Verden

Grünes Licht für Wohnprojekt Aller-Haus

Verden. Das Aller-Haus, das gemeinschaftliche Wohnprojekt, ist einen Schritt weitergekommen. Die Genossenschaft Aller Wohnen hält die Rahmenbedingungen für so gut, dass eigentlich nichts schief gehen könne, wie Ulrich Steinmeyer bei einem Treffen der Gruppe im Rathaus am Donnerstag sagte.
10.04.2010, 00:49
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Von Ulrich Tatje
Grünes Licht für Wohnprojekt Aller-Haus

Gruppe, Unterstützer und Genossenschaft sind sich seit Donnerstagabend einig: Das Aller-Haus in der Cluventalstraße soll

ULRICH TATJE

Verden. Das Aller-Haus, das gemeinschaftliche Wohnprojekt, ist einen Schritt weitergekommen. Die Genossenschaft Aller Wohnen hält die Rahmenbedingungen für so gut, dass eigentlich nichts schief gehen könne, wie Ulrich Steinmeyer bei einem Treffen der Gruppe im Rathaus am Donnerstag sagte. Deshalb wollen Genossenschaft und die 'Aller-Haus'-Gruppe am Dienstag beim Verwaltungsausschuss des Verdener Stadtrates vorsprechen.

Der Verwaltungausschuss (VA) könnte dann grünes Licht für das landesweit mit großem Interesse verfolgte Projekt geben. Denn der Stadt gehören die maroden Häuser Cluventalstraße 2 - 4, die die Genossenschaft unter ökologischen Gesichtspunkten und nach den Wünschen der künftigen Bewohner umbauen möchte. Unter einem Dach leben, zusammen etwas unternehmen, das ist das Ziel der 'Aller-Haus'Gruppe. 'Das Miteinander der Bewohner ist das Herz des Projektes', sagte Rosemarie Guhl. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Verden moderiert seit gut einem Jahr die Initiativgruppe, ging mit ihr auf die Suche nach geeigneten Immobilien und hörte sich in bereits existierenden Wohnprojekten in Hannover und Bremen um.

Das Gebäude in der Cluventalstraße ist innenstadtnah und dennoch relativ ruhig gelegen. Die Genossenschaft, die bereits drei Wohnprojekte in Verden und Stedorf realisiert hat, würde das Gebäude umbauen. Es bietet Platz für zwölf Wohnungen plus Gemeinschaftsräume. Die Genossenschaft baut, die Bewohner müssen es mit Leben erfüllen und die passenden Mitbewohner finden. Steinmeyer: 'Die Genossenschaft ist nicht der Vermieter, das muss die Gruppe machen.'

Ulrich Steinmeyer, Aufsichtsratsmitglied der Genossenschaft und im Management Netzwerk Nachhaltiges Bauen (Verden) tätig, sprach am Donnerstag von sehr guten Rahmenbedingungen und von der großen Aufmerksamkeit, die das Projekt auf sich ziehe. Denn es gebe nur ganz wenige Mietprojekte bei dieser Art zu Wohnen und zu Leben.

Die Genossenschaft rechnet mit einem Mietpreis von etwa sechs Euro je Quadratmeter und dank des ökologischen Ausbaus mit geringen Nebenkosten. Damit sei das Wohnprojekt auch für Menschen mit Grundsicherung interessant. Ingeborg Dahlmann, Leiterin der Bundesgeschäftsstelle des Forums Gemeinschaftliches Wohnen (Hannover), will deshalb in der kommenden Woche erneut nach Verden kommen und sich über das Projekt informieren, sagte Steinmeyer.

Über die Finanzierung des Objektes macht sich weder die Gruppe noch die Genossenschaft Sorgen. Investoren, die in die Genossenschaft einzahlen wollen, seien reichlich vorhanden, so Rosemarie Guhl, und die Kredite seien derzeit besonders günstig zu bekommen, ergänzte Genosse Ulrich Steinmeyer.

Beim Treffen am Donnerstag war von Begeisterung über den Schritt nach vorne wenig zu spüren. Sie habe gemischte Gefühle, beschrieb Heide Rayzik ihre Empfindungen, ihr sei die Gruppe noch zu klein. Derzeit erklärten erst drei Frauen, einziehen zu wollen. Zwei andere Interessenten wollen erst in einigen Jahren dorthin umziehen, andere wollen in der Gruppe mitarbeiten. Aber 'spannend ist es allemal', sagte Rayzik. Je konkreter das Projekt werde, desto einfacher ließen sich geeignete Mitbewohner finden, gab sich Dieter Mensen zuversichtlich und Rosemarie Guhl und Ulrich Steinmeyer nickten zustimmend.

Sobald die Stadt einem Vertrag (auf Basis eines Erbbauvertrages) mit der Genossenschaft als Bauträger zustimme, könnte das Architekturbüro mit ersten Planungen und konkreteren Berechnungen beginnen, beschrieb Steinmeyer die nächsten Schritte. Im August könnte es dann zu unterschriftsreifen Verträgen kommen. Parallel dazu könnten die künftigen Bewohner und Genossen ihre Wünsche beispielsweise für die Wohnungen, die Lage und Größe der Gemeinschaftsräume, die Zahl der Aufzüge, die Zugänge zum Haus und die Gartenanlage anmelden.

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