Achim

"German Acappella"-Contest als großer Erfolg verbucht

Achim. Im Achimer Kulturhaus Kasch hat am Wochenende der "German Acappella" Landescontest Niedersachsen/Bremen stattgefunden. Die Großveranstaltung mit 23 Chören und über 200 Sängerinnen und Sängern kann von den Veranstaltern getrost als Riesen-Erfolg verbucht werden.
18.01.2010, 07:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Uwe Dammann
"German Acappella"-Contest als großer Erfolg verbucht

Die harmoniebegeisterten Frauen von „Sugar’n Spice“ unter Leitung von Lennard Bertzbach belegten in de

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Achim. Soll noch mal einer sagen, Chorgesang ist nicht mehr zeitgemäß und Gesangsgruppen haben Nachwuchsprobleme. Nix da - möchte man da ausrufen. Wer den 'German Acappella' Landescontest Niedersachsen/Bremen an diesem Wochenende im Achimer Kulturhaus besuchte, der bekam den Gegenbeweis geliefert. Die Großveranstaltung mit 23 Chören und über 200 Sängerinnen und Sängern kann von den Veranstaltern getrost als Riesen-Erfolg verbucht werden.

Das Achimer Kulturhaus glich an diesem Wochenende einem Bienenstock - an allen drei Tagen schwärmten die Chöre und A-cappella-Gruppen der unterschiedlichsten Stilrichtungen in dem Gebäude ein und aus, ebenso wie das zahlreich erschienene Publikum, das die Wettbewerbsbeiträge von Laien- oder Profigruppen mit großem Beifall aufnahm. Für Begeisterungsstürme sorgte allerdings gleich am Freitag die A-cappella-Boygroup 'High Five' aus Baden-Württemberg, die kurzfristig als Ersatz für die angekündigte Gruppe '6-Zylinder' eingesprungen waren, die leider ihr Konzert wegen Krankheit absagen mussten.

Aber zu bedauern gab es da für die Besucher nur kurzfristig etwas. Der Ersatz war kein Ersatz, sondern eine echte Entdeckung für Freunde des A-cappella. 'High Five' begeisterte auf der Bühne im Kasch mit jungem, unbekümmertem Elan und frischem Groove und bot eine witzige Bühnenshow mit hohem Unterhaltungswert und pfiffigen und sinnigen Reimen. Und alles in Eigenregie komponiert, getextet und arrangiert.

Das Vorprogramm blieb den Lokalmatadoren des Achimer Jazzkollektivs unter Leitung von Rucsandra Popescu vorbehalten. Das Jazzkollektiv hatte die Ehre, die Großveranstaltung musikalisch mit jazzigen und swingenden Songs zu eröffnen. Achims Bürgermeister Uwe Kellner hatte bereits beim Empfang für die Teilnehmer des Gesangscontest beim Interview mit Moderatorin Stefanie Waterkamp bekannt, dass er allenfalls in der Badewanne oder bei den Handballspielen des SG Achim/Baden ein Liedchen trällere und ansonsten niemand seinen Gesang zumuten wolle.

Ungeachtet der offensichtlich unzureichenden Gesangskünste des Stadtoberhauptes hatte die Verwaltung das Foyer des Rathauses zum Einsingen für die Chöre zur Verfügung gestellt, ehe es rüber ging in das etwa 300 Meter entfernte Kulturhaus. Hier bewertete eine 'gestrenge' und hochkarätig besetzte Fachjury - unter anderem mit Wolfgang Rumpf (Musikchef des Nordwest-Radios) am Sonnabend und am Sonntag den Auftritt und die stimmlichen Qualitäten der Chöre.

Bis weit nach Mitternacht dauerte der Wettstreit am Sonnabend in der Sparte Pop und Jazz. Mit dabei unter anderem auch die Gruppe 'Einstimmig' - eine Patchwork-Familie aus Fischerhude und Bremen um Beate und Reinhard Wangenheim. Hier traten Eltern mit den eigenen Kindern aus zwei Ehen in der Alterskasse zwischen neun und 25 Jahren auf und legten mit Songs der Wise Guys und eigenen Kompositionen einen begeistert aufgenommenen Auftritt hin. Mindestens ebenso umjubelt der Auftritt der harmoniebegeisterten Frauen von 'Sugar?n Spice' unter Leitung von Lennard Bertzbach aus Fischerhude.

'Sugar?n Spice' belegten gemeinsam mit 'Randgruppe' aus Hohenhameln bei Hildesheim den begehrten ersten Platz und bekamen den 'Achimer Bügel' in der Sparte 'Amateure' überreicht. Bei den semi-professionellen Gruppen landete 'female affairs' auf Platz eins und begeisterte Jury und Publikum mit einem Programm mit einer großen Bandbreite, in dem Mozart ebenso seinen Platz wie ein Song von Nina Hagen hatte. Bei den Profis kam 'JuiceBox' mit Sängern aus Hamburg und Hannover auf Platz eins und überzeugte Jury und Publikum mit einem viel beklatschten begeisternden Auftritt und einem Programm abseits vom Mainstream.

Apropos 'Achimer Bügel': Mitorganisatorin Susanne Groll vom Kasch, die gemeinsam mit Matthias Greifenberg und Klaus Levermann die Großveranstaltung mit vielen Helfern und durch die Unterstützung von Sponsoren auf die Beine gestellt hatte, ist begeistert von dem farbig gestalteten Bügel als 'Unikat von Achimer Art'. 'Das ist doch nun einmal ein ungewöhnlicher Preis und viel besser als ein schnöder Pokal', sagt Groll. Der Bügel könne nun bei den Gewinnern des Contests als Deko oder tatsächlich als nützlicher Kleiderbügel dienen. Allerdings wäre das gute Stück echt zu schade, um es im Kleiderschrank verschwinden zu lassen.

Den Bügel als Siegerpreis erhielten am Sonntag dann zum Abschluss des Gesangscontests in der Sparte 'Klassik-Amateure' 'AllerCappella' unter Leitung von Dale Provost. Bei den Profis lagen die 'Hannover Harmonist' vorn, die unter anderem mit 'Probier?s mal mit Gemütlichkeit' aus dem Dschungelbuch brillierten.

Bleibt das Fazit nach dem dreitägigen Sängerwettstreit: Die Veranstaltung, die anfangs wegen einiger krankheitsbedingter Absagen nicht unter einem guten Stern zu stehen schien, entpuppte sich als echter Publikumsmagnet und wird sicher erneut in Achim ausgerichtet.

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