Erdgasmessungen Hoffnung für Erdgasgegner

Die Deutsche Erdöl AG will östlich von Bremen nach Erdgas suchen. Oder doch nicht? Ein Hinweis des Landtagsabgeordneten Axel Miesner wirft die Frage auf, ob die Pläne Bestand haben.
13.11.2018, 18:27
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von André Fesser und Lars Köppler

In die Debatte über die geplanten Messungen nach Erdgas im Raum Lilienthal und Grasberg könnte Bewegung kommen. Zum einen steht an diesem Mittwoch um 19 Uhr im Grasberger Hof in Grasberg eine Bürgerversammlung an, zu der die Bürgermeister der beiden im Landkreis Osterholz betroffenen Gemeinden eingeladen haben. Zum anderen berichtet der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Miesner in einer Mitteilung vom Dienstag von einem Gespräch mit Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies, das den Gegnern der Messungen Hoffnungen machen dürfte.

Miesner hatte den Minister Ende Oktober schriftlich gebeten, die Dea-Vorstandsvorsitzende Maria Moraeus Hanssen zu bitten, die Aktivitäten in der Gegend einzustellen. Es dürfte demnach zumindest in einer dicht besiedelten Region wie dem Bremer Umland keine Erdgasförderung mehr geben. Zudem habe diese Technik in der Bevölkerung keine Akzeptanz mehr, so der Landtagsabgeordnete in seinem Schreiben an den SPD-Politiker, das der WÜMME-ZEITUNG vorliegt. Anlass für das Schreiben war ein bevorstehendes Treffen zwischen Lies und Hanssen.

In diesem Treffen nun soll die Dea-Chefin gesagt haben, das sie von den geplanten Messungen Abstand nehmen wolle. Dies habe Umweltminister Lies gegenüber Miesner in dessen Funktion als Vorsitzender des Umweltausschusses zum Ausdruck gebracht, teilt Miesner mit. Eine offizielle Bestätigung der Dea stehe aber noch aus, schreibt der CDU-Politiker weiter.

Bei der Dea wiederum will man von einem solchen Planungsstopp nichts wissen. Dea-Sprecher Heinz Oberlach sagte auf Nachfrage, dass es keinen Hinweis auf eine veränderte Lage gebe. Vielmehr wolle er gemeinsam mit einem Geophysiker des Unternehmens am Mittwochabend in Grasberg darlegen, welche Ziele das Unternehmen mit den Messungen verfolge. Wie berichtet, wird auch ein Vertreter des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie zugegen sein.

Die Dea will im Januar und Februar 2019 in acht Messlinien östlich von Bremen seismische Untersuchungen zur Identifizierung von Gaslagerstätten vornehmen. Zur Durchführung der Messungen sollen sogenannte Vibro-Trucks auf privaten und öffentlichen Flächen eingesetzt werden. Betroffen sind die Landkreise Osterholz, Verden und Diepholz. In vielen Gemeinden regt sich bereits Widerstand. So auch in Ottersberg im Landkreis Verden: Der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss hat nach Angaben der Freien Grünen Bürgerliste Ottersberg (FGBO) den Antrag des Unternehmens auf Genehmigung behandelt und abgelehnt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+