Stuhr und Weyhe möchten alle Projekte in einem Katalog zusammenfassen / Auch Bürger können sich beteiligen Gemeinden starten Klimaschutzprogramm

Stuhr. Klimaschutz soll in Stuhr und Weyhe künftig System haben. Gestern haben die beiden Kommunen im Stuhrer Rathaus den Startschuss für ein gemeinsames Klimaschutzprogramm gegeben. Begleitet wird das Projekt von der Klimaschutzagentur Region Hannover, die die nächsten Schritte des Projektes erläuterte. Eigentlich sollte das Programm schon im vergangenen Jahr starten, der Wegfall von Fördergeldern des Bundes legte es aber zunächst auf Eis.
15.02.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Claudia Gilbers

Stuhr. Klimaschutz soll in Stuhr und Weyhe künftig System haben. Gestern haben die beiden Kommunen im Stuhrer Rathaus den Startschuss für ein gemeinsames Klimaschutzprogramm gegeben. Begleitet wird das Projekt von der Klimaschutzagentur Region Hannover, die die nächsten Schritte des Projektes erläuterte. Eigentlich sollte das Programm schon im vergangenen Jahr starten, der Wegfall von Fördergeldern des Bundes legte es aber zunächst auf Eis.

Bereits Ende 2009 hatten die politischen Gremien der Kommunen das Konzept und die spätere Einstellung eines Klimaschutzmanagers auf den Weg gebracht. Im Rahmen der Klimaschutzinitiative "Förderung von Klimaschutzprojekten" sollte die Finanzierung des Konzeptes eigentlich bis zu 80 Prozent vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert werden. Die Förderung fiel im Mai 2010 aber zunächst den Sparplänen der Bundesregierung im Zuge der Finanzkrise zum Opfer.

2011 wurde das Programm zwar neu aufgelegt, doch nur noch mit 60-prozentiger Förderung. In Zahlen bedeutet das, dass Stuhr und Weyhe zusammen 60000 Euro Zuschüsse vom Bund bekommen. Insgesamt kostet die Erarbeitung des Konzeptes 100000 Euro. "Der große Nutzen überwiegt aber", kommentierte Weyhes Bürgermeister Frank Lemmermann die Entscheidung für das Konzept trotz reduzierter Förderung. "Das wir es machen wollen, war politisch keine Frage", pflichtete ihm sein Stuhrer Amtskollege Cord Bockhop bei. Etwas anderes sei es gewesen, wenn die Förderung ganz weggefallen wäre.

Nicht ganz von vorne anfangen

Ziel der Klimaschutzinitiative ist das Reduzieren der Treibhausgasemissionen. Udo Scherer, Projektleiter der Klimaschutzagentur, will dazu die Vereine Stuhr plus und Weyhe plus mit ins Boot holen: "Ingenieurbüros, die den Vereinen angehören, sollen die CO2-Emmissionsbilanz ermitteln." Überhaupt sei es nicht das Ziel, wieder ganz von vorne anzufangen. "Es wird ja schon viel getan in den Kommunen. Deshalb wollen wir die lokalen Akteure mit einbinden", kündigte Scherer an. Und seine Kollegin Mareike Bußkamp ergänzte: "Die Frage ist, wie man das bündeln kann", so die Umweltwissenschaftlerin.

In Kooperation mit Wirtschaftsverbänden, Energieversorgern, Unternehmen, Vereinen, Verbänden und interessierten Bürgern soll deshalb eng zusammengearbeitet werden. Am Jahresende soll dann eine gemeinsame Dokumentation vorliegen, die verschiedene Projekte für die Zukunft beinhaltet. Während des Jahres können erste Projekte außerdem schon umgesetzt werden. Der fertige Katalog mit allen Projekten muss von den politischen Gremien der beiden Gemeinde abgesegnet werden, bevor die nächste Phase des Klimaschutzprogramms eingeläutet werden kann. Stimmt die Politik zu, ist auch die Einstellung eines gemeinsamen Klimaschutzmanagers möglich.

Bereits gestern haben Mitarbeiter der Stuhrer und der Weyher Verwaltung fleißig Ideen gesammelt, was vor Ort alles für den Klimaschutz getan werden kann. Einzelheiten wollte Scherer noch nicht verraten. Steffen Nadrowski, Fachbereichsleiter Bau, Planung und Umwelt, bei der Gemeinde Weyhe, betonte aber, dass Klimaschutz mehr als Energiesparlampen sei. "Vielmehr geht es um die Reduzierung von CO2 mit einem ganzheitlichen Ansatz", gab er die Marschrichtung vor. Stuhrs Bürgermeister Cord Bockhop nannte dazu die Themen Mobilität, Zustand von Gebäuden und Beratungen. Um möglichst viele Akteure an der Erarbeitung des Konzepts teilhaben zu lassen, ist für Anfang April eine Auftaktveranstaltung geplant.

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