Pflücksaison startet an diesem Donnerstag Heidelbeer-Plantage in Groß Mackenstedt eröffnet

Auf der Heidelbeer-Plantage in Groß Mackenstedt beginnt die Pflücksaison. Durch die Hitze und Trockenheit allerdings wesentlich früher.
04.07.2018, 18:22
Lesedauer: 3 Min
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Heidelbeer-Plantage in Groß Mackenstedt eröffnet
Von Eike Wienbarg

Noch ist der Parkplatz der Heidelbeer-Plantage an der Delmenhorster Straße in Groß Mackenstedt leer. An diesem Donnerstag, 5. Juli, wird sich das aber wohl ändern. Denn um 10 Uhr startet das große Pflücken der süßen, dunkelblauen Früchte. Aber wie bei so vielen landwirtschaftlichen Produkten zurzeit hat das extrem trockene und warme Wetter den traditionellen Ernterhythmus verändert.

„Dieses Jahr ist alles eher fertig“, berichtet Jutta Kuhlenkamp, Inhaberin der Plantage in Groß Mackenstedt. Im Vergleich zum vergangenen Jahr beginne die Heidelbeer-Saison zwei Wochen früher. „Der 5. Juli war noch nie Thema in den vergangenen 16 Jahren“, sagt sie aus Erfahrungen mit der Plantage. So lange kümmert sich Kuhlenkamp gemeinsam mit ihrem Mann Hans-Dieter schon um die rund 4800 Pflanzen auf der zwei Hektar großen Fläche zwischen der Autobahn und dem Mackenstedter Ortskern.

Damit die extreme Trockenheit die Ernte nicht ganz vernichtet, mussten die Pflanzen, die in einzelnen Kübeln stehen, in den vergangenen sechs Wochen regelmäßig gewässert werden. „Jede Woche zweimal“, erzählt Jutta Kuhlenkamp. Dabei würden rund 30 Kubikmeter Wasser verwendet. „Wenn die Heidelbeere erst einmal vertrocknet ist, dann wird daraus auch in nächsten Jahr nichts mehr“, weiß sie zu berichten. Daher also viel frisches Wasser für die Büsche. Damit die Pflanzen dann aber nicht im Wasser stehen, haben die Kübel unten drei Löcher, wo das überschüssige Nass entweichen kann.

Akustische Anlage soll Vögel von Früchten fernhalten

Dabei haben die Kuhlenkamps auf ihrer Plantage auch noch mit den Folgen des vergangenen Jahres zu kämpfen. Dort machte den Heidelbeeren zunächst der Frost zu schaffen, berichtet Jutta Kuhlenkamp. Einige Büsche seien daher in diesem Jahr auch noch ohne Früchte. Des Weiteren erlebten die Inhaber große Verluste durch Stare, die in die Plantage einfielen. Rund die Hälfte der Ernte ging damals verloren. „In diesem Jahr sind es mehr Tauben als Stare“, hat Jutta Kuhlenkamp beobachtet. Um die unliebsamen Gäste von den Beeren fernzuhalten, haben die Plantagen-Inhaber wieder eine akustische Anlage installiert. In regelmäßigen oder auch unregelmäßigen Abständen schallt der Schrei einer Taube, die von einem Greifvogel attackiert wird, über das Feld. „Die Anlage hilft auf jeden Fall“, so Kuhlenkamp.

In der aktuellen Saison ist das Problem aber die Hitze. So seien die Heidelbeeren „schnell gereift“, berichtet Jutta Kuhlenkamp. Normalerweise reichen die Beeren an den Sträuchern immer bis Mitte August. Diesmal allerdings geht sie davon aus, dass die Ernte schneller zu Ende ist. „Ich weiß nicht, ob wir bis Ende Juli durchhalten“, sagt Kuhlenkamp.

Drei Sorten bietet sie auf der Plantage an. „Wir sind eine reine Selbstpflücker-Plantage“, betont sie. Die ersten potenziellen Pflücker hätten bereits angerufen, verrät Kuhlenkamp weiter. Die passionierten Pflücker würden am liebsten schon morgens um 8 Uhr, wenn es noch kühl, ist pflücken, weiß sie zu berichten. Die Plantage in Groß Mackenstedt öffnet aber immer erst um 10 Uhr.

100 bis 200 Besucher am Tag erwartet

Aber auch in der Mittagshitze kommen die Besucher vorbei, berichtet die Inhaberin. Das Publikum sei dabei durchaus gemischt. „Von Jung bis Alt“, sagt Kuhlenkamp. Der Einzugsbereich beschränkt sich aber nicht nur auf die Gemeinde Stuhr. Auch aus Bremen, Delmenhorst, Weyhe, Syke oder Bassum kommen die Kunden nach Groß Mackenstedt. Kuhlenkamp erwartet zwischen 100 und 200 Besuchern pro Tag. „Auf dem Feld verläuft sich das aber“, verspricht sie, dass es nicht zum Gedrängel kommt.

Neben dem Pflückerlebnis bieten Kuhlenkamps ihren Kunden aber auch vorverpackte Heidelbeeren an. Diese kommen allerdings von einer anderen Plantage, sagt Jutta Kuhlenkamp. Außerdem können sich die Hobby-Pflücker mit Getränken und Kuchen stärken. Ein Mais-Labyrinth wie vor zwei Jahren zum letzten Mal wird es diesmal aber wieder nicht geben. „Das ist zu zeitintensiv“, sagt Jutta Kuhlenkamp.

Die Plantagen-Inhaberin empfiehlt den Genuss der Heidelbeere übrigens mit Joghurt oder Quark. „Ungesüßt“, betont Jutta Kuhlenkamp noch. Aber auch im Kuchen oder als Chutney kann sie die Beeren empfehlen. Als Chutney zubereitet, passe das Obst dann gut zum gebackenem Camembert, macht sie Appetit.

Die Heidelbeer-Plantage an der Delmenhorster Straße in Groß Mackenstedt ist ab diesem Donnerstag, 5. Juli, 10 Uhr, geöffnet. Danach ist sie täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der letzte Einlass ist jeweils um 17.30 Uhr. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.heidelbeeren-mackenstedt.de.

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