Wasser- und Schifffahrtsamt Verden feiert großes Jubiläum im September

Havarie im Hafen und Bootstouren

Die Ursprünge des Wasser und Schifffahrtsamts in Verden reichen weit zurück: Bereits vor 150 Jahren begannen die Anfänge des Wasserbaus an Weser und Aller. Im September begeht die Bundesbehörde das große Jubiläum.
23.08.2014, 00:00
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Havarie im Hafen und Bootstouren
Von Andreas D. Becker

Die Ursprünge des Wasser und Schifffahrtsamts in Verden reichen weit zurück: Bereits vor 150 Jahren begannen die Anfänge des Wasserbaus an Weser und Aller. Im September begeht die Bundesbehörde das große Jubiläum.

Das Wasser und Schifffahrtsamt in Verden wurde zwar erst 1949 ins Leben gerufen, die Keimzelle der Wasserstraßenverwaltung reicht jedoch viel weiter zurück. Am 1. Dezember 1864 wurde in der Stadt eine königlich-hannoversche Wasserbau-Inspektion eingerichtet. Grund genug für einen Festakt am Freitag, 19. September, und einen Tag der offenen Tür am Sonntag, 21. September. Schauplatz ist jeweils die Außenstelle, Am Allerufer 5.

„Im September 1864 wurde die Wasserbau-Inspektion zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Deshalb ist dieser Monat passend für unsere Feier“, sagt Thomas Rumpf, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Verden. Die Bundesbehörde ist zuständig für die Weser von der Bremer Landesgrenze bis Minden und für die Aller von Celle bis zur Mündung in die Weser. Die Leine nimmt eine Sonderstellung ein, da sie zwar fiskalisch auch dem Bund gehört, aber nicht als Verkehrsweg zugelassen ist.

Das war nicht immer so. In früheren Zeiten hatte jede Grafschaft eine eigene Zollstation und unterhielt nur ihren Teil der Schifffahrtswege. „Die Wasserstraßen hatten damals eine wichtige Funktion bei der Versorgung mit Gütern, denn die Landwege waren noch nicht so ausgebaut, wie wir es heute kennen“, sagt Rumpf. Irgendwann habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es besser sei, Flüsse nach einheitlichen Kriterien zu unterhalten. „Also hat man entsprechende Behörden eingerichtet und 1856 die Zollstellen aufgelöst“, erzählt er. Ein weiterer Meilenstein war das Jahr 1921: Die Länder und Königreiche einigten sich darauf, dass das Reich für die Versorgung und Unterhaltung der Wasserwege zuständig ist. Die Bundesrepublik Deutschland übernahm diese Aufgabe 1949 mit eigenen Verwaltungsstrukturen.

Seit jenem Jahr existiert auch das Wasser- und Schifffahrtsamt Verden. „Wir sind als Behörde also wesentlich jünger als das Jubiläum, das wir feiern. Aber die Ursprünge unserer Tätigkeit reichen 150 Jahre zurück“, sagt Thomas Rumpf. Die Einrichtung beschäftigt heute 220 Mitarbeiter an den Standorten Verden, Windheim, Nienburg und Oldau. Zusätzlich gibt es noch einen Bauhof in Hoya. Zuständig sind sie für rund 330 Kilometer Wasserstraße.

Alleine in den vergangenen Jahrzehnten wurde die Struktur der Ämter mehrfach verändert. So gab es anfangs rund 70 Behörden bundesweit, mittlerweile sind es noch 39. Auch im Verdener Zuständigkeitsbereich schrumpfte die Zahl. „Früher wurde die Region von vier Ämtern betreut, jetzt sind nur noch wir übrig geblieben“, sagt Thomas Rumpf. Der Zuständigkeitsbereich der Verdener wuchs etwa durch die Auflösung der Wasser- und Schifffahrtsämter Celle (1969) sowie Minden-Weser (1978) deutlich. Von den ehemals acht Außenbezirken wurden 1983 drei aufgelöst. „Von allen Wasser- und Schifffahrtsämtern an der Weser sind wir das älteste“, sagt Thomas Rumpf stolz. Die anderen seien entweder aufgelöst oder später eingerichtet worden.

Zuständig ist das Wasser- und Schifffahrtsamt dafür, eine witterungsunabhängige Schifffahrt zu gewährleisten. Das gilt für Flüsse und Kanäle. Außerdem fallen Wehre, Liegeplätze, Schöpfwerke, die Beschilderung zur Regelung des Schiffverkehrs und Schleusen sowie die Brücken über Kanäle in den Verantwortungsbereich der Verdener. „Die Brücken über Flüssen sind hingegen Sache der Länder“, so Ulrich Volkmer vom Wasser- und Schifffahrtsamt. Die Kontrollen der Schiffe und Boote hat die Behörde weitgehend an die Wasserschutzpolizei übertragen.

Die Feierlichkeiten zum Jubiläum „150 Jahre Wasserbau in Verden“ starten am Freitag, 19. September, um 11 Uhr mit einem Festakt für geladene Gäste. Grußworte überbringen Landrat Peter Bohlmann und Bürgermeister Lutz Brockmann. Außerdem reden Klaus Wiswe, Landrat des Kreises Celle, Dietmar Rehmann vom Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt und Klaus Wedemeier vom Wirtschaftsverband Weser. Außerdem sind Politiker aus den Wahlkreisen eingeladen, die im Zuständigkeitsbereich liegen. Für musikalische Untermalung sorgt die Big Band des Domgymnasiums Verden.

Für die Öffentlichkeit folgt am Sonntag, 21. September, 11 bis 17 Uhr, ein Tag der offenen Tür, ebenfalls auf dem Gelände der Außenstelle, Am Allerufer 5. „Die Besucher können sich ungezwungen über die Aufgaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes informieren“, kündigt Ulrich Volkmer an. Neben Informationsständen und Schautafeln wird es Filmvorführungen, die Besichtigung von schwimmenden Arbeitsgeräten im Hafen sowie allerlei Vorführungen geben. So wird eine simulierte Havariebergung gezeigt, und die Besucher können kostenlose Bootstouren auf der Aller unternehmen. Über ihre Arbeit informieren das Technische Hilfswerk, die Winser Flößer, die Firma Statkraft sowie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

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