Einsatzbilanz

Heiße Tage für die Feuerwehr

Hitze und Trockenheit haben im Juli und August auch die Feuerwehr in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen auf Trab gehalten. 109 Einsätze wurden in den zwei Monaten gefahren. Mehr als im Halbjahr davor.
18.09.2018, 10:08
Lesedauer: 2 Min
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Heiße Tage für die Feuerwehr
Von Micha Bustian

Bruchhausen-Vilsen. Es sind die Momente, die niemand erleben will, der jemals eine Feuerwehr-Uniform angezogen hat. Am Donnerstag haben die Brandbekämpfer einen 83-Jährigen aus einem brennenden Haus in Schwarme getragen. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. „Das hatten wir lange nicht mehr“, sagte Michael Ullmann geknickt. Und dabei wollte der Gemeindebrandmeister aus Bruchhausen-Vilsen doch eigentlich gute Nachrichten verbreiten: die Einsatzbilanz der Feuerwehr in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen für das Jahr 2018. Genauer: für den Sommer 2018.

Der Grund für diese Zwischenbilanz ist der heiße und trockene Sommer. Michael Ullmann hat den Jahresverlauf bisher in drei Stücke geteilt. Erstens: von Jahresbeginn bis zum 30. Juni. 105 Einsätze wurden in diesem Halbjahr gezählt. 57 davon hatten mit einem Brand zu tun, der Rest verteilt sich auf technische Hilfeleistungen (32) und Fehlalarme (16). So weit, so normal.

Kommen wir zu den Monaten Juli und August, zu den „ganz heißen Tagen“, wie es Michael Ullmann nennt. „Sehr außergewöhnlich“ findet der Gemeindebrandmeister die nun folgenden Zahlen. 109 Einsätze in zwei Monaten. In Worten: einhundertundneun! 76 davon hatten etwas mit Feuer zu tun. Was auch an den beginnenden Erntearbeiten gelegen haben könnte, denn eine heißgelaufene Ballenpresse im Zusammenspiel mit knochentrockenem Stoppelfeld wächst sich schnell zu einem ausgewachsenen Flächenbrand aus. 19 technische Hilfen kamen hinzu. Und auch ein Teil der 14 Fehlalarme könnte mit der Landwirtschaft zu tun haben. Wofür Ullmann Verständnis hat: „Wenn ein Trecker eine riesige Staubwolke hinter sich herzieht, kann man schon einmal denken, dass es eine Rauchwolke ist.“

Auch im September sind es schon wieder mehr als zehn Einsätze, die die Wehren aus Asendorf, Engeln, Hustedt, Kleinenborstel, Martfeld, Ochtmannien, Süstedt, Schwarme, Uenzen und Bruchhausen-Vilsen gefahren sind. Schon 2017 war für die Flammenbändiger extrem aufwendig. Da allerdings waren die ständigen Regenfälle und Stürme – man denke an Xavier und die vielen umgefallenen Bäume – schuld an der Misere. 263 Einsätze waren es damals, fast 60 mehr als im vorherigen Rekordjahr 2015.

Nun schickt das Hitzejahr 2018 sich an, den Spitzenwert aus dem Vorjahr erneut zu knacken. „Der Vorteil daran ist: Wenn man so viele Einsätze hat, ist man gut im Training. Dann läuft das“, erzählt Michael Ullmann. Da Feuerwehrleute aber Ehrenamtler sind, könnten regelmäßige Einsätze bei ihren Arbeitgebern schlecht ankommen. Und bei den Familien möglicherweise auch. Ullmann weiß das und schickt „einen Riesendank“ an großzügige Unternehmen, Eheleute und Kinder. Für Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann geht der größte Dank aber „an die Kameraden“. Körperlich anstrengend sei ihre Arbeit zeitweise. Und auch „psychisch manchmal nicht ohne“. Man denke an den 83-Jährigen aus Schwarme.

Ein Tag, daran erinnert sich Ralf Rohlfing von der Samtgemeindeverwaltung, sei besonders heftig gewesen. Um 6.20 Uhr hätte eine Brandmeldeanlage ausgelöst, mittags sei ein Unfall mit eingeklemmtem Autofahrer geschehen, zur besten Abendbrotzeit seien die Flammenbändiger zu einem Wald- und Flächenbrand gerufen worden. Und fast um Mitternacht galt es dann auch noch, einen größeren Waldbrand zu löschen.

Was die Brandbekämpfer in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen zusätzlich antreibt: Sie erfahren große Wertschätzung. Aus der Bevölkerung kam eine Spendenaktion mit einem Sparschwein im Rathaus, kürzlich spendierte Vilsa-Brunnen 3000 Euro. „Das Geld nutzen wird für das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager“, erklärt Michael Ullmann.

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