In einer Archäologiezeitschrift werden erstmals detaillierte Fotos und Beschreibungen des Fundes aufgeführt Gesseler Goldschatz – ein Augenschmaus

Der Münzhortfund aus Ostfriesland, die Ausgrabungen von der Kaiserpfalz Werla und mittendrin der Goldhort von Gessel. Der aktuelle Band der Zeitschrift "Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte" führt die neuesten Fotografien der einzelnen bronzezeitlichen Fundstücke aus Gessel mit detaillierten Beschreibungen und ersten Interpretationsansätzen zusammen. Im Beisein aller Beteiligten und vieler interessierter Gäste hat der niedersächsische Landesarchäologe Henning Haßmann die Zeitschrift gestern Nachmittag der Öffentlichkeit im Syker Rathaussaal vorgestellt.
11.06.2013, 05:00
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Von Merle Heusmann

Der Münzhortfund aus Ostfriesland, die Ausgrabungen von der Kaiserpfalz Werla und mittendrin der Goldhort von Gessel. Der aktuelle Band der Zeitschrift "Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte" führt die neuesten Fotografien der einzelnen bronzezeitlichen Fundstücke aus Gessel mit detaillierten Beschreibungen und ersten Interpretationsansätzen zusammen. Im Beisein aller Beteiligten und vieler interessierter Gäste hat der niedersächsische Landesarchäologe Henning Haßmann die Zeitschrift gestern Nachmittag der Öffentlichkeit im Syker Rathaussaal vorgestellt.

Syke. Es ist der erste Goldschatz überhaupt, der wissenschaftlich sauber dokumentiert ist. So begeisterte sich der niedersächsische Landesarchäologe Henning Haßmann gestern Nachmittag im Syker Rathaus für den Fund aus Gessel. Diese "saubere Dokumentation" machen die Wissenschaftler nun in all ihren Details erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. In der "wichtigsten archäologischen Zeitschrift des Landes Niedersachsen", wie Schriftleiterin Katharina Malek das Magazin beschrieb, haben gleich mehrere Autoren den prähistorischen Fund aus der Hachestadt auf 42 Seiten zum Sprechen gebracht.

Ein Großteil der Erkenntnisse, die in der aktuellen Ausgabe der "Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte" auftauchen, dürfte den Archäologie-Interessierten vielleicht bekannt vorkommen. Und doch birgt das Magazin auch Neuigkeiten. "Die Beschreibungen sind genauer und präziser", erläuterte die Schriftleiterin des archäologischen Fachmagazins gestern den Inhalt des Kapitels zum Fund aus Syke. Das alles sei die Grundlage jeder Interpretation. Zudem verfüge die Dokumentation über sämtliche Maße der goldenen Einzelteile. Gleichzeitig seien die wissenschaftlichen Erläuterungen mit "hinreißenden hochaufgelösten Farbaufnahmen" gespickt, wie Henning Haßmann mehrfach betonte. Dadurch würden einzelne Bearbeitungsspuren erstmals erkenntlich.

Dass die Fotos in Farbe daherkämen, sei vor allem der Stadt Syke zu verdanken, die dafür finanzielle Mittel bereitgestellt hatte, ließ Henning Haßmann wissen. Zuvor war das Fachmagazin, das seit 1927 einmal jährlich erscheint, nur in Schwarz-Weiß erschienen. "Aber stellen Sie sich vor, das Gold wäre in Schwarz-Weiß abgebildet. Das würde gar nicht aussehen", zeigte sich Katharina Malek beim Durchblättern der Zeitschrift dankbar über die Unterstützung der Hachestadt. Es sei ein Augenschmaus, das Buch einfach nur durchzublättern, pflichtete Henning Haßmann ihr bei. Obwohl sich die Zeitschrift eigentlich an ein Fachpublikum richte, sei die aktuelle Ausgabe auch für Laien interessant. "Gerade wegen der Bilder", so Henning Haßmann.

Neben den 42 Seiten zum Goldschatz verweist aber auch die Titelseite des archäologischen Magazins mit einem Symbol auf den Fund auf Gessel. Das Logo der Archäologischen Kommission für Niedersachsen, die die Publikation mit herausgegeben hat, prangt dem Betrachter in Form eines Spiralornaments entgegen. Ein Symbol, das auch beim Gesseler Goldhort eine zentrale Rolle spielt. "Auf jedem Buchdeckel Werbung für Syke", brachte es Archäologe Haßmann auf den Punkt.

Eine weitere neue Erkenntnis ließ Henning Haßmann den Anwesenden dann aber doch noch zuteil werden. Es gebe die Überlegung, dass die spiralförmigen Goldstücke auch eine Frühform von Geld sein könnten. Was in dem Magazin jedoch fehle, seien die Erkenntnisse der Chemiker.

Gleichzeitig betonten die Beteiligten aber den memorialen Charakter des aktuellen Buchbandes. Dieser sei dem jahrzehntelangen Schriftführer des Magazins und führendem Burgenforscher, Hans-Wilhelm Heine, gewidmet, dessen Ehefrau Sabine den ersten druckfrischen Band gestern in Empfang nahm.

Eines zeigte sich bei der Veranstaltung noch einmal deutlich: Mehr als zwei Jahren nach dem Fund des Gesseler Goldschatzes ist das Interesse der Wissenschaftler und der Öffentlichkeit an der Entdeckung längst noch nicht abgeebbt. Wer seinen Wissensdurst weiter stillen möchte, kann den aktuellen Band der Zeitschrift "Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte" ab sofort für 42 Euro im Buchhandel erwerben.

Gesseler Goldschatz – ein Augenschmaus

In einer Archäologiezeitschrift werden erstmals detaillierte Fotos und Beschreibungen des Fundes aufgeführt

Zitat:

"Auf jedem

Buchdeckel

Werbung für Syke."

Henning Haßmann

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