Emily Davis im Shakespeare's Handgemacht und einfach schön

Die australische Songwriterin Emily Davis war am Dienstag zusammen mit Tori Phillips an der Geige zu Gast in Weyhe. Dabei musste sie sich fragen, wie große die Gemeinde eigentlich ist.
15.08.2018, 18:35
Lesedauer: 2 Min
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Von Anke Bayer-Thiemig

Weyhe-Kirchweyhe. An gemütlichen Tischen mit Kerzenlicht gemeinsam mit Freunden entspannt der Live-Musik von der kleinen Bühne lauschen, dazu vielleicht ein kühles Getränk – diese ganz besondere Atmosphäre lässt sich immer wieder im Weyher Theater-Pub Shakespeare's erleben. So am Dienstagabend bei dem Konzert von Emily Davis aus Australien, gekommen mit Verstärkung an der Geige.

Eigene Kompositionen, die einen Bogen zwischen Folk und Rock spannen, waren die Sache der Künstlerinnen, die erstmals auf Deutschlandtournee waren und sagten: "Wir haben in Germany eine gute Zeit." Die Individualität ihrer eigenen Songs, gepaart mit großer Professionalität, ließen den Abend wunderbar ausklingen. Die Musik war handgemacht und einfach schön. Und sie passte perfekt in dieses Theater-Wohnzimmer, wo sich allerdings nur wenige Gäste einfanden. Deswegen war die Frage von Davis nur berechtigt, die wissen wollte, wie viele Einwohner denn Weyhe habe?

Emily Davis war eine einfühlsame Songwriterin, die von Tori Phillips mit ihrem kraftvollen Geigenspiel begleitet wurde. Schnell eroberten die beiden Frauen die Herzen im Pub, ihre Lyrik schaffte eine fantastische Welt für den Zuhörer. „Tolle Mädels“, lobte ein Besucher in der Pause die Künstlerinnen für ihre Musikalität, ihre Improvisationsfreude und ihre ansteckende gute Laune.

Davis brach 2005 das Jura-Studium ab, um Musik zu studieren und um Songs für ihr erstes Pop-Folk-Album „Moving In Slow Motion“ zu schreiben. Das Album, das von Monique Brumby, Trägerin des wichtigsten Musikpreises in Down Under, produziert wurde, erhielt begeisterte Kritiken und hohe Rotation bei den australischen Radiostationen Nova, Triple J und ABC National. Nach einer Pause im Jahr 2011 veröffentlichte sie „Undone", eine dunkle Alt-Country-Platte. Davis hat ausgedehnte Tourneen absolviert und ist auf diversen Festivals aufgetreten. Als Support-Act eröffnete sie Konzerte von namhaften Künstlern wie CW Stoneking, Clare Bowditch, The Audreys und Kate Miller-Heidke, Renee Geyer, James Reyne und Richard Clapton. Ihre neueste Veröffentlichung „You, Me & The Velvet Sea“ ist ein zutiefst persönliches Album, das sich ausschließlich auf die Liebe in all ihren Inkarnationen konzentriert. Schon da wurde sie neben Annie Siegmann (Bass), Holly Thomas (Drums) von Tori Phillips begleitet.

Mit ihren packenden Live-Auftritten erntete die Musikerin bereits großes Lob der australischen Medien. Sie hat auch das Semaphore Music Festival geleitet, zusammen mit den Künstlern Clare Bowditch, Kate Miller-Heidke, CW Stoneking und The Audreys.

Davis und Phillips verstanden es, zwischen den Liedern immer wieder kleine Geschichten zum Besten zu geben, um das Weyher Publikum mit auf eine gefühlvolle Reise zu nehmen. „Die Chance, die Bedeutung der Songs zu erklären, ist eine großartige Sache, die ich gerne in meinen Live-Shows mache“, erzählte sie einmal.

Egal, ob „Bled For You“, „Lighthouse“, „You Bury Me“ oder „Oh Lord“ – das Publikum im Pub war begeistert, ging mit, gab viel Applaus und großzügige Spenden. Viele Songs sind übrigens Widmungen an besondere Menschen. Gefühlvoll und teilweise rockig gab das Duo den Liedern eine sehr persönliche Note, voller Temperament und Publikumsnähe. Das kam an.

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