Gesundheitsamt zieht durch sämtliche vierten Klassen / Vorbeugung vor erstem Sexualkontakt wichtig

Impfung gegen krebsverursachende Viren

Landkreis Oldenburg (ute). In den kommenden Wochen führt das Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg eine Impfaktion in den vierten Klassen aller Grundschulen durch. Dabei geht es unter anderem um die Vorbeugung gegen Infektionen mit Humanen Papillom-Viren (HPV), die Krebs auslösen können.
07.05.2014, 00:00
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Von Ute Winsemann

In den kommenden Wochen führt das Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg eine Impfaktion in den vierten Klassen aller Grundschulen durch. Dabei geht es unter anderem um die Vorbeugung gegen Infektionen mit Humanen Papillom-Viren (HPV), die Krebs auslösen können.

In den Schulen überprüft das Gesundheitsamt den Durchimpfungsgrad aller Kinder im Hinblick auf die von der Ständigen Impfkommission in Deutschland empfohlenen Impfungen. Sollten sich dabei Lücken zeigen, wird den Kindern die Möglichkeit gegeben, die entsprechenden Impfungen nachzuholen. Darüber hinaus werden alle Kinder beraten, welche Impfungen künftig für sie noch notwendig oder sinnvoll sind, und sie erhalten Impfpläne und Informationsmaterialien.

Das Gesundheitsamt rät vor allem Mädchen von zwölf bis 17 Jahren dringend zur HPV-Impfung. In dieser Sache hat sich die Empfehlung der Ständigen Impfkommission offensichtlich noch nicht recht herumgesprochen. Auch fünf Jahre nach dem Start seien in Deutschland nur 52,6 Prozent der Mädchen bis 17 Jahre wenigstens einmal gegen Humane Papillom-Viren geimpft und sogar nur 39,5 Prozent dreifach und damit vollständig, teilte das Gesundheitsamt mit. Das belege eine Studie des Robert-Koch-Instituts. Damit sei die Impfbeteiligung im internationalen Vergleich deutlich niedriger als in vielen europäischen und außereuropäischen Ländern.

Dabei sollte jedes Mädchen vor der Viruserkrankung mit der Folge eines möglichen Gebärmutterhalskrebses geschützt werden, rät das Gesundheitsamt. Von über 100 HPV-Typen befielen etwa 40 die Schleimhäute. Manche verursachen sogenannte Feigwarzen, andere können aber auch Krebs auslösen. Die Viren werden sexuell übertragen. Insgesamt erkranken mehr als zwei Drittel aller Frauen irgendwann an HPV. Bei bestimmten Virentypen könne chronischer Verlauf zu Erbgutveränderung von Zellen und damit zu Krebs führen.

„Nur durch eine Impfung können Frauen geschützt werden“, mahnt das Gesundheitsamt. Mädchen sollten deshalb die Impfung unbedingt noch vor ersten sexuellen Kontakten bekommen.

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