Lilienthal Gymnasiasten gewinnen bei 'Schüler experimentieren'

Lilienthal. Malte Voelkel (12) und Viktor Kovalev (13) haben gut lachen.Sie haben den 1. Platz im Regionalwettbewerb 'Schüler experimentieren' gewonnen.
23.02.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Gymnasiasten gewinnen bei 'Schüler experimentieren'
Von Undine Zeidler

Lilienthal. Der zwölfjährige Malte Voelkel kann bestens präsentieren. Er klappt die Mappe mit Spiralbindung auf. Blättert darin hin und her. Spricht über zu viel Kohlendioxid (CO2) im Klassenzimmer. Fährt mit dem Finger über ein Tortendiagramm und erklärt, wie Raumluft chemisch zusammengesetzt ist. Neben Malte sitzt Viktor Kovalev (13). Als dessen Teampartner blickt er lächelnd auf die Urkunde, die vor ihnen auf dem Tisch liegt. Diese bescheinigt beiden: 1. Platz im Regionalwettbewerb 'Schüler experimentieren'.

In der vergangenen Woche stellten die beiden Siebtklässler vom Gymnasium Lilienthal in Celle ihr Forschungsprojekt vor. Dieses überzeugte die Jury, erlangte im Themengebiet Arbeitswelt den ersten Platz und wurde zudem noch mit dem Sonderpreis der Partner-Firma SOV Energie ausgezeichnet. 'Schüler experimentieren' ist die Wettbewerbssparte für unter 15-Jährige von 'Jugend forscht'. In Celle reichten 40 Teilnehmer 30 Arbeiten in acht unterschiedlichen Fachbereichen ein.

Malte und Viktor traten zum ersten Mal an und das sofort preisgekrönt. Darauf sind sie sichtlich stolz. Ihr Lehrer Ingo Deppe-Hilmer ebenso. Er leitet die Arbeitsgemeinschaft 'Jugend forscht'", in deren Rahmen die wissenschaftliche Arbeit entstand. Für das Gymnasium sei es außerdem das erste Mal seit Jahren gewesen, dass wieder jemand teilnahm, sagt Deppe-Hilmer anerkennend.

Den Impuls zu ihren Forschungen gab gemäß Malte die Sanierung des Gymnasiums. Er sagte, 'dass die Räume jetzt zwar angenehm warm wurden, aber die Raumluft im Verlauf einer Unterrichtsstunde zunehmend schlechter wurde.' Deppe-Hilmer erzählt von Kopfschmerzen und anderen Beschwerden bei den Schülern sowie von Anfragen besorgter Eltern. Es sei 'gleich in Richtung Schadstoffe gedacht worden'. Dabei könne die einfachste Ursache zu viel CO2 in der Luft sein, so der Lehrer.

Damit war die Idee geboren. Gemäß Deppe-Hilmer wollten die Jungen einen 'Luftinspektor' bauen. Eine Ampel, die je nach CO2-Gehalt in der Luft auf grün, gelb oder rot stehen sollte, erzählte Malte. Doch die habe es schon gegeben, stellten die Jungen fest. Also widmeten sie sich dem Zusammenhang von verbrauchter Raumluft und Konzentration. Acht Messreihen in fünf verschiedenen Klassenräumen mit drei verschiedenen Klassen, eine Langzeitmessung über 24 Stunden sowie Konzentrationstests brachten interessante Aufschlüsse.

'Obwohl die Konzentrationsfähigkeit normalerweise am Ende einer Unterrichtsstunde zurückgeht', konnten laut Auswertung fast alle Schüler ihre Testergebnisse bei 'guter Luft' steigern, ist in der Arbeit von Malte und Viktor zu lesen. Des Weiteren untersuchten sie die Wirkung unterschiedlicher Lüftungsarten.

Anhand ihrer Messungen zeigten sie, dass in einem ungelüfteten Raum der CO2-Gehalt fast linear ansteigt und sich binnen einer halben Stunde in den 'hygienisch auffälligen' Bereich bewegt, abhängig von Raumgröße und Personenzahl. Sind die Fenster auf Kippstellung, steigt der CO2-Gehalt im Raum trotzdem weiter an. Erst Stoßlüftungen bewirken demnach eine messbare Luftverbesserung.

Mit ihren Forschungsergebnissen treten Malte und Viktor Mitte März hochmotiviert beim Landeswettbewerb 'Schüler experimentieren' in Oldenburg an. Auch in der Schule sollen die Ergebnisse publiziert werden, auf der nächsten Gesamtkonferenz. Denn, so Ingo Deppe-Hilmer: 'Für das Lüftungsverhalten sind die Lehrer verantwortlich.'

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