Premiere im Weyher Theater Großartiges Chaos im Weyher Theater

Das Weyher Theater hat sein neues Stück "Plötzlich Papa" zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Und die war begeistert.
27.08.2018, 10:47
Lesedauer: 2 Min
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Von Anke Bayer-Thiemig

Weyhe-Kirchweyhe. Herrliche Situationskomik, tolle Darsteller und eine witzige Geschichte brachten dem Weyher Theater bei seiner neuen Premiere erneut ein ausverkauftes Haus. Die turbulente Story „Plötzlich Papa“ begeisterte das Publikum so sehr, dass mancher Dialog in schallendem Gelächter fast unterging, die besondere Mixtur prächtig ankam. Die Protagonisten boten den Besuchern eine äußerst kurzweilige Vorstellung voller Emotionen, raschen Szenenwechseln aber auch Ungeahntem.

Dabei hätte doch alles so schön sein können. Im Mittelpunkt stand der erfolgreiche Frauenversteher und Romanautor Rainer Dallmann (Frank Pinkus), der mit seinem Bruder Lorenz (Kay Kruppa) zusammenlebt. Der wiederum als arbeitsloser aber engagierter Schauspieler (spielfreudig und überzeugend), sein letztes Engagement war der Scheinriese im Weihnachtsmärchen Jim Knopf, versuchte alles, um an Rollen zu kommen. Nach drei Jahren Beziehung zog auch Rainers Lebensgefährtin Viola (Wiebke Claßen) in die Wohngemeinschaft, die von der Haushälterin Sophie Lange (Nathalie Bretschneider) in Schuss gehalten wurde. Dazu die sehr neugierige Nachbarin Gerda Brauner (Isolde Beilé), die trotz ihres Cognakonsums längst zur Familie gehörte. Alles normal also. Doch dann tauchten plötzlich die Brüder, der Informatiker und Schreibtischtyp Udo Krawulke (Marc Gelhart) und der schwule farbenfrohe Friseur Gunthi Krawulke (Marco Linke) auf, die mit ihren fast 40 Jahren zu Hause rausgeflogen sind und behaupteten, die Söhne von Rainer zu sein.

Viel Wirrwarr, um ordentlich Fahrt auf der Bühne aufzunehmen. Das Stück „Plötzlich Papa“ wurde zum humorigen Selbstläufer, die Darsteller spielten mit Herz und Seele. Szenen- und Kostümbild trugen ebenfalls ihren Teil zu einer erfolgreichen Aufführung bei. Für das Bühnenbild zeichneten Hermes Schmid und Lisa Kück, für die Kostüme Annika Töbelmann und für die Maske sowie als Souffleuse und Regieassistenz Lisette Groot verantwortlich. Um die Technik kümmerten sich Tobias Jäckel und Torben Kalms.

Das spritzige Thema aus der Feder von Kay Kruppa und Frank Pinkus hat das Publikum zu viel Gelächter verführt. Schon zur Pause hatte sich das Ensemble in die Herzen der Zuschauer gespielt. „Plötzlich Papa zu werden, kann das Leben ganz schön durcheinanderbringen“, meinte Ute Hawranke. Die Besucherin aus Bremen mochte vor allem, dass alle Protagonisten in neue Rollen schlüpfen mussten.

Das Privattheater hat eine weitere Premiere auf die Bühne gebracht, die nicht nur dem Ensemble auf den Leib geschrieben ist, sondern auch den Zuschauern, die mehr als zwei Stunden lang ihre helle Freude an den Turbulenzen auf der Bühne und an der erfrischenden Spielkultur der Darsteller hatten. Pointierter Wortwitz und gelungene Besetzung im Zweiakter verfehlten ihre Wirkung nicht. Das gut gelaunte Publikum quittierte das erheiternde Bühnenspiel mit hohem Unterhaltungswert mit Lachanfällen und spontanem Szenenapplaus.

Zum Schluss gab es dann mehrere Vorhänge bei minutenlangen Standing Ovations, Pfiffe und Bravorufe für die Inszenierung von Frank Pinkus, der den schauspielerischen Kollegen die nötige Freiheit gewährte, ohne sie jedoch den einzelnen Rollencharakter verlieren zu lassen. „Plötzlich Papa“ ist eine sehenswerte Inszenierung. Da muss man hin. Das Stück wird sich schnell zum Straßenfeger entwickeln.

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