Ganderkesee

Herbstmarkt lockt Besucher an

Ganderkesee. Der Herbstmarkt in Ganderkesee lud in den, für den Verkehr gesperrten Ortskern, zum Flanieren zwischen Rummelplatz und Rathaus ein.
16.09.2013, 04:55
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Antje Rickmeier

Flanieren zwischen Rummelplatz und Rathaus – das war beim Herbstmarkt in Ganderkesee möglich. Die Straßen im Ortskern waren am Wochenende für den Verkehr gesperrt, sodass die Besucher ungehindert vom Festplatz durch die Rathausstraße zum Rathaus schlendern konnten. Karussells und Jahrmarkt-Buden, ein Flohmarkt, Stände, an denen sich Vereine präsentierten, und der zweite Seniorentag lockten viele Besucher an.

Die Kirmes auf dem Festplatz an der Raiffeisenstraße bot die Klassiker unter den Jahrmarkts-Attraktionen: Während die kleinen Besucher in den Autos des Kinderkarussells ihre Runden drehten, lockten Autoscooter und Musik-Express vor allem Jugendliche an. Unter den 18 Fahrgeschäften und Buden waren auch Stände, an denen Bratwurst und Backfisch, Eis, Berliner und Lebkuchenherzen angeboten wurden. In der Mitte des Jahrmarkttrubels gab es einen gemütlichen Platz mit Sitzgelegenheiten und einer Bühne: Dort präsentierten sich junge Nachwuchs-Talente aus der Musikschule dem Publikum. Musik gab es auch entlang der Rathausstraße. Am Sonntagnachmittag trat dort der Stedinger Shanty-Chor auf. Die Sänger aus Lemwerder bekamen viel Applaus für ihre schwungvollen Seemannslieder in deutscher und englischer Sprache.

Unter den Gesang mischten sich Geräusche, die nicht ans Meer, sondern an einen Sommerabend in der Stadt denken ließen. Die auffälligen Rufe von Mauerseglern waren am Stand der Ganderkeseer Ortsgruppe des Nabu zu hören. Mit den Vogelstimmen vom Band informierten die Naturschützer über ihre Arbeit. In den vergangenen Monaten haben sie zwölf Nistkästen für Mauersegler an Häusern angebracht. Durch die Sanierung vieler Gebäude gebe es kaum noch Unterschlupfmöglichkeiten für Mauersegler, erläuterte der Nabu-Vorsitzende Hans Fingerhut. Mit den Klangattrappen werden die Jungvögel zu den Nistkästen gelockt. „Sie sollen sich merken, dass es dort eine Brutmöglichkeit fürs nächste Jahr gibt“, sagte Fingerhut. Doch mit dem Stand wollten die Mitglieder auch Helfer für ihre vielfältigen anderen Aufgaben gewinnen.

Auch der Ganderkeseer Tennisverein nutzte den Herbstmarkt für Werbung in eigener Sache. Die Mitglieder hatten den Marktplatz in einen kleinen Tenniscourt verwandelt. Wer Lust hatte, konnte zu Schläger und Tennisball greifen und mit Trainer Patrick Jersch eine Übungseinheit absolvieren. Der Tennisverein, der sich mit einem verjüngten Vorstand neu aufgestellt hat, wirbt verstärkt um Familien mit Kindern und junge Leute. Schon jetzt seien ein Drittel der Mitglieder Jugendliche, sagte Sprecher Markus Engels. Für den GTV ist es wichtig, dass die jungen Mitglieder ihren Sport vor Ort ausüben können. „Die Kinder gehen zusammen zur Schule und verabreden sich auch zum Tennisspielen.“

Im Ganderkeseer Ortskern ging es am Wochenende aber nicht nur sportlich zu. Viele Besucher nutzten die sonnigen Momente am Sonntag für einen Besuch im Straßencafé. Andere bummelten durch die Geschäfte, die geöffnet hatten. Und auch die zahlreichen Neuwagen, die auf dem Arp-Schnitger-Platz standen, wurden bewundert. Vor dem Rathaus war ebenfalls jede Menge los: An einem kleinen Lagerfeuer konnten Kinder Stockbrot backen. Außerdem parkten Oldtimer-Traktoren der Treckerfreunde Wöschenland auf der Straße. Am Sonnabend litt der Flohmarkt unter dem wechselhaften Wetter, sodass nicht so viele Besucher wie sonst kamen.

Außer dem Herbstmarkt lockte am Sonntag auch der zweite Seniorentag der Gemeinde Ganderkesee Besucher an. 29 Aussteller präsentierten sich im Foyer, im Innenhof und auf den Fluren des Rathauses. Der Behindertenbeirat hatte den Tag mit dem Themenschwerpunkt „Wohnen im Alter“ organisiert. An den Ständen gab es Informationen über Seniorenresidenzen und barrierefreie Wohnungen. Auch Beratungsstellen und Pflegedienste stellten sich vor. Doch es muss nicht immer ein Umzug in ein Heim oder eine Seniorenwohnung sein, wenn der Alltag beschwerlicher wird. Erika Lisson, Rüdiger Laudien und Rolf Geisler vom Seniorenbeirat öffneten ihre „Wunderkiste“, in der sie Hilfsmittel für den Alltag bereithielten – darunter stabile Griffe, die sich an den Fliesen im Bad anbringen lassen.

Beim Seniorentag ging es aber nicht nur um die Schwierigkeiten, die das Alter mit sich bringen kann. „Es soll ein fröhlicher Tag sein“, sagte Erika Lisson. Deshalb gehörten musikalische Darbietungen und ein Vortrag über Aberglauben und „Spökenkiekerei“ zum Programm. Außerdem wurden Kaffee und Kuchen serviert.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+