Kartoffelfest lockte über 50000 Besucher nach Delmenhorst / Aussteller und Einzelhändler sind zufrieden Im Namen der Knolle

Mehr als 50000 Besucher drängten sich gestern in der Delmenhorster Innenstadt auf dem jährlich veranstalteten Kartoffelfest. Bei herrlichem Herbstwetter bot die 22. Auflage des ehemaligen Bauernmarktes ihnen kulinarische Leckerbissen rund um die Kartoffel, Musik, Kunsthandwerk und einen verkaufsoffenen Sonntag.
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Im Namen der Knolle
Von Mareike Meyer

Mehr als 50000 Besucher drängten sich gestern in der Delmenhorster Innenstadt auf dem jährlich veranstalteten Kartoffelfest. Bei herrlichem Herbstwetter bot die 22. Auflage des ehemaligen Bauernmarktes ihnen kulinarische Leckerbissen rund um die Kartoffel, Musik, Kunsthandwerk und einen verkaufsoffenen Sonntag.

Kartoffelpuffer, Salzkartoffeln, Bratkartoffeln, Schmorkartoffeln, Kartoffelpüree und noch einige mehr: Es gibt die braune Knolle in vielen verschiedenen Variationen. Beim gestrigen 22. Kartoffelfest in der Delmenhorster Innenstadt musste man besonders für Puffer lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Kein Wunder also, dass sich „The Beetles“ bei ihrem Auftritt vor dem Rathaus zu einem spontanen „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Puffer nicht“ hinreißen ließen. Das Delmenhorster Duo heizte seinen Zuhörern mit Hits aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren ordentlich ein. Außerdem sorgten „Hensen & Blanke“ und „Joe Dalton & Boot Stomping Dancers“ für die musikalische Untermalung des bunten Festes.

Was vor 22 Jahren mit ein paar Bauern und ihren Erdäpfeln begann, hat sich mittlerweile zu einem großen Volksfest gemausert. Natürlich konnte man an einigen Ständen noch immer Kartoffeln kaufen – über 200 verschiedene Arten übrigens – aber auch andere Leckereien und Kunsthandwerk fanden sich unter den etwa 90 Ständen. „Ich dachte, hier gibt es nur ganz viele Kartoffeln. Dass so viele Menschen hier sind, damit habe ich nicht gerechnet“, staunte Martin Kusnatzki. Der 25-Jährige Bremer besuchte erstmals das Kartoffelfest.

Bei elf Grad Celsius und Sonnenschein sah das Stadtmarketing seine Erwartungen von 50000 Besuchern in der Zeit von 11 bis 18 Uhr mehr als erfüllt. „Die 50000 haben wir auf jeden Fall geknackt. Vielleicht“, spekulierte Ines Böse vom Stadtmarketing Delmenhorst, „sogar die 60000. Auf jeden Fall war es voller als im Vorjahr.“

Nicht nur einige der Besucher waren zum ersten Mal bei der Veranstaltung dabei. Beate und Bodo Schreiber standen mit ihren selbst gemachten Taschen, Wärmekissen und Holzbrettern in diesem Jahr erstmals in Delmenhorst. „Wir kommen aus Rotenburg und haben im Internet vom Kartoffelfest gelesen“, erzählte Beate Schreiber. Ihre Taschen mit den verschiedenen bunten Stoffdrucken waren ein echter Hingucker. „Mir haben die normalen Taschen aus dem Supermarkt einfach nicht gefallen, da habe ich mir dann selbst eine gemacht“, berichtete sie. Die Taschen seien dann so gut angenommen worden, dass sie begonnen habe, sie zu verkaufen. 20 Minuten braucht die 58-Jährige, um eine der großen Taschen zu fertigen.

Ihr Ehemann Bodo verkaufte außerdem selbstgemachte Frühstücks- und Servierbretter – hauptsächlich aus Esche und Ahorn. „Das Besondere an den Frühstücksbrettern sind die Eierlöcher für das Frühstücksei. Die Servierbretter haben einen ergonomisch geformten Griff, der besonders gut in der Hand liegt“, sagte er. Beide waren bereits am Mittag sehr zufrieden mit dem Ansturm. „Wir haben heute schon Kunden gehabt, die jetzt über das Internet bei uns bestellen, weil ich so viele Bretter gar nicht dabei habe“, sagte Schreiber.

Aber natürlich waren viele Besucher nicht nur wegen der Handwerker gekommen, sondern auch wegen des leckeren Essens. So wie Helmut Meyer aus Bremen. Der 61-Jährige hatte neben einem Kürbisbrot auch zwei Mettwürste für seine Frau erstanden und freute sich beim Kartoffelfest besonders über den Marktplatz selbst. Obwohl der noch gar nicht fertig ist, lobte er die Veränderung. „Ich war schon über ein Jahr nicht mehr hier. Im Vergleich zu damals sieht der Platz jetzt richtig gut aus“, berichtete er.

Für die kleinen Besucher gab es ein tierisches Rahmenprogramm. Vom Ponyreiten ging es direkt weiter zu den Kaninchenzüchtern I5 Delmenhorst. Dort hatten besonders die kleinen Nager Streicheldienst. Sascha Einemann vom Verein hatte ein Auge auf die Vierbeiner. „Die Tiere können etwa 20 Minuten lang gestreichelt werden, dann brauchen sie wieder Ruhe“, erklärte er. Namen haben die Kaninchen übrigens nicht, es seien immerhin Zucht- und keine Haustiere, sagte Einemann.

Wen weder Handwerk noch Kartoffel interessierte, der hatte gestern zwischen 12 und 17 Uhr die Gelegenheit, durch die Geschäfte zu bummeln. Im ganzen Stadtgebiet beteiligte sich der Einzelhandel am verkaufsoffenen Sonntag. Christian Wüstner, der Sprecher der Kaufleute in der Innenstadt, zog ebenfalls eine positive Bilanz: „Das Wetter war hervorragend und die Stadt voll.“ Auch wenn die meisten eher mit einem Eis als mit einer Einkaufstüte beladen gewesen seien, zeige sich, dass eine solche Veranstaltung funktioniere, „wenn sie über viele Jahre wachsen konnte und eine Hauptattraktion direkt in der Innenstadt ist.“

Eine Fotostrecke zum Kartoffelfest finden Sie unter www.weser-kurier.de/region

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