Jugendliche aus Marokko, Polen und Osterholz-Scharmbeck kommen einander beim Sprayen näher

Graffiti-Kunst als verbindendes Element

Dreimal sind Jugendliche aus Osterholz-Scharmbeck bereits im Rahmen von Austauschbegegnungen nach Marokko und Polen gereist. Jetzt sind marokkanische und polnische Jugendliche zum Gegenbesuch in die Kreisstadt gekommen – die damit ihre erste trinationale Jugendbegegnung erlebt. Die Kunst ist dabei das alle Teilnehmer verbindende Element.
15.10.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Graffiti-Kunst als verbindendes Element
Von Michael Rabba
Graffiti-Kunst als verbindendes Element

Alina Stoll, Alina Umlandt und Xane Ciftci (von links) erweitern das großformatige Graffiti der deutschen Jugendgruppe um weitere Details. Der Marokkaner El Mehdi Elkmadri (hinten) sieht ihnen dabei zu.

Michael Rabba

Dreimal sind Jugendliche aus Osterholz-Scharmbeck bereits im Rahmen von Austauschbegegnungen nach Marokko und Polen gereist. Jetzt sind marokkanische und polnische Jugendliche zum Gegenbesuch in die Kreisstadt gekommen – die damit ihre erste trinationale Jugendbegegnung erlebt. Die Kunst ist dabei das alle Teilnehmer verbindende Element.

Im großen Saal des Rathauses, wo sonst die Mitglieder des Stadtrates tagen , kam gestern Vormittag eine besondere Gruppe Jugendlicher zusammen: Mädchen und Jungen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren aus Marokko, Polen und Osterholz-Scharmbeck wurden vom Ersten Stadtrat Jörg Fanelli-Falcke höchst offiziell willkommen geheißen. Die Zusammenkunft ist die erste trinationale Jugendbegegnung in der Stadt. Jugendliche aus Osterholz-Scharmbeck waren in den vergangenen Jahren bereits drei Mal in Marokko und Polen zu Gast; jetzt sind 14 marokkanische und 12 polnische Schülerinnen und Schüler zum Gegenbesuch hier.

Organisiert von der städtischen Jugendarbeit unter der Leitung von Monika Genssler, steht die Kunst als verbindendes Element im Mittelpunkt der Begegnung. Unter der Anleitung des Bremer Graffiti-Künstlers Siko Ortner gestaltet jede Jugendgruppe im Jugendhaus am Pumpelberg ein großformatiges Bild mit Farben aus der Spraydose. Die 16-köpfige deutsche Gruppe habe schon etwas früher angefangen und könne den Polen und Marokkanern jetzt auch schon Tipps zum Umgang mit dem Sprühfarben geben, erläutern Monika Genssler und ihre Mitarbeiterin Christine Struthoff. Begleitet wird die Jugendbegegnung zudem von Jana Lüthens, Sozialarbeiterin im Lernhaus im Campus.

Ausstellung am Freitag

Am Sonnabend haben die Gäste mit ihren Graffiti-Bildern begonnen. Da hatten sie schon einen Kennenlern-Abend hinter sich – in der Jugendherberge in Worpswede, wo sie während ihres Aufenthalts untergebracht sind. Bei ihren großformatigen Graffiti können die Jugendlichen sozusagen „frei nach Spraydose“ agieren: Es gibt keine Vorgaben in Sachen Motiv oder Aussage; die Teilnehmer können die Graffiti-Kunst ganz nach Belieben als ihr „visuelles Sprachrohr“ benutzen. Die deutsche Gruppe hat unter anderem die Skyline von Berlin auf die Leinwand gesprüht.

Am kommenden Freitag werden die fertigen Kunstwerke im Jugendhaus am Pumpelberg ausgestellt – Beginn ist um 11 Uhr. Im Haus der Bürgerschaft in Bremen will der Workshop-Leiter Siko Ortner die Bilder dann auch noch zeigen, bevor sie schließlich endgültig die Wände im Jugendhaus am Pumpelberg schmücken werden.

Es wird aber mitnichten nur gesprayt – die Teilnehmer dieser trinationalen Jugendbegegnung bekommen bis zum Sonnabend auch ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm geboten, um Land und Leute etwas näher kennenzulernen. So gab es am Sonntag ein Mittagessen in deutschen Familien und gestern Badespaß im Allwetterbad. Heute besuchen Polizeibeamte die Jugendlichen am Pumpelberg, um sich einen Eindruck vom Fortschritt der Graffiti-Werke zu machen. Schließlich hat die Polizei auch einen Beitrag zum Gelingen geleistet und ausgediente Uniformhemden als Kittel gestiftet, wie der Kontaktbeamte Detlev Frank gestern bei der Begrüßung der Gäste im Rathaus erzählte.

Es sei gerade in jungen Jahren gut, einmal ins Ausland zu gehen und sich so „der Welt zu öffnen“, wandte sich der Erste Stadtrat Jörg Fanelli-Falcke an die Gäste. Er wünschte den Jugendlichen erlebnisreiche Tage. Im Namen der Gäste bedankte sich die Jugendhaus-Besucherin Xane Ciftci. Die Erfahrungen, die solche internationalen Begegnungen brächten, „vergisst man ein ganzes Leben lang nicht“.

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