Schüler haben Drehbuch-Workshop gewonnen / Drei Beiträge zum Thema Inklusion entstehen im Kunstunterricht

Im Gymnasium dreht sich alles um den Film

Schüler der 10bf nehmen am landesweiten Kurzfilmwettbewerb „ganz schön anders“ teil, in dem es um das Thema Inklusion geht. Für ihre Ideen haben sie bereits einen Preis gewonnen, jetzt gilt es, aus den Ideen Filme werden zu lassen. Dabei hat gestern der Drehbuchautor Martin Wolf aus Hannover geholfen.
26.09.2013, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Marco Julius

Schüler der 10bf nehmen am landesweiten Kurzfilmwettbewerb „ganz schön anders“ teil, in dem es um das Thema Inklusion geht. Für ihre Ideen haben sie bereits einen Preis gewonnen, jetzt gilt es, aus den Ideen Filme werden zu lassen. Dabei hat gestern der Drehbuchautor Martin Wolf aus Hannover geholfen.

Der Hauptgewinn steht mittendrin und trägt schwarz. Und er ist so etwas wie der Dreh- und Angelpunkt des Tages. Gemeint ist Martin Wolf, Drehbuchautor und Journalist aus Hannover. Er steht gerade mitten unter den Schülern der 10bf des Gymnasiums Ganderkesee. Die nämlich haben ihn gewonnen. Oder besser: einen Filmworkshop mit ihm. Schuld daran hat vor allem Kunstlehrerin Yvonne Sonsalla. Sie hatte die Idee, ihre Schüler am landesweiten Kurzfilmwettbewerb „ganz schön anders“ teilnehmen zu lassen. „Drei Film-Ideen kamen dabei so gut an, dass die Ganderkeseer Schüler Workshops gewonnen haben“, freut sich Sonsalla.

Nach den Herbstferien werden die Schüler von der Kameraführung bis zum digitalen Videoschnitt und zur Vertonung ihres Filmbeitrags alles lernen. Jetzt geht es aber erstmal um die Arbeit an der Idee. Denn das Wichtigste beim Film, das macht Wolf klar, ist die „präzise Planung“. Als Drehbuchautor weiß er: „Jedes Filmprojekt ist zu jeder Phase der Entstehung vom Scheitern bedroht.“ Aber er will den Schülern keine Angst machen. Im Gegenteil: ermutigen trifft es besser.

Die Aufgabenstellung des Wettbewerbs, bei dem Filme von maximal fünf Minuten Länge entstehen sollen, ist klar umrissen und zugleich recht offen. „Es geht darum, dass Filmbeiträge über das Zusammenleben von behinderten und nichtbehinderten Menschen entstehen“, sagt Wolf, gegen Ausgrenzung und für Inklusion und Toleranz. Sonsalla ergänzt: „Das Thema Inklusion rückt in den Schulen immer stärker in den Fokus, das soll mit den Filmen aufgegriffen werden.“

Die Herangehensweise der Schüler ist dabei ganz unterschiedlich. Eine Gruppe hat Ideen für einen Trickfilm entwickelt, eine andere plant einen Dokumentarfilm, der in den Delme-Werkstätten gedreht werden soll. Eine dritte Gruppe arbeitet an einem Werbeclip. Philipp (16), ein Schüler aus der Gruppe, umschreibt die Filmidee wie folgt: „Wir wollen zum Beispiel einen Rollstuhlfahrer zeigen, der vor einer Treppe steht.“ Eine Situation aus dem Alltag, die zeigt, wie schwierig Teilhabe mitunter ist. Der Film solle ganz allgemein für Inklusion werben. Philipp und seine Mitstreiter freuen sich über den etwas anderen Unterricht. Die Möglichkeit, an einem Film zu arbeiten, sei besonders.

Wolf hat dabei stets im Blick, dass sich die Ideen auch umsetzen lassen. „Es geht am Ende nicht um den perfekten Film, uns ist eher die inhaltliche Vision wichtig“, sagt er. Ideen zu fördern, das sei der Ansatz. Landesweit beteiligen sich derzeit über 200 Schüler-Filmteams am inklusiven Filmwettbewerb. Schirmherr ist übrigens Samuel Koch, der seit seinem Unfall in der TV-Show „Wetten, dass..?“ im Rollstuhl sitzt und heute trotz seines Handicaps Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover studiert, Filme dreht und Theater spielt. Der Kurzfilmwettbewerb „ganz schön anders“ wird von Blickwechsel, einem Verein für Medien- und Kulturpädagogik aus Göttingen veranstaltet. Teilnehmen können alle Jugendlichen, die im aktuellen Schuljahr eine neunte oder zehnte Klasse in Niedersachsen besuchen. Außerdem können Förderschüler aus dem achten Jahrgang mitmachen. Wolf betont: „Wichtig ist: auch Filmteams, die an keinem Workshop teilgenommen haben, können Filme einreichen. Einsendeschluss ist der 31. Dezember.“

Kunstlehrerin Sonsalla ist froh über das Angebot. Der Wettbewerb passe genau in das Thema „Bild des Menschen“, das zehnte Klassen in Niedersachsen in diesem Jahr verbindlich auf dem Stundenplan haben.

Wolf feilt mit den Schülern am Konzept. Wie wird aus der Idee ein Drehbuch, wie aus dem Buch ein Drehplan, wie aus dem Plan ein Film? Der Film-Profi ist gespannt auf die Ergebnisse. Von den Ideen zumindest ist er mehr als angetan. Und wer weiß, am Ende gewinnen die Ganderkeseer Schüler vielleicht einen weiteren Hauptpreis. Zu gewinnen gibt es dann nicht mehr Martin Wolf, sondern eine gemeinsame Reise zur Berlinale in die Hauptstadt.

Mehr Informationen rund um den Wettbewerb unter www.ganz-schoen-anders.org oder www.facebook.com/ganzschoenanders.

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