Diskussion um Modell Oberschule auch in Weyhe / Gemeinde plant gemeinsames Vorgehen mit Schulen Gute Ansätze - viel Nachbesserungsbedarf

Weyhe. Minister Althusmanns Idee schlägt Wellen: Die Oberschule ist in aller Munde. Doch während in anderen Kommunen auf den Zug auf- und und wieder abgesprungen wird, gibt man sich in Weyhe abwartend. Für Ende des Monats ist ein Treffen der KGS-Schulleiter mit Bürgermeister Frank Lemmermann und dem Ersten Gemeinderat Andreas Bovenschulte anberaumt. Dort soll die weitere Vorgehensweise gemeinsam koordiniert werden.
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Von NILS HARTUNG

Weyhe. Minister Althusmanns Idee schlägt Wellen: Die Oberschule ist in aller Munde. Doch während in anderen Kommunen auf den Zug auf- und und wieder abgesprungen wird, gibt man sich in Weyhe abwartend. Für Ende des Monats ist ein Treffen der KGS-Schulleiter mit Bürgermeister Frank Lemmermann und dem Ersten Gemeinderat Andreas Bovenschulte anberaumt. Dort soll die weitere Vorgehensweise gemeinsam koordiniert werden.

Das Wichtigste scheint dabei für Schulleitung und Verwaltungsspitze zu sein, niemanden zu beunruhigen. 'Wir wollen die Elternschaft nicht auseinanderdividieren. Die Eltern dürfen nicht das Gefühl haben, dass eine Schule benachteiligt wird', erklärt Lothar Kuhn, Leiter der KGS Leeste. Ein paar Kilometer weiter sieht man das ähnlich - und steht der Idee 'Oberschule' verhalten gegenüber. 'Wir haben bislang sehr wenig Infos bekommen. Was wir wissen, das kommt aus der Zeitung oder von der Gemeinde', sagt Karin Busch, Leiterin der KGS Kirchweyhe. Vor allem stört sie, dass es vom Kultusministerium bislang noch überhaupt keine Aussagen zu den zukünftigen Curricula, also den Lehrplänen, gibt.

Haupt- und Realschule, Kirchweyhe - da war doch mal etwas? Stimmt. Im August 2009 startete an der KGS der Modellversuch 'Gegliederte Sekundarstufe I'. Das Ziel: Begabungsförderung aller Haupt- und Realschüler sowie mehr Durchlässigkeit zwischen den Schulformen. Und das Ende vom Lied? 'Das Modell wurde nicht genehmigt', erklärt Karin Busch. Seit Anfang dieses Schuljahres sind die Kirchweyher darüber im Bilde. 'Das durften wir nicht weiterführen. Es hat wohl nicht in die politische Landschaft gepasst', vermutet Busch. Ärgerlich, besonders weil Schüler, Eltern, Lehrer und Gemeinde hinter dem Modell standen. Jetzt also Oberschule. 'Wir waren wohl zu früh. Vom Timing ist das schon enttäuschend', gibt Schulleiterin Busch zu.

Bei der Gewerkschaft der Lehrer, der GEW (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft) sieht man in Sachen Oberschule durchaus Nachbesserungsbedarf. Und zwar in punkto Durchlässigkeit. 'Die ist im vorgestellten Modell des Kultusministeriums einfach zu schlecht', findet Andreas Bittner, bei der GEW Vorsitzender des Kreisverbandes Diepholz. Auch sonst ist Bittner nicht restlos überzeugt. 'Die Oberschule setzt die Sortierung einfach fort. Die IGSen sollen so zurückgedrängt werden', meint Bittner.

Dabei sieht er im Gegensatz zur heutigen Lage an vielen Lehranstalten einen echten Fortschritt, 'weil die Situation im Moment einfach sehr schlecht ist.' Das langsame Sterben der Hauptschule, dazu das gerade erst eingeführte Turbo-Abitur in zwölf Jahren: Es gibt noch immer viele Baustellen.

Katrin Kurtz, Kreiselternratsvorsitzende, sieht ebenfalls einen positiven Ansatz. 'Es ist gut, dass beim Kultusministerium angekommen ist, dass das Schulsystem so nicht mehr funktioniert. Die Eltern haben schließlich sozusagen mit den Füßen gegen die Hauptschule abgestimmt', sagt Kurtz.

Was fehlt, seien weitere finanzielle Mittel und mehr Informationen aus dem Ministerium. Damit nicht auch in Weyhe wieder zurückgerudert werden muss wie in benachbarten Kommunen.

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