Grasberg Handwerk wendet sich speziell an Jugendliche

Grasberg. Das Handwerk kommt in der öffentlichen Wahrnehmung viel zu kurz. Dies sagt nicht nur der Handwerkskammertag als bundesweiter Dachverband von 53 Handwerkskammern. Auf den Stellenwert des Handwerks macht auch der Grasberger Malermeister Hans-Georg Wurthmann aufmerksam.
18.01.2010, 07:20
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Klaus Göckeritz

Grasberg. Das Handwerk kommt in der öffentlichen Wahrnehmung viel zu kurz. Dies sagt nicht nur der Handwerkskammertag als bundesweiter Dachverband von 53 Handwerkskammern. Auf den Stellenwert des Handwerks macht auch der Grasberger Malermeister Hans-Georg Wurthmann aufmerksam.

Dabei habe das Handwerk guten Grund, auf sich und seinen Leistungsfähigkeit stolz zu sein. Denn anders als in der Automobilindustrie sei die Wirtschaftskrise an den Betrieben vorbeigegangen. Mehr noch: 'Uns geht es gut', sagt Wurthmann. Mit der Auftragslage sei man mit Ausnahme des Baugewerbes zufrieden. Damit es so bleibt, seien die Betriebe und Kammern aufgefordert, sich auf künftige Entwicklungen einzustellen und in eigener Sache zu werben.

'Jetzt kommen die geburtenschwachen Jahrgänge, nicht jeder kann und will studieren wir müssen das Handwerk für die Jugendlichen interessant machen', sagt Wurthmann. Dazu fordert er flankierende Maßnahmen wie eine Senkung der Mehrwertsteuer im Handwerk auf sieben Prozent nach dem Vorbild der Hotellerie. Dies sei für private Kunden ein Anreiz, in Modernisierung oder Neubau zu investieren und gleichzeitig ein wirksamer Beitrag gegen die Schwarzarbeit.

Hans-Georg Wurthmann hofft, dass die Politik auf die Forderungen eingeht. Wie bereits bei einem Sonderbonus auf Arbeitsleistungen des Handwerkers die mit bis zu 6000 Euro bei der Steuererklärung geltend gemacht werden können.

Dazu hat die Kammer in den vergangenen Tagen eine große und auf mehrere Jahre angelegte Imagekampagne gestartet. Eine Aktion, hinter der auch Hans-Georg Wurtmann uneingeschränkt steht. Demnach nimmt der Dachverband in den nächsten Jahren mehr als 50 Millionen Euro in die Hand, um in Zeitungen, im Kino, auf Plakaten und um im Fernsehen auf sich aufmerksam zu machen. Allein der Kinospot kostet rund 2,8 Millionen Euro.

Diese enormen Anstrengungen unternimmt das Handwerk, um sein Image aufzupolieren und das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Das Handwerk sieht die Kampagne 'Kein Leben ohne Handwerk' nach eigenen Angaben aber auch als Antwort auf die Konkurrenz durch Ein-Euro-Jobber.

Der Startschuss für die auf eine Dauer von fünf Jahren ausgelegte Imagekampagne fiel jetzt mit einem Werbesport im Fernsehen. Ziel der Offensive sei es, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung zu verdeutlichen und Jugendliche für eine Ausbildung zu begeistern, erklärte auch die Kreishandwerkerschaft Bremervörde-Osterholz-Verden in einer Mitteilung.

Deshalb solle grundsätzlich klarwerden, welchen Stellenwert das Handwerk mit republikweit 4,8 Millionen Beschäftigten und einem Umsatz von rund 500 Milliarden Euro pro Jahr als tragende Säule der Wirtschaft besitzt. Die Initiatoren weisen auf 140 für Jugendliche attraktive Berufsbilder des Handwerks hin.

'Wir haben etwas zu bieten und werden in den nächsten Jahren weiter massiv für uns werben', kündigt Hans-Georg Wurthmann an. Der Grasberger Maler- und Lackierermeister ist Vizepräsident der Handwerkskammer Braunschweig, Lüneburg Stade und stellvertretender Vizekreishandwerksmeister der Handwerkerschaft Bremervörde-Osterholz-Verden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+