Bürgermeister aus Harpstedt war alkoholisiert unterwegs

Gesprächsbedarf nach Trunkenheitsfahrt

Harpstedt. In Sachen der Trunkenheitsfahrt von Uwe Cordes, in Personalunion Bürgermeister der Samtgemeinde Harpstedt und Gemeindedirektor des Fleckens Harpstedt, will die Politik kein vorschnelles Urteil fällen. Gleichwohl gibt es aber offenbar Gesprächsbedarf.
12.01.2011, 05:00
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Von Ute Winsemann

Harpstedt. In Sachen der Trunkenheitsfahrt von Uwe Cordes, in Personalunion Bürgermeister der Samtgemeinde Harpstedt und Gemeindedirektor des Fleckens Harpstedt, will die Politik kein vorschnelles Urteil fällen. Gleichwohl gibt es aber offenbar durch die Bank Gesprächsbedarf.

Cordes war in der Nacht zum vorigen Mittwoch in der Nähe seiner Wohnung mit seinem Auto in eine Polizeikontrolle geraten. Dabei stellten die Beamten bei ihm einen Alkoholpegel von 1,23 Promille fest. Cordes war zuvor in Kirchseelte auf der Sitzung des Samtgemeinderats gewesen, soll dort aber nur Wasser getrunken und das Dreimädelhaus mehr als zwei Stunden, bevor er erwischt wurde, verlassen haben. Cordes selbst sagt, "ich stehe dazu", dass er alkoholisiert am Steuer saß, will sich aber mit Verweis auf das laufende Verfahren ansonsten nicht äußern, auch nicht zu eventuellen dienstlichen Konsequenzen.

CDU-Fraktionschef Hartmut Post will zu der Angelegenheit "erstmal nichts sagen" und verweist darauf, dass die Fraktion in ihrer regulären Sitzung morgen sicherlich auch über Cordes sprechen werde. Sein SPD-Kollege Walter Raem möchte ebenfalls erst die heutige Sitzung seiner Fraktion abwarten. Wichtig sei unter anderem, ob Cordes' Verhalten ein "einmaliger Ausrutscher oder das i-Tüpfelchen" sei.

Für ausschlaggebend hält Raem aber letztlich, "wie der Bürgermeister seine Amtsgeschäfte führen will". "Handlungsbedarf" sieht Johann Witte von der FDP. Vor einer ebenfalls für morgen angesetzten Sitzung mit Fraktion und Vorstand möchte aber auch er sich nicht näher auslassen. "Das ist kein Kavaliersdelikt", stellt Horst Hackfeld von der HBL klar, "aber deswegen muss er nicht zurücktreten". Persönlich allerdings würde er in einer derartigen Situation zu den im September anstehenden Kommunalwahlen seinen Amtsverzicht erklären, "dann wäre die Schärfe rausgenommen".

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