Fleisch, Fisch, Gemüse – Kindertagesstätten achten auf Abwechslung / Probleme durch Gewohnheiten daheim Gute Ernährung fängt zu Hause an

Zu viel Fleisch, zu wenig Obst und Gemüse: In deutschen Kindertagesstätten ist der Speiseplan nicht ausgewogen genug, hat die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie festgestellt. Unsere Zeitung hat nachgeschaut, was in hiesigen Kitas auf die Tische kommt.
18.06.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Zu viel Fleisch, zu wenig Obst und Gemüse: In deutschen Kindertagesstätten ist der Speiseplan nicht ausgewogen genug, hat die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie festgestellt. Unsere Zeitung hat nachgeschaut, was in hiesigen Kitas auf die Tische kommt.

Die Mittagsverpflegung schneidet in den meisten deutschen Kindertagesstätten (Kitas) schlecht ab. Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung gibt es zu wenig Obst, Gemüse und Rohkost, dafür kommt zu oft Fleisch auf den Tisch.

In der Ottersberger Kita Bahnhof gibt es jeden Tag frisches Obst und Gemüse, sagt Leiterin Julia Schenke. „Und die Kinder haben auch den ganzen Tag Zugang dazu.“ Wenn es um das Mittagessen geht, greift die Kindertagesstätte auf das Angebot der Cookeria – der Mensa in der Wümmeschule – in Ottersberg zurück. „Die kochen jeden Tag frisch“, ist sich Kita-Leiterin Schenke sicher.

Der Koch Edward van Hoorn bestätigt das. Er gibt vor, was in der Kita auf den Tisch kommt. Er achtet auf Ausgewogenheit, doch weiß er, „dass das nicht überall möglich ist“. Nur weil der Flecken Ottersberg die Cookeria finanziell unterstütze, könne er das. Dennoch: „Auch ich muss auf Wirtschaftlichkeit achten“, sagt van Hoorn, netto bekomme er 2,34 Euro pro Mahlzeit. Je nach Saison und Möglichkeit, verarbeite er frisches Gemüse. Zwei Mal wöchentlich gebe es Fleisch, ein Mal Suppe oder Eintopf sowie vegetarische Gerichte. Aber: „Das Essen kann noch so gesund sein“, meint der Koch, die Kinder würden eben auch nicht alles essen. Ernährung fange doch zu Hause an. Und da sieht Edward van Hoorn Probleme. „Die Kinder wissen nichts über Lebensmittel“, gibt er seine Erfahrungen wieder. Sie wüssten nicht, wie eine Zwiebel aussieht, und andere Gemüsesorten würden ebenso Rätsel bei den Lütten aufwerfen.

Die Kita Achimer Schlaumäuse hat in Sachen Ernährung stets die Ernährungspyramide im Blick, gibt Leiter Lars Niclas an. „Es gibt einen Tag Fisch, einen Tag Fleisch, einen fleischlosen Tag sowie Suppen und Eintöpfe“, erläutert er den Essensplan. Ausgewogen soll es sein, mit einem Horstedter Party-Service werden deshalb monatlich Pläne abgestimmt. Dabei würden Allergien beachtet, so Niclas, und religiöse Essensvorschriften bedacht. „Zu 99 Prozent gibt es bei uns kein Schweinefleisch“, sagt der Kita-Leiter. Lars Niclas gesteht aber auch: „Es gibt nicht immer das Gesündeste.“ So würden auch mal Bratwurst (Geflügel) oder Fischstäbchen auf den Tellern landen, doch „wird das durch einen gesunden Nachtisch wieder ausgeglichen“. Und es gibt Fit-For-Kid-Tage in der Kita Schlaumäuse. „Dann wird es sehr gesund“, sagt Niclas. Der Essens-Zulieferer sei in der Hinsicht sehr flexibel. Eltern zahlen 2,61 Euro pro Mahlzeit – ein „Eins-Zu-Eins-Geschäft“. Doch sagen die kleinen Achimer zu Gesundem nicht „Nein“. „Knabbergemüse wie Paprika und Möhren kommen gut an, auch Obst haben wir immer reichlich da“, sagt Niclas. An oberster Stelle der Gerichte stünde indes „Hähnchen mit Kartoffelpüree“. Auch die Bassener Kita bestellt Essen beim Caterer, lässt es sich also liefern. Für die Gemeinde „ein Zuschlagsgeschäft“, sagt Kita-Leiterin Inge Meierdierks. Zu genauen Kosten wollte sie aber keine Angaben machen. Der Essensplan in Bassen unterscheidet sich dabei nicht von denen der anderen Einrichtungen: Fleisch, Fisch und Vegetarisches wechseln sich ab. „Tagsüber gibt es Obst und Gemüse“, sagt Meierdierks. Um den Kindern den Umgang mit Lebensmitteln nahe zubringen, werden Frühstücksrunden veranstaltet, im hauswirtschaftlichen Bereich können die Kleinen auch mal selbst zum Kochlöffel greifen.

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