Beim ersten Frühlingsfest am Grasberger Standort wirbt die Integrierte Gesamtschule Lilienthal für ihr Konzept ohne Benotung

IGS will mehr sein als nur ein Ort, an dem gelernt wird

Grasberg. Noch gibt es nur einen Jahrgang an der Außenstelle der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lilienthal in Grasberg. Damit sich dies bald ändert, nutzen Schüler und Lehrer das erste Frühlingsfest der IGS, um sich und das Konzept ihrer Schule den Viertklässlern der umliegenden Grundschulen und deren Eltern vorzustellen. Während zweieinhalb Stunden Programms präsentiert sich die Schule mit allen Facetten. Es gibt Spiel und Spaß, Schulführungen, die Präsentation des Lernmaterials und die Gelegenheit, am themenorientierten Projektunterricht (Theo) teilzunehmen.
06.05.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sabine Von Der Decken
IGS will mehr sein als nur ein Ort, an dem gelernt wird

Auch die ganz Kleinen hatten ihren Spaß beim Frühlingsfest der IGS, zum Beispiel beim Bobbycar-Rennen. Voller Elan und Ehrgeiz kurvten die jungen Fahrer durch den Parcours.

V.d. Decken

Grasberg. Noch gibt es nur einen Jahrgang an der Außenstelle der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lilienthal in Grasberg. Damit sich dies bald ändert, nutzen Schüler und Lehrer das erste Frühlingsfest der IGS, um sich und das Konzept ihrer Schule den Viertklässlern der umliegenden Grundschulen und deren Eltern vorzustellen. Während zweieinhalb Stunden Programms präsentiert sich die Schule mit allen Facetten. Es gibt Spiel und Spaß, Schulführungen, die Präsentation des Lernmaterials und die Gelegenheit, am themenorientierten Projektunterricht (Theo) teilzunehmen.

"Wir denken, dass viele Eltern mittlerweile wahrgenommen haben, dass wir an der Schule Spaß haben und dass ernsthaft gearbeitet wird", sagt Schulleiterin Karina Kögel-Renken. Für das Frühlingsfest, das die Funktion eines Tags der offenen Tür ersetzt, stellten sich Lehrer und Schüler der Ganztagsschule auf viele Gespräche ein. Ziel ist es, zu verdeutlichen, dass auch ohne Noten Leistung gefragt ist.

"Es ist sehr viel passiert in diesem ersten Schuljahr", sagt Lukas während seiner Power-Point-Präsentation über die IGS. Er berichtet über die Kennenlernfahrt, Theo-Unterricht, die Struktur der Schule mit 150 Kindern, sieben Schulfächern und 14 Arbeitsgemeinschaften im fünften Jahrgang. Deutlich wird dabei, dass die vom traditionellen pädagogischen Konzept abweichende Ganztagsschule den Kindern Zeit zum Lernen lässt, das IGS-Team sich Zeit zum Zuhören nimmt und die Schule als einen Ort begreift, an dem mehr als nur die Unterrichtszeit gemeinsam verbracht wird. Wichtiges Instrument dabei ist das Logbuch jedes einzelnen Schülers, das als Lerntagebuch für Eltern und Kinder gedacht ist.

"Fördern und fordern" heißt das Konzept, das Dominique Bohnen, die an diesem Tag mit ihrer Klasse zukünftigen Schülern und Eltern Einblicke in den Theo-Unterricht gewährt, ausarbeitete. Eine lernförderliche Umgebung in einer Schulkultur mit festen Regeln sowie eine Lobkultur sind Basis des pädagogischen Konzepts. "Trotz allem Freiraum", so Bohnen, "gibt es klare gemeinsame Stunden mit Gruppen- und Partnerarbeit und Ergebnissicherung." Team- und Konfliktfähigkeit werden durch diese Art des Konzepts unterstützt. Eine Erziehung zum Einzelkämpfer sei in der IGS nicht angestrebt, sagt die junge Lehrerin. War es am Anfang für die Kinder noch schwierig, Lerndefizite zuzugeben, sei es mittlerweile aufgrund der Notenfreiheit viel einfacher geworden, so ihr Fazit. Denn jedes Kind arbeitet auf seinem Lernniveau und es ist dabei egal, ob der Tischnachbar im Basis- oder Sterne-Programm arbeitet.

Ohne Noten zu lernen gefällt Timo sehr viel besser. "Man hat nicht mehr das Gefühl, schlecht zu sein", beschreibt der Fünftklässler das Konzept. Obwohl er nun einen weiteren Schulweg hat, geht er lieber zur Schule und das Lernen macht ihm Spaß. Ohne Druck und mit viel Lob und Unterstützung arbeiten die Schüler in den verschiedenen Programmen.

Eine weitere Unterstützung erhalten die Schüler im kommenden Jahr durch den Besuch der Lernbüro-Planhilfe. 2014 zieht der erste Jahrgang der IGS-Außenstelle als siebte Klassenstufe in die Ganztagsschule nach Lilienthal. "Dort werden wir uns ebenso einfügen wie hier in der Findorffschule in Grasberg", ist sich Karina Kögel-Renken sicher. Platz genug sei für die erste Jahrgangsstufe da, so die Schulleiterin, der Rest werde sich dann finden. "Es gibt nur wenige Hausaufgaben, zwei Stunden sind auf der IGS dafür nicht vorgesehen, verdeutlicht Lehrerin Veronica Schilling.

Noch ist Donald in der Grundschule, hat aber bei dem Bobbycar-Rennen auf dem Pausenhof kräftig mitgemacht. Er freut sich darauf, zur IGS zu wechseln. Bruder Joshua, der seit den Herbstferien die Schule besucht, hat sich in allen Fächern zu 100 Prozent verbessert. Fiel ihm das Lernen auf dem Gymnasium noch schwer, macht es ihm hier viel Spaß.

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