Spieleentwickler Reinhard Staupe realisiert mit einer tierischen Reihe ein Herzensprojekt

Im Zeichen der Kuh

Reinhard Staupe will Kühe. Nein, das liegt nicht daran, dass der Spieleentwickler seit einigen Jahren in Hellwege und damit im ländlichen Bereich wohnt. Die Kuh-Spielreihe ist ein Projekt, an dem er seit über zehn Jahren tüftelt. Nun soll sie endlich rauskommen – und auf der internationalen Spielemesse in Essen der wachsenden Brett- und Kartenspielgemeinschaft vorgestellt werden.
07.10.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Tina Hayessen
Im Zeichen der Kuh

Seit elf Jahren beschäftigt sich Spieleentwickler Reinhard Staupe mit seiner Kuhreihe, zuletzt an seinem jetzigen Wohnort Hellwege. Nun kommen die drei Spiele endlich raus.

Focke Strangmann

Reinhard Staupe will Kühe. Nein, das liegt nicht daran, dass der Spieleentwickler seit einigen Jahren in Hellwege und damit im ländlichen Bereich wohnt. Die Kuh-Spielreihe ist ein Projekt, an dem er seit über zehn Jahren tüftelt. Nun soll sie endlich rauskommen – und auf der internationalen Spielemesse in Essen der wachsenden Brett- und Kartenspielgemeinschaft vorgestellt werden.

Am Anfang steht die Idee.

Hat Spieleentwickler Reinhard Staupe aus Hellwege eine Überlegung für ein Spielprinzip im Kopf, ist das der erste unter zahlreichen Schritten. Läuft alles richtig gut, endet die Idee mit stapelweise bunten Verpackungen in den Geschäftsregalen – etwa ein paar Kilometer weiter bei Dodenhof. Das hat Staupe mit „Qwixx – Das Kartenspiel“ im vergangenen Jahr geschafft. Nun steht eine weitere ehemalige Idee kurz davor, an die Öffentlichkeit zu treten. Eine Spielreihe mit dem Thema Kuh für zwei Spieler ist ein lang gehegtes Herzensprojekt von Staupe, in diesem Monat wird es bei der internationalen Spielemesse in Essen vorgestellt. Schneiden die Spiele beim Publikum dort gut ab, hat sich der Aufwand für Staupe gelohnt.

Die schwarz-weißen Flecken auf den Schachteln zeigen klar an: Diese Spiele gehören zusammen. Gemeinsamer Nenner auch bei den Namen: Kuh Vadis, Kuhlorado und Zum Kuhkuck heißen die. „Die Wortspiele sind unerschöpflich“, weiß Staupe, der sich schon ein gutes Dutzend davon zur Seite gelegt hat. Nun sind es aber erst einmal drei Spiele, die in der Reihe erscheinen sollen. Schnelle, kleine Spiele sollen es sein, welche, die auch für Einsteiger zu verstehen sind. „Ich mag einfache Sachen“, hält der Spieleentwickler fest. Wobei gerade diese besonders schwierig zu gestalten seien. Das fängt bereits mit den Spielregeln an.

„Man muss schon optisch den Eindruck haben: Das kann ich verstehen“, sagt Staupe und hält einen etwa spielkartengroßen Zettel hoch. Darauf sind die Spielregeln für Kuhlorado zusammengefasst. Wieder und wieder hat er sie kürzer und einfacher formuliert. Die Spielidee: Man erobert sich auf dem Spielblock – gedanklich ist man auf einer Weide – Felder. Dabei braucht es Glück mit den Würfeln, aber auch Risikofreude und taktisches Geschick. Punkte gibt’s zum Schluss für große Landflächen und den Besitz von wertvollen Viehtränken und Randweiden.

Bereits nach dem ersten Versuch ist man gut im Spiel, das schöne an der Grundidee der Reihe: Die Spiele sind leicht zu lernen, die Verpackungen klein – und man spielt zu zweit. Zwar gibt es bereits den einen oder anderen Klassiker für zwei Spieler, aber eben nicht besonders viele. Paare etwa, die gerne im Urlaub ein paar Stunden spielend verbringen wollen oder Menschen, die in der Bar nebenbei mal was anderes als Doppelkopf zocken, sollen hiermit angesprochen werden.

Erzählt Staupe von seinen Kuh-Spielen, merkt man deutlich: Da macht sich jemand über wesentlich mehr Faktoren Gedanken als über eine schöne Spielidee. Wie sieht die Packung im Regal aus? Gibt es eine gute Zielgruppe? Wie teuer darf das Produkt sein? Jetzt arbeitet Staupe zwar vom Hausbüro in Hellwege aus für den Nürnberger Spielkarten Verlag, aber früher hatte er bereits sein eigenes Unternehmen. „Da war ich gezwungen, auch auf andere Bereiche zu gucken“, erklärt Staupe seine Gründlichkeit. So sei etwa „die Illustration super-wichtig“. In der Kuh-Reihe sind es einmal die wiederkehrenden Flecken, die für Staupe essenziell waren, aber auch die Kuhzeichnungen. Etliche Skizzen hatte Illustrator Oliver Freudenreich gezeichnet, um der perfekten Kuh nahezukommen – mal sah sie recht lebensnah aus, mal comicartig, mal mit ganz abstrakter Kopfform. Unglaubliche 344 Seiten mit Layouts und Zeichnungen kamen so zusammen, berichtet Staupe.

Überhaupt ist viel passiert, seit sie da war, die erste Idee. Über elf Jahre hat sich Staupe mal mehr mal weniger intensiv mit der Kuhreihe beschäftigt. Ab dem 16. Oktober zeigt sich bei der Spielemesse, ob Staupe alles richtig vorhergedacht hat – und seine Reihe den Nerv der Spielenden trifft.

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