Volkshochschule

Gesundheit auf 15 Seiten

Das neue Programm der Volkshochschule für Lilienthal, Grasberg, Worpswede und Ritterhude legt den Schwerpunkt auf das Thema Bildung.
15.08.2019, 18:08
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Kessels
Gesundheit auf 15 Seiten

Martina Michelsen, Ihno Schild und Jutta Janetzek (von links) legen den Schwerpunkt auf die Bildung.

Christian Kosak

Lilienthal. Das Titelbild zeigt einen Lilienthaler Nationalheiligen, aber ob ihn jemand auf den ersten Blick erkennt? Egal, zwei Seiten weiter wird verraten, wer es ist. Schließlich handelt es sich um das neue Programm der Volkshochschule Lilienthal-Grasberg-Ritterhude-Worpswede für das Herbstsemester 2019, das Martina Michelsen, die Leiterin der VHS, jetzt vorstellte, und eine Volkshochschule gibt Antworten auf möglichst viele Fragen.

Schon in früheren Jahren wurden im VHS-Programm oft Kunstwerke zur Illustration verwendet, aber weil es mit der Zeit schwierig war, neue zu finden, wurden es immer weniger. Martina Michelsen, seit Januar vorigen Jahres Leiterin der VHS, meint aber: „Der Titel sollte etwas Typisches zeigen.“ Und da in Lilienthal vor etwa 200 Jahren die zweitgrößte Sternwarte der Welt stand, lag es nahe, deren Erbauer, den Oberamtmann und Astronomen Johann Hieronymus Schroeter, abzubilden in Form einer Statue des Worpsweder Künstlers Christoph Fischer. Anders als auf den zwei oder drei Porträts, die von Schroeter überliefert sind, trägt er als Statue allerdings keine Perücke.

Natürlich werden auch im nächsten Semester wieder Veranstaltungen zur Astronomie angeboten, aber nur zwei – eine Besichtigung des Telescopiums am Ortseingang und eine Einführung in die Astronomie an sechs Abenden mit Gerald Willems, dem Vorsitzenden der Astronomischen Vereinigung Lilienthal. Hauptthema ist aber diesmal Bildung und ihre Geschichte. Genau 100 Jahre ist es nämlich her, dass die Volkshochschulen Eingang in die Weimarer Verfassung der ersten deutschen Republik gefunden haben, und 1919 war zumindest in den Städten auch oft ihr Gründungsjahr. Die VHS von Lilienthal, später ergänzt durch Zweigstellen in Grasberg und Worpswede und noch später fusioniert mit der VHS Ritterhude, ist zwar erst 46 Jahre alt. „Aber wir wollen das Jubiläum nicht sang- und klanglos vorübergehen lassen“, sagt Martina Michelsen. „Demokratie braucht aufgeklärte, gebildete Bürger.“

Deshalb widmet sich bereits die Eröffnungsveranstaltung des Herbstsemesters am Freitag, 20. September, in Murkens Hof dem Thema Bildung unter dem Motto „Zusammenleben. Zusammenhalten“. Der Abend beginnt um 18 Uhr. Wer sich bis zum 16. September anmeldet, spart sich den Eintritt von vier Euro, und wer auch noch den Film am Schluss sehen möchte, sollte Zeit mitbringen, denn das Ende ist für nach 22 Uhr geplant. Acht Tage später spricht der ehemalige SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering über „Laufen, Lernen, Lachen“, sein Rezept, um körperlich, geistig und emotional fit zu bleiben. Weitere Vorträge und Seminare widmen sich dem Bildungssystem in China, der Geschichte der Schulpflicht oder den Brüdern von Humboldt, passend und kostenlos auf dem Schiff „Alexander von Humboldt“ in Bremen an der Schlachte.

Der stellvertretende VHS-Leiter Ihno Schild fungiert als Reiseleiter bei diversen Exkursionen, etwa in den Bremer Ratskeller, ins Weserkraftwerk und ins Heizkraftwerk Hastedt. Diese Ausflüge würden immer gern wahrgenommen, sagt er. Christian Michelsen, Dozent für Philosophie, Latein und Griechisch, hält am 16. November um 10.15 Uhr in Murkens Hof einen Vortrag über Bildung in der Antike unter dem Titel „Paideia und Humanitas“.

Die „Junge VHS“ bietet Altbewährtes wie „Keks und Krümel“, „Pizza, Pasta, Pfannkuchen“ und Nähkurse. Es gibt auch wieder eine Akademie zur Europäischen Kulturgeschichte, die sich diesmal dem Früh- und Hochmittelalter widmet, und wer aus der Schule kein Trauma zurückbehalten hat, kann sich an drei Nachmittagen im November mit Robert Musils „Verwirrungen des Zöglings Törleß“ bemühen. „Ein paar Gesprächskreise zu Büchern sollten schon im Programm sein“, meint Martina Michelsen. Besser laufen würden allerdings die Lesungen, dieses Semester stehen unter anderem Ulla Hahn und Goethes „Wilhelm Meister“ auf dem Programm.

Der Bereich Arbeit und Beruf, der früher fünf Seiten im Programmheft füllte, ist jetzt auf zwei Seiten geschrumpft, aber immerhin kann eine Ausbildung zum geprüften Sozialwirt oder zum diplomierten Montessori-Pädagogen absolviert werden. An Fremdsprachen werden Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Schwedisch, Dänisch und Niederländisch angeboten. Andere wie Arabisch, Russisch oder Portugiesisch habe man dann und wann im Programm, sie würden aber wenig nachgefragt, sagt Ihno Schild. Stark angewachsen sei Deutsch für Einwanderer.

Und wer sich, ehe er den mit 15 Seiten größten Bereich Gesundheit studiert, auf andere Weise Gutes tun möchte, bleibt vielleicht auf der Doppelseite davor hängen, die Essen und Trinken gewidmet ist, sogar mit einer Whisky- und einer Rumverkostung, Tapas und einem Kochkurs für Männer, gehalten von einer Frau, denn sicher ist sicher. Am kommenden Sonnabend wird das Programm an alle Haushalte verteilt. Ab diesem Semester sind auch Anmeldungen in Grasberg möglich, donnerstags von 17 bis 18.30 Uhr in der Gemeindebücherei.

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