Hauptversammlung des TSV Lesumstotel Harte Worte in zäher Diskussion

Ritterhude. 'Sie sollten Ihren Hut nehmen und in Ehren gehen.' Das sagte ein Vereinsmitglied des TSV Lesumstotel zu dem umstrittenen und gekündigten Trainer Rupert Lippke. Bei der Jahreshauptversammlung des TSV Lesumstotel ging es Donnerstag im Streit mit Lippke hoch her.
27.02.2010, 09:40
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Horst Frey

Ritterhude. 'Sie sollten Ihren Hut nehmen und in Ehren gehen.' Das sagte ein Vereinsmitglied des TSV Lesumstotel zu dem umstrittenen und gekündigten Trainer Rupert Lippke. Bei der Jahreshauptversammlung des TSV Lesumstotel ging es Donnerstag im Streit mit Lippke hoch her. Schließlich stellte der Vorsitzende Michael Gröger die Versammlung vor die Wahl: Entweder er tritt als Vorsitzender zurück oder Rupert Lippke akzeptiert die Vorschläge des Vorstands. Nur dann könne über eine Rücknahme der Kündigung gesprochen werden. Auf die Vorschläge ließ sich Lippke aber nicht ein.

Der Parkplatz vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Lesumstotel war voll, rund 80 Mitglieder nahmen an der Versammlung teil. Drinnen begann eine zähe Diskussion um die Tagesordnung - sozusagen die Ouvertüre zu einer dreistündigen Auseinandersetzung um den gekündigten Trainer der Gesundsheitssportgruppe. Ein alter Konflikt wurde aufgearbeitet, und das anhand von etwa einem Dutzend Anträgen. Allein drei Anträge forderten die Rücknahme der Entlassung des Trainers, dreimal wurde darüber diskutiert und dreimal hielt die Versammlung an der Entlassung des Trainers fest.

Wie berichtet, hatte der Vorstand Lippke gekündigt, weil der Trainer sich nicht an das Vereinsreglement gehalten habe und mehrere Gesprächstermine mit dem Vorstand verstreichen ließ. Lippke soll sich, so der Vorwurf, Kompetenzen des Vorstands beziehungsweise des Spartenleiters angeeignet haben.

Geduld strapaziert

Ein paar Zitate beleuchten die Stimmung in einem alten Streit, der nun mit Paragraphen und Satzungszitaten munitioniert wurde und umso mehr die Geduld der Vereinsmitglieder strapazierte: 'Es ist unglaublich, welcher Schwachsinn hier abläuft. Ich bin in mehreren Vereinen ehrenamtlich tätig, aber wenn man mit mir als Vorsitzendem so umgehen würde, bliebe mir nur zu sagen: Macht Euren Schiet alleine!', sagte ein Mitglied zu Grögers Ultimatum unter dröhnendem Applaus.

'Hier sagt eine Seite dies, die andere das, und Michael Gröger hält das geduldig aus. Ich habe Rupert Lippke in den Verein gelassen, dafür möchte ich mich heute entschuldigen', sagte ein ehemaliger Vereinsvorsitzender nach einer haarspalterischen Diskussion um Details. Sie ist Ausdruck einer offenbar völlig gestörten Kommunikation zwischen dem Trainer und dem Vorstand, und manches weitere harte Wort fiel. Schriftwart Uwe Werner sagte: 'Seit 2002 muss ich mich mit dem ?Fall Rupert? auseinandersetzen. Ich habe nun keine Lust mehr, mich über Bagatellen zu ärgern.'

An Regularien gehalten

Vereinsvorsitzender Michael Gröger hangelte sich an Regularien entlang, an die Mitglieder appellierend, dass ihm keine andere Wahl bleibe, während sich Lippke immer mehr im Klein-klein von Daten und angeblichen Zusagen verlor. Die vielen Abstimmungsergebnisse zu den Anträgen zeigten: Selbst seine 'Anhänger', auch Mitglieder aus der Gesundheitsgruppe, zogen schließlich nicht mehr so recht mit. Abgelehnt wurde beispielsweise auch ein Antrag Lippkes, wonach Sparten im Verein selbst über die Anzahl der Trainingstunden bestimmen sollen. Ergebnis nach vielen Abstimmungen: Der Verein bietet weiterhin die beliebte Gesundheitsgruppe zu den gewohnten Zeiten an, es soll nun ein neuer Trainer gesucht werden.

Zu später Nachtstunde konnten dann die Vereins-Regularien erledigt werden. Der Vorstand wurde entlastet und mehrheitlich wiedergewählt. Vorsitzender der 728 Mitglieder ist Michael Gröger, sein Stellvertreter: Hans-Otto Grützner, Kassenwart: Oliver Dubberke, Sportwart: Reiner Ratjen. Für den zurückgetretenen Jugendwart Niels Grötzner wurde Thomas Paech gewählt. Zuvor hatte Dubberke die Kassenlage erläutert und das Budget für 2009 vorgestellt. Der TSV Lesumstotel hatte am 31. Dezember 2009 einen Kassenstand von rund 33 700 Euro. Dubberke rechnet in diesem Jahr mit 37000 Euro Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 52000 Euro - 'im schlimmsten Fall', wie er betonte.

Zu Beginn der Sitzung wurden zwei Mitglieder geehrt: Anke Wunderlich für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit und Margret Albrecht für 60 Jahre Zugehörigkeit - ein ungewöhnlich seltenes Jubiläum. Sie wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+