Oldenburgisches Staatstheater begeistert Ganderkeseer Grundschüler mit einem plattdeutschen Theaterstück Großer Applaus für 'Benno de Aap'

Ganderkesee. Plattdeutsch ist die Sprache der Tiere - so zumindest sieht es Tierpfleger Giuseppe im Theaterstück 'De lütte Zoogeschicht' und spricht mit Fridolin, dem Floh, Robbe Jenny und Pavarotti, dem eitlen Pfau, stets in der norddeutschen Sprache. Die Erst- und Zweitklässler der Grundschulen Dürerstraße, Lange Straße und Habbrügge ließen sich gestern von der vermeintlichen Sprachbarriere allerdings nicht beeindrucken und belohnten René Schack vom Oldenburgischen Staatstheater mit kräftigem Applaus für seine Ein-Mann-Vorstellung - besonders die Darstellung des Affen Benno verzückte das junge Publikum.
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Von Tina Hayessen

Ganderkesee. Plattdeutsch ist die Sprache der Tiere - so zumindest sieht es Tierpfleger Giuseppe im Theaterstück 'De lütte Zoogeschicht' und spricht mit Fridolin, dem Floh, Robbe Jenny und Pavarotti, dem eitlen Pfau, stets in der norddeutschen Sprache. Die Erst- und Zweitklässler der Grundschulen Dürerstraße, Lange Straße und Habbrügge ließen sich gestern von der vermeintlichen Sprachbarriere allerdings nicht beeindrucken und belohnten René Schack vom Oldenburgischen Staatstheater mit kräftigem Applaus für seine Ein-Mann-Vorstellung - besonders die Darstellung des Affen Benno verzückte das junge Publikum.

'Wo is de Schüffel?', fragt Tierpfleger Giuseppe. Sofort geht ein Raunen durch die Reihen. 'Schüffel?', wundern sich die Kinder, bis ein dunkelblonder Junge dolmetscht: 'Er meint eine Schaufel!' Dass es bei der Aufführung der lütten Zoogeschicht in den ersten Minuten zu Verständnisproblemen kam, ist nach kürzester Zeit vergessen. Die Erst- und Zweitklässler sind bald ganz im Stück versunken und lassen sich von René Schack in die Lebenswelt des etwas tollpatschigen Tierpflegers ziehen, der sich neben Affe und Pfau auch noch um den Hund seines Chefs kümmern muss und dabei doch versucht, die schöne Esmeralda zu beeindrucken.

Italienisch, Französisch, Platt

Schack, der neben dem Tierpfleger Giuseppe auch alle Bewohner des Zoos spielt, ist Schauspieler beim Oldenburgischen Staatstheater und außerdem, zusammen mit Brigitte Dethier, Autor des Stücks. Der ursprüngliche Titel lautet 'Die kleine Zoogeschichte', doch der ist bereits mehrfach geändert worden, schließlich wurde die Geschichte schon in Mexiko, Italien, Frankreich und Korea aufgeführt. Nun spricht Giuseppe aber auch platt und kommt damit wie gerufen für die Organisatoren der Plattdüütschen Week.

'Die jüngeren Grundschüler sollen natürlich auch etwas von der Plattdüütschen Week haben', sagte Angela Hillen, die zum Organisationsteam der Aktionswoche gehört. 'Die Dritt- und Viertklässler haben den Vorlesewettbewerb, dafür können die Erst- und Zweitklässler das Stück sehen', erklärt sie. Die Grundschulen, die in diesem Jahr nicht teilnehmen konnten, gingen aber nicht leer aus: 'Die werden bei der nächsten Plattdüütschen Week an die Reihe kommen', versprach Hillen. 'Schließlich ist es ein großes Ziel von uns, dass gerade junge Kinder das Plattdeutsche kennenlernen.'

Bereits ziemlich vertraut mit der Sprache der Region sind, wie sie versichern, Pierre, Luca und Halil. Die drei Grundschüler betonen unisono: 'Wir verstehen das alles!' Auch als Cornelia Ehlers, die das Stück auf Plattdeutsch übersetzt hat, vor der Vorstellung in das Publikum fragt, wer denn des Plattdeutschen mächtig sei, gehen zahlreiche Finger in die Luft. Der sechsjährige Pierre geht einen Schritt weiter: 'Ik kann ok platt schnacken.' Wo er das gelernt hat, will er aber lieber für sich behalten.

Dass die Schüler mit ihrem Wissen nicht übertreiben, zeigen sie während des Stücks. Denn immer wieder wendet sich Tierpfleger Giuseppe an das Publikum. 'Wat för een Dag is vundaag?', fragt er zum Beispiel die kleinen Zuschauer und nach kurzer Denkpause schallt ein lautes 'Dienstag' zurück.

Das Stück des Jungen Staatstheaters ist - auf Platt- und auf Hochdeutsch - ab dem 18. April in Oldenburg zu sehen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.staatstheater.de.

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