Organist bekommt renommierten Klassik-Preis 2012

Harald Vogel erfährt ein großes Echo

Osterholz-Scharmbeck. Die Auszeichnung mit dem "Echo Klassik 2012" als "Instrumentalist des Jahres" an der Orgel sei für ihn "eine besondere Ehre", sagt Harald Vogel. Und eine Überraschung.
14.07.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Harald Vogel erfährt ein großes Echo
Von Michael Rabba

Osterholz-Scharmbeck. Die Auszeichnung mit dem "Echo Klassik 2012" als "Instrumentalist des Jahres" an der Orgel sei für ihn "eine besondere Ehre", sagt Harald Vogel. Und eine Überraschung. Er habe zwar gewusst, dass er im Rennen ist, aber nicht damit gerechnet, so weit zu kommen, betont der 71-jährige Teufelsmoorer gegenüber dieser Zeitung.

Diese Woche gab die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie, die "Echo-Klassik"-Preisträger 2012 bekannt. Harald Vogel bekommt die renommierte Auszeichnung in der Kategorie "Instrumentalist des Jahres" an der Orgel.

"Das ist eine besondere Ehre", kommentiert der bekannte Orgel-Experte, Organist und langjährige Professor an der Hochschule für Künste Bremen die Würdigung. Denn beim Echo gehe es nicht um Verkaufszahlen, "sondern nur um die künstlerische Leistung". Und das sei doch etwas Besonderes "in unserem kommerzialisierten Musikbetrieb", so der Fachmann für alte Spielweisen auf historischen Orgeln, der seit vielen Jahren das Abschlusskonzert der Scharmbecker Orgeltage an der von Erasmus Bielfeldt ab 1731 gebauten Orgel im St.-Willehadi-Gotteshaus gibt.

Mit dem "Echo Klassik" werden seit 1994 jährlich herausragende musikalische Leistungen nationaler und internationaler Künstler gewürdigt. Die Entscheidung trifft eine elfköpfige Jury aus Branchenexperten. 70 Labels, also Plattenfirmen, hatten für den "Echo Klassik 2012" rund 340 Werke ihrer Künstler nominiert. Rund 60 Preisträger wurden jetzt in 21 Kategorien ausgezeichnet. Harald Vogel bekommt den Preis für seine Einspielung von Werken des niederländischen Organisten und Komponisten Jan Pieterszoon Sweelinck (1562 bis 1621). Die CD "J.P. Sweelinck: Ogelwerke Vol.1" entstand in Zusammenarbeit mit der "Musikproduktion Dabringhaus und Grimm" (MDG) in Detmold, so Vogel. Gespielt habe er auf einer Orgel in der St.-Marien-Kirche in Lemgo. Diese Orgel stamme "aus der Zeit um 1600" und damit aus der Wirkungszeit von Sweelinck.

Beim Echo gebe es jedes Vierteljahr Nominierungen, erläutert der Musiker. Daraus werde dann der Jahrespreisträger ermittelt. "Ich hatte eine Vierteljahrsnominierung, insofern wusste ich, dass ich im Rennen bin." Die Überraschung – und Freude – sei dennoch groß gewesen, als er die Entscheidung der Jury erfahren habe.

Der 1941 in Ottersberg geborene Harald Vogel gründete 1972 die Norddeutsche Orgelakademie, die bis heute in Kooperation mit der Hochschule für Künste Bremen internationale Meisterkurse anbietet. An der Hochschule war Vogel von 1994 bis 2006 als Professor tätig. Bis heute leitet er Seminare. Der Echo-Preisträger war zudem als Orgelsachverständiger und Landeskirchenmusikwart der evangelisch-reformierten Kirche tätig und betreute zahlreiche Orgel-Restaurierungen. Als Musiker kann Vogel auf zahlreiche Veröffentlichungen zurückblicken. Ganz aktuell sei eine Einspielung von Werken Johann Sebastian Bachs auf der Schnitger-Orgel von 1680 in der Dorfkirche Cappel, berichtet er. Neben einer CD werde noch eine DVD veröffentlicht. 2011 habe er zudem für das Label "Organeum" das Orgelwerk von Georg Böhm, dem Hauptorgellehrer von Bach, auf drei CDs eingespielt – auf einer CD ist die Erasmus-Bielfeldt-Orgel von St.-Willehadi zu hören, erzählt Vogel.

Der "Echo Klassik" wird am 14. Oktober im Konzerthaus Berlin verliehen. Das ZDF wird die Gala übertragen. "Vielleicht spielt das ZDF einen Trailer über mich ein", sagt Vogel – "denn ich kann ja keine Orgel mit auf die Bühne bringen".

Wird es in Osterholz-Scharmbeck ein Konzert mit Sweelinck-Stücken der preisgekrönten CD geben? "Es könnte sein, dass das etwas für das nächste Abschlusskonzert der Scharmbecker Orgeltage ist."

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