TVL veranstaltet Fackelturnier mit 48 Bogenschützen aus der Umgebung Im Dunkeln ins Gelbe getroffen

Lilienthal. Wer ins Gelbe traf, hatte gute Chancen, einen der zehn Preise zu gewinnen. Aber auch bei wenigen Punkten musste man nicht unbedingt mit leeren Händen abziehen. Dazu war es allerdings nötig, möglichst originell daneben zu schießen. Wenn die Bogensparte des TV Lilienthal ihr Fackelturnier ausrichtet, ist alles etwas anders als sonst bei Bogenwettbewerben - vor allem viel dunkler.
04.10.2011, 05:00
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Von Johannes kessels

Lilienthal. Wer ins Gelbe traf, hatte gute Chancen, einen der zehn Preise zu gewinnen. Aber auch bei wenigen Punkten musste man nicht unbedingt mit leeren Händen abziehen. Dazu war es allerdings nötig, möglichst originell daneben zu schießen. Wenn die Bogensparte des TV Lilienthal ihr Fackelturnier ausrichtet, ist alles etwas anders als sonst bei Bogenwettbewerben - vor allem viel dunkler.

Zwölf Scheiben standen auf dem Bogensportgelände am Schoofmoor, neben jeder Scheibe waren links und rechts eine Fackel aufgestellt. In deren Licht konnte man von der Standlinie 30 Meter vor den Scheiben mehr erahnen als sehen, dass sich innerhalb des inneren, roten Kreises der Scheibe noch ein gelber Punkt befindet. Dort hinein sollten die Pfeile möglichst gehen.

48 Schützen konnte Spartenleiter Stefan Röhr begrüßen. "Wir sind total ausgebucht", erklärt er stolz. Anders als in den Vorjahren schießen TVL-Mitglieder diesmal nicht mit. Vor sieben Jahren hatte Stefan Röhr die Idee zu einem Fackelturnier. "Ich dachte: Mensch, das müsste doch gehen", erzählt er. Er versuchte es, es funktionierte, und dann konnte man ja auch gleich ein Turnier veranstalten. "Das ist jetzt eine Institution", sagt Röhr - jedes Jahr am letzten Freitag des Septembers. An diesem Termin veranstaltet kein anderer Bogensportverein in der näheren und weiteren Umgebung ein Turnier.

Jürgen von Rönn vom SV Wischhafen an der Elbe ist zum ersten Mal in Lilienthal. "Das ist schon eine Herausforderung, im Dunkeln zu schießen", meint er und setzt sich eine Schießbrille auf. Die hat nur ein Glas und wird um die Stirn geschnallt. "Bei einer normalen Brille würden Sie gegen den Nasenbügel blicken", erklärt von Rönn. Beim Schießen stellt man sich nämlich rechtwinklig zur Scheibe auf, schießt also nicht nach vorn, sondern zur Seite - als Rechtshänder nach links, da mit der rechten Hand der Bogen gespannt wird.

Ein raffiniertes Seilsystem

Das ist mit dem Compound-Bogen, mit dem Jürgen von Rönn schießt, nicht allzu schwierig, da die Kraft der Hand durch ein raffiniertes Seilsystem verstärkt wird. Ein Compound-Bogen schießt mit einer Kraft von etwa 50 englischen Pfund, "lbs" abgekürzt und echt englisch "libs" ausgesprochen. "An der Hand haben Sie aber nur 18 libs", erklärt Stefan Röhr.

Da haben es die Schützen mit den anderen beiden Bogensorten schwieriger. Der normale Bogen ist der Recurved, und dann gibt es noch den Blankbogen. Mit einem solchen schießt Ergun Orman vom TSV Lesumstotel. "Ein Blankbogen muss durch einen Ring von zwölf Zentimetern passen", erklärt er; das ist sozusagen das Nadelöhr für Blankbögen, die über keinerlei technische Hilfsmittel verfügen, nicht mal über ein Visier: Man zielt über die Pfeilspitze. Das ist Schießen wie bei Robin Hood.

Der hatte es in seinem Sherwood Forest wahrscheinlich ähnlich duster wie die Schützen beim TVL. Aber die Dunkelheit hat nach Stefan Röhrs Meinung sogar einen Vorteil: "Man wird nicht abgelenkt", findet er. Das galt aber nicht für alle Turnierteilnehmer.

Die TVL-Mitglieder kümmerten sich, während die anderen schossen, um die beiden Kugelgrills, die vor dem Zelt aufgebaut waren, und als zum letzten Mal die beiden Ampeln auf dem Spielfeld auf Rot gesprungen waren und die Schützen ihre Pfeile aus den Scheiben gezogen hatten, konnte das Schießgericht mit der Auswertung beginnen.

Manfred Semke (BSG Osterholz) kam auf den ersten Platz, gefolgt von Jens Thieme (TuS Zeven) und Albert Wahlers (SK Breddorf). Sie erhielten ebenso wie die folgenden sieben eine Fackel als Preis. Eine Fackel erhielt aber auch der Letztplatzierte Helmut Bredehöft: Er hatte das Kunststück fertiggebracht, einen Pfeil durch die Fackel zu jagen, die neben seiner Scheibe stand, und durfte sie jetzt mit nach Hause nehmen.

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