Vorweihnachtlicher Besuch

Gemeinden danken ihren Einsatzkräften

Vertreter der Politik aus Stuhr und Weyhe haben Polizei und Rettungskräfte vor Weihnachten besucht.
24.12.2019, 13:23
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Gemeinden danken ihren Einsatzkräften
Von Alexandra Penth

Stuhr/Weyhe. Persönlicher Kontakt, das betonte Sebastian Hanke, wird bei der Polizei in Weyhe groß geschrieben. Dem konnte sich Weyhes Bürgermeister Frank Seidel nur anschließen. Denn wie es Brauch ist, schauten Gemeindevertreter aus Weyhe und Stuhr am Morgen des 24. Dezember auf der Polizeiwache in Leeste vorbei, um ein Geschenk und warme Worte da zu lassen. Anschließend zog die Gruppe, der sich auch Mitglieder einiger Ratsfraktionen und der hiesige Landtagsabgeordnete Volker Meyer (CDU) angeschlossen hatten, weiter zur Leester Rettungswache. „Es freut uns, dass Sie rund um die Uhr da sind“, sagte Seidel, als er dem Polizisten Hanke das Geschenk der Gemeinde in die Hand drückte.

Für den Polizeihauptkommissar, der seit September den Einsatz- und Streifendienst des Weyher Kommissariats leitet, war bei dem Besuch schon fast das Ende seiner Schicht erreicht. An den Feiertagen sind die Beamten – wie auch an gewöhnlichen Wochenenden – in Zwölf-Stunden-Schichten eingeteilt. Am Vormittag scheint es ruhig zu sein auf dem Revier. Es sind längst nicht so viele Fahrzeuge auf der Straße unterwegs wie an einem gewöhnlichen Dienstag. Ob viel los sein wird, kann Hanke nicht sagen. Das sehe man dann. Nicht in jeder Familie verlaufe das Weihnachtsfest harmonisch. Einsätze, um Streitereien zu schlichten, kämen da schon mal vor, sagt der 42-Jährige, der von der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch kommt, zunächst 15 Monate in Weyhe eingesetzt ist und in der Vergangenheit auch Erfahrungen bei der Polizei in Bayern gesammelt hat.

Vom Konzept der Online-Wache, wie es sie in Niedersachsen schon häufig gibt, um per Internet Strafanzeige zu erstatten, hält Hanke nicht viel. Das persönliche Gespräch der Ermittler sei dadurch nicht ersetzbar. „Es ist unser Anspruch, dass wir da sind für Leute“, betonte Sebastian Hanke.

Auch Frank Seidel hob hervor, dass die Weyher Wache an 24 Stunden jeden Tag besetzt ist. Die Zusammenarbeit der ehrenamtlichen Streetwatcher mit den Ordnungshütern habe stets gut funktioniert. In dem Punkt gab Hanke ein Lob zurück: „Da machen Sie sehr gute Arbeit.“ Die Streetwatcher fänden oft einen anderen Zugang zu den Jugendlichen und seien häufig da, bevor die Polizei einschreiten müsse. „Vielen Dank für Ihre geleistete Arbeit“, sagte auch Sigrid Rother als stellvertretende Stuhrer Bürgermeisterin, die ebenfalls als Nachtwanderin in ihrer Gemeinde aktiv ist. Rainer Zottmann, Fraktionsvorsitzender der SPD in Weyhe, sagte die Unterstützung der Politik zu beim Thema Gewalt gegen Einsatzkräfte. „Wenn Sie Unterstützung brauchen, sind wir bereit, Ihnen zu helfen“, sagte er.

Die angespannte Personalsituation bei der Polizei schlägt sich auch in Weyhe nieder. Volker Meyer schilderte als Landtagsabgeordneter, dass das Bundesland Niedersachsen bis Ende der Legislaturperiode 5000 zusätzliche Stellen bei der Polizei schaffen will. Die Kräfte würden zur Hälfte in den Fachstellen gebraucht, die andere Hälfte ginge in die Fläche – vor allem aber in den Ermittlungsdienst. „Da kommt womöglich wenig im Streifendienst an“, sagte Meyer. Trotzdem habe er den Eindruck, dass der Beruf des Polizisten nach wie vor ein beliebter ist – was vielleicht noch ein Stück weit attraktiver wird, wenn es im kommenden Jahr wieder Weihnachtsgeld für die Beamten in Niedersachsen gibt.

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