als sie Beispiele aus dem alltäglichen kirchlichen Gemeindeleben aufs Korn nahm. Etwa die Einstellungen der Senioren zu jungen Pastorinnen oder das seltsame Gebaren von Kirchenmusikern, speziell der Organisten. Eben nichts für Feiglinge.

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