Achimer Tafel bekommt neues Kühlfahrzeug "Immer mehr Bedürftige"

Achim. Ein neues Kühlfahrzeug – das hat sich die Achimer Tafel schon lange gewünscht. Jetzt - nach 18 Monaten Vorlaufzeit - konnte der gemeinnützige Verein einen VW Transporter in Empfang nehmen.
07.05.2014, 06:00
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Von Esther Nöggerath

Ein neues Kühlfahrzeug – das wünschte sich die Achimer Tafel schon lange. Jetzt - nach 18 Monaten Vorlaufzeit - konnte der gemeinnützige Verein einen VW Transporter in Empfang nehmen. Dieser ersetzt ein älteres Modell, das rund sechs Jahre im Einsatz für die soziale Einrichtung unterwegs war.

Der „Neue“ auf dem Grundstück der Tafel glänzt in frischlackiertem Weiß, neben seinem älteren Kollegen auf dem Parkplatz. Zwei Kühlfahrzeuge besitzt die Tafel in Achim, eines von ihnen wurde jetzt durch den neuen VW Crafter ausgetauscht. Täglich fährt die Tafel mit den beiden Kühlfahrzeugen die Lebensmittel von den örtlichen Supermärkten und Großbetrieben, um sie nach der Sortierung und Aufbereitung im Lager auch an die Ausgabestellen in Oyten-Bassen und Thedinghausen-Lunsen zu liefern.

Insgesamt 24 000 Kilometer würden jedes Jahr an Fahrleistung erbracht, erzählte Vereinsvorsitzender Rainer Kunze bei der offiziellen Übergabe des Fahrzeuges gestern. Die Kosten des weißen Transporters beliefen sich auf 40 000 Euro, die zu 95 Prozent von Spenden gedeckt wurden, die die Tafel in Achim von Lidl-Pfandeinnahmen, der Rotary Stadttombola, der Firma Bauder GmbH & Co KG und der Bremischen Volksbank eG sowie der Volksbank eG Wümme-Wieste erhalten hatte. Kunze bedankte sich mehrfach bei den anwesenden Großsponsoren und nutzte die Gelegenheit, den Vertretern gleich die Lagerräume und ehrenamtlichen Mitarbeiter vorzustellen.

Mit dem neuen Fahrzeug könne der Transport der gespendeten Lebensmittel im gesamten Nordkreis Verden weiterhin sichergestellt werden, hieß es in der Pressemitteilung der Tafel. „Jetzt können wir endlich den Achimern sagen, dass ihre Spende auch angekommen ist“, freute sich Vereinsvorsitzender Rainer Kunze, der schon vermehrt Nachfrage von Lidl-Kunden bezüglich ihrer Pfandspenden erhalten hatte.

Seit 2007 gibt es die Tafel in Achim, derzeit beteiligen sich rund 120 Helfer an der ehrenamtlichen Tätigkeit. Finanziert wird die Tafel ausschließlich von Spenden und Zuschüssen der umliegenden Gemeinden. Die Spendenbereitschaft sei auf einem guten, meist konstanten Niveau, das zur „Spendenhochsaison“ Weihnachten stark ansteige, sagte Team-Mitglied Bruno Kroehn.An Lebensmitteln, die von umliegenden Geschäften an die Tafel gegeben werden, fehle es ebenfalls nicht, erklärte Kunze. „Manchmal ist bei uns mehr Ware als auf dem Bremer Blumenmarkt!“

Dafür komme auf die Tafel aber mehr Arbeit zu. „Die Bedürftigkeit wird immer größer“, berichtete der Vorsitzende. Obwohl es weniger Arbeitslose gebe und die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland günstig seien, steige die Zahl der Tafelnutzer kontinuierlich an. „2013 haben wir rund 20 000 Personen mit gespendeten Lebensmitteln versorgt“, heißt es in der Pressemitteilung. Das sei eine Steigerung um sechs Prozent zum Vorjahr. 450 Familien mit rund 1000 Personen haben das Angebot regelmäßig wahrgenommen. Der Kundenkreis verändere sich, erzählte Rainer Kunze. Es kämen weniger Arbeitslose, aber dafür vermehrt Rentner mit geringem Einkommen, obwohl diese oftmals noch große Hemmungen hätten, an die Tafel heranzutreten. Dass Deutschland mehr Flüchtlinge aufnehme, merke man ebenfalls. Kunze rechnet damit, dass die Anzahl an Asylbewerbern im Kundenkreis noch steige. „Das wird die neue Klientel.“

Während der Kundenkreis stetig wächst, wird die Arbeit für die 120 Mitarbeiter mehr. „Wir sind fast alle 60 plus. Das ist die Generation der ehrenamtlichen Helfer“, betonte Kunze.

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