Hand in Hand zum Ausbildungsplatz Guter Start für Oytener Ausbildungsprojekt

Oyten. Gemeinsam mit dem Schulzentrum in der Pestalozzistraße und ortsansässigen Institutionen hat die Gemeinde im vergangenen August ein Ausbildungspatenschaftsprojekt für Schüler begonnen, das bereits die ersten Früchte trägt.
27.02.2010, 08:31
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Guter Start für Oytener Ausbildungsprojekt
Von Lars Köppler

Oyten. Dieses Kooperationsprojekt soll in Oyten künftig 'Schule' machen. Gemeinsam mit dem Schulzentrum in der Pestalozzistraße und ortsansässigen Institutionen hat die Gemeinde im vergangenen August ein Ausbildungspatenschaftsprojekt für Schüler begonnen, das bereits die ersten Früchte trägt. Zu einer Bestandsaufnahme haben sich die Akteure am Donnerstag im 'Haus am Königsmoor' getroffen.

'Viele Jugendliche benötigen Tipps und Unterstützung bei der Suche nach Ausbildungsplätzen, bei Bewerbungen und Terminvereinbarungen', erklärt Bürgermeister Manfred Cordes. Oft seien die Schüler nicht in der Lage, die eigene Situation richtig zu erkennen, ordentliche Bewerbungsmappen zu kreieren und ihre Fähigkeiten selbstbewusst darzustellen. Diese Lücke soll jetzt das Patenschaftsprojekt schließen.

Das Prinzip ist einfach: die Ausbildungspaten helfen motivierten Haupt- und Realschülern der Abschlussklassen, wo Hilfe gebraucht wird. 'Die Jugendlichen müssen aber ernsthaft an einer Ausbildung interessiert sein', sagt Gemeinde-Fachbereichsleiter Axel Junge, der bei seinen Recherchen auf dieses Projekt vom nationalen Pakt für Ausbildung gestoßen ist. Nach der Ausarbeitung eines für die Gemeinde realisierbaren Konzeptes ist der Entwurf dann 'vom Rathaus in die Schule' gegangen.

Seitdem kümmert sich Renate Proft um die Kordination der Abläufe und stellt den Kontakt zwischen interessierten Schülern, Klassenlehrern und Paten aus der hiesigen Wirtschaft her. 'Ich sehe das Projekt sehr positiv. Vielen Kindern fehlt einfach noch die Ausbildungsreife. Sie sind aber offen für das Angebot und dankbar dafür, dass ihnen jemand zur Seite steht', schildert die Leiterin der Pestalozzi-Schule ihre ersten Eindrücke.

Als Ansprechpartner für die Paten fungiert indes Hendrik Hemmerich. 'Das Projekt entwickelt sich weiter', analysiert der Sozialarbeiter. Die inzwischen 15 Paten, zu denen auch Anke Schäfer zählt, treffen sich regelmäßig und individuell mit ihren Schützlingen. 'Mir macht die Arbeit mit Franziska viel Spaß. Wir haben uns gesucht und gefunden', berichtet die Steuerberaterin über ihre ersten Erfahrungen als Patin. Derzeit arbeite sie mit der Schülerin an einem Referat über die Hitler-Jugend. 'Das Thema ist spannend und interessiert auch mich sehr. Ich genieße die Zeit mit Franziska', sagt Schäfer.

'Ich war ratlos', gesteht Fabian, einer von derzeit 13 betreuten Schülern. Durch den Austausch mit seinem Paten habe er sich aber mittlerweile sogar einen Praktikumsplatz gesichert. Gleich zwei Schüler hat Hüseyin Senol, Betreiber der Oyter Reisewelt, als Berater unter seine Fittiche genommen. 'Manchmal brauchen die beiden Druck, aber die Arbeit macht mir sehr viel Spaß', betont der Geschäftsmann. Als Ersatz für Lehrer oder Eltern sehe er sein Engagement aber nicht. 'Die Kinder müssen auch weiterhin mit ihnen sprechen. Es geht nur Hand in Hand', sagt Senol, der schnell erkannt hat, dass Individualismus bei diesem Projekt gefragt ist. 'Arbeit nach einem Schema F ist hier unmöglich.'

Einmal im Monat - immer donnerstags - treffen sich die Paten zum Gedankenaustausch im Seniorenheim 'Haus am Königsmoor'. Im März ist zudem der erste Erfahrungsaustausch mit den Akteuren der Patenschaftsprojekte in Achim und Kirchlinteln geplant. Mit den Abgängern des Schuljahres 2011 soll das Projekt fortgeführt werden. 'Wir suchen noch Paten', wirbt Bürgermeister Manfred Cordes um Resonanz in der Oytener Geschäftswelt.

Interessierte können sich bei der Gemeindeverwaltung Oyten telefonisch unter der Rufnummer 04207/ 9140-0 melden.

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