Am Tag des offenen Denkmals am 14. September werden historische Maschinen, Bauten und Stätten präsentiert Geschichte zum Anfassen

Der Tag des offenen Denkmals findet seit 1993 am jeweils zweiten Sonntag im September statt. Auch in unserer Region werden am 14. September liebevoll gepflegte historische Maschinen, Bauten und Stätten präsentiert, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Sie bieten den Besuchern Geschichte zum Anfassen.
12.09.2014, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Johannes Heeg

Der Tag des offenen Denkmals findet seit 1993 am jeweils zweiten Sonntag im September statt. Auch in unserer Region werden am 14. September liebevoll gepflegte historische Maschinen, Bauten und Stätten präsentiert, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind. Sie bieten den Besuchern Geschichte zum Anfassen.

Ein Jahr hat der stählerne Koloss geruht. Doch am Sonntag darf er wieder dieseln, der alte Deutz-Stationärmotor, der einst in der Hepstedter Mühle zwei Mahlwerke sowie Förderschächte und Rüttelsiebe angetrieben hat. Die Technik-Gemeinschaft Hepstedt hat das historische Schätzchen erneut für den Tag des offenen Denkmals gemeldet.

Eigens für den Motor haben sie in der Straße An der Schule ein Gebäude errichtet. Sonst auf Anfrage, präsentieren die Technikfreunde ihren 1925 gebauten und mit der Bahn angelieferten Deutz-Dieselmotor am Sonntag von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Führungen sind für 11 und 16 Uhr vorgesehen.

Die Kirchengemeinde Grasberg beteiligt sich mit drei Orgeln am Denkmaltag. Die Organistin Gerhild Lemke stellt die Arp-Schnitger-Orgel, die Truhenorgel von Michael Becker und die tragbare gotische Orgel von Walter Chinaglia vor, die nach einem italienischen Vorbild aus dem 15. Jahrhundert entstanden ist. Der Eintritt zu den Orgelführungen in der Kirche an der Speckmannstraße ist frei. Beginn: 15 Uhr.

In Worpswede ist am Sonntag die Mühle von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen werden nach Bedarf angeboten. Adresse: An der Mühle 3 (Ecke Hammeweg). In der „Käseglocke“ bieten die Freunde Worpswedes ab 15 Uhr eine einstündige Führung zum Thema „Bruno Tauts Farben“ an, die Interessierten das Haus und sein Inventar näher bringt. Adresse: Lindenallee 13 (am Wanderweg durch die Marcusheide).

Um 19.30 referiert Volker Wild aus Berlin in der Worpsweder Kunsthalle zum Thema „Stellt sich Deutschland seiner Geschichte? Die fünf Denkmäler des Bundes für die Opfer des Nationalsozialismus“. Der Soziologe geht dieser Frage anhand der Denkmäler in Berlin nach, die nach der Wiedervereinigung errichtet wurden. Verbunden mit dem Vortrag ist die Finissage der Ausstellungssektion „Stunde Null – Neubeginn und Wege in die Moderne,“ in der Kunsthalle Netzel (Bergstraße 17). Der Eintritt ist für alle Veranstaltungen frei.

In der Worpsweder Zionskiche werden am Sonntag drei Führungen angeboten: um 12, 13 und um 14 Uhr. Ein spezielles Programm gibt es ab 12 Uhr für Kinder von acht bis zwölf. Sie dürfen vier Stunden Naturfarben herstellen und damit malen.

Lehmkuhle ist heute ein Biotop

In Bremervörde-Elm (Elmer Landstraße 66) kann die Holländer-Galerie-Windmühle „Henriette“ von 11 bis 18 Uhr besichtigt werden. Sie wurde 1773 in Hamburg errichtet und 1871 in Elm wieder aufgebaut und befindet sich seit dieser Zeit im Besitz der Familie Bösch/Schulken. Die Mühle wurde in den Jahren 1979 bis 1981 umfangreich restauriert und noch bis 1994 bewirtschaftet. Der Mühlenverein Bremervörde-Elm hat inzwischen die Unterhaltung übernommen. Am Sonntag werden Führungen durch die Mühle, die historische Bäckerei und das Heimatmuseum im Mühlenspeicher angeboten. Ab 14 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen sowie Bauernbrot aus dem Mühlenbackofen.

In Bremervörde-Bevern (Mahlstedter Straße 38) ist die historische Ziegelei Pape ab 13 Uhr geöffnet. Das Ensemble gilt als eine der wichtigsten Anlagen dieser Art auf Bundesebene und eines der bedeutendsten Industriedenkmale der Region. Auf dem von der Familie Ropers über Jahre gepflegten Gelände kann die Produktion von Ziegeln nahezu vollständig nachvollzogen werden.

Der Förderverein „Ziegelei Pape“ bietet bei Bedarf und Interesse Führungen an bis hin zur Lehmkuhle, die heute ein Biotop ist. Auch Fahrten mit der Feldbahn auf dem Gelände sind vorgesehen. Am Nachmittag werden Kaffee und selbst gebackener Kuchen serviert. Für Kinder und Junggebliebene gibt es das „Lehmklassenzimmer“, in dem kleine Ziegelsteine geformt und gebrannt werden können.

In Bremervörde-Plönjeshausen ist die „Museumsscheune“ von 14 bis 17 Uhr fürs interessierte Publikum geöffnet. Der örtliche Heimatverein hat die Scheune museal hergerichtet und bietet Führungen während der Öffnungszeit sowie Kaffee und Kuchen an.

In Bremervörde präsentiert sich am Denkmaltag von 14 bis 17 Uhr das Bachmann-Museum (Amtsallee 8). Angeboten werden Führungen durch die Ausstellungen. Zudem ist für 14 Uhr eine „Entführung in das 19. Jahrhundert“ mit einer historisch kostümierten Stadtführerin geplant, außerdem ist für 16 Uhr eine Sonderführung für den Tag des offenen Denkmals zur Geschichte des Museums, dem letzten erhaltenen Gebäude des Bremervörder Schlosses. Kaffee und Kuchen gibt es auf der Sonnenterrasse des Museumscafés.

In Iselersheim sind von 14 bis 17 Uhr die Findorff-Kirche und das Findorff-Haus mit der Ausstellung „Un’s Dörpschool – Erinnerungen an die Schulzeit“ geöffnet. Die Remise mit Trachtenausstellung und das Backhaus an der Straße In den Wiesen in Hesedorf sind an diesem Tag von 14 bis 17 Uhr zugänglich.

In Brockel lockt die Windmühle (Bahnhofstraße 18) mit ihren sieben Etagen. Sie gehört mit ihrer Höhe von 23 Metern zu den größten Galeriewindmühlen der Region. Die Mühle wurde 1860 erbaut und hat eine vollständig erhaltene und funktionierende, hölzerne Mühlentechnik.

Im Museum Kloster Zeven (Klostergang 3) sind von 14.30 bis 17.30 Uhr neben einem romanischen Gewölbekeller barocke Wandmalereien, Dokumente zur Kloster- und Ortsgeschichte sowie der Schöffensaal mit wechselnden Ausstellungen zu sehen. Im „Königin-Christinen-Haus“ (Lindenstraße 11), einem nach Königin Christine von Schweden benannten Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert, sind in historischen Räumen eine Sammlung des Schriftsteller Walter Kempowski sowie die städtische Galerie untergebracht. Am Sonntag wird eine Ausstellung mit Holzskulpturen von Ilka Rautenstrauch eröffnet.

In Brillit zeigt das Kartoffelmuseum (Alte Straße) von 11 bis 17 Uhr seine Schätze in einem restaurierten Erdspeicher, der rund 200 Jahre alt ist. Auf Wunsch werden Führungen angeboten.

Informationen zum aktuellen Programm gibt es unter http://tag-des-offenen-denkmals.de. Das Programm kann auch als mobile App aufs Smartphone geladen werden.

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