Projekte in Bassum Ein besonderer Haushalt

Die Stadt Bassum hat sich für das Haushaltsjahr 2021 einiges vorgenommen. Rund zwölf Millionen Euro investiert die Lindenstadt in zahlreiche Projekte. Welche das genau sind, das haben wir uns mal angeschaut.
15.02.2021, 15:48
Lesedauer: 3 Min
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Ein besonderer Haushalt
Von Tobias Denne

Bassum. Mit breiter Zustimmung (genauer gesagt: 100 Prozent) wurde der Haushalt der Stadt Bassum in der jüngsten Ratssitzung auf den Weg gebracht. Wie berichtet, investiert die Lindenstadt rund zwölf Millionen Euro in die verschiedensten Projekte. „So eine Summe werden wir so schnell nicht wieder haben“, sagt Kämmerin Anke Schulz über die Größenordnung. Und nicht nur wegen der hohen Summe ist der Haushalt besonders, durch die 1,6 Millionen Euro Minus ist er auch das erste Mal seit rund sechs Jahren das erste Mal nicht ausgeglichen. Durch die Rücklagen ist der Haushalt aber durch den Landkreis Diepholz genehmigungsfähig. Schulz rechnet mit einer positiven Entscheidung bis zum 1. April.

Bürgermeister Christian Porsch hatte schon in der Ratssitzung gesagt, dass keine unnötigen Ausgaben auf dem Plan stehen, sondern es alles Projekte sind, „die wir brauchen“. Das zeigt sich seiner Meinung nach auch daran, dass der Haushalt einstimmig beschlossen wurde. Übrigens noch eine Besonderheit! Das hatte es auch schon ein paar Jahre nicht gegeben. „Der Fokus liegt klar auf der Familienfreundlichkeit. Wir investieren in die Zukunft, damit die Leute hierher ziehen. Wir können uns zwar nicht verdoppeln, aber ein stabiles und gesundes Wachstum wäre gut“, sagt Kämmerin Schulz über die Einwohnerzahl (immer noch knapp über 16.000). Porsch präzisiert: „Es muss ein Dorf bleiben und den Charakter erhalten.“

Und damit die Menschen auch nach Bassum ziehen und dort bleiben wollen, nimmt die Stadt ordentlich Geld in die Hand. So soll etwa endlich das Foyer der Grundschule Mittelstraße (Schallschutz, Beleuchtung: rund 100.000 Euro) angegangen werden, nachdem es im Vorjahr im Nachtragshaushalt herausgenommen wurde. Auch die Alte Schmiede soll saniert und als Ganztagsschule genutzt werden können. Kostenpunkt: 260.000 Euro, wobei ein Zuschuss von rund 170.000 Euro erwartet wird. Darüber hinaus schlägt die Sanierung der Grundschule Nordwohlde mit 140.000 Euro ins Kontor, ebenso wie die Neubauten der Kita Kinder-Reich mit rund drei Millionen Euro und der Krippe in Bramstedt mit knapp 750.000 Euro – bei letzterem rechnet die Stadt mit einem Zuschuss von 180.000 Euro in 2022.

Endlich soll es in diesem Jahr auch mit dem Gewerbegebiet „Vor dem Karrenbruch“ losgehen, die Stadt hat jüngst die Quadratmeterpreise auf 31 Euro festgelegt. „Die Interessenten werden nun angeschrieben, danach wird ein neuer Plan erstellt“, sagt Porsch. Wenn alles wie erhofft funktioniert, dann könnten Richtung Herbst die ersten Bagger anrollen. Für den Herbst wird ebenfalls ein Großprojekt sehnsüchtig erwartet: der Radweg an der Landesstraße 332 von und nach Neubruchhausen. Dieser steht mit 1,7 Millionen Euro im Haushalt (Zuschuss: 500.000 Euro), der Geh- und Radweg nach Harpstedt kommt mit 85.000 Euro in den Plan.

Darüber hinaus wird der Feuerwehrbedarfsplan weiter umgesetzt. Das Haus in Dimhausen wird geplant (25.000 Euro), die Wehr erhält noch ein Tanklöschfahrzeug (390.000 Euro), die Kameraden in Bramstedt zum einen ein fertiges Feuerwehrhaus (1,5 Millionen Euro) und einen Gerätewagen (270.000 Euro). Außerdem ist die Wehr in Groß Ringmar an der Reihe mit einem neuen Domizil (Planung: 25.000 Euro). Der Winterrasenplatz (260.000 Euro) darf natürlich genau so wenig fehlen wie die Arbeiten am Naturbad (1,8 Millionen Euro) und die Sanierung der Sporthalle Bramstedt für rund 360.000 Euro.

Angesichts der Corona-Pandemie freuen sich Schulz und Porsch darüber, dass es Bassum besser geht als zunächst befürchtet. „Wir sind bis jetzt mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Porsch und hofft, dass das auch so bleiben wird. Für die künftigen Jahre – ohne der neuen Legislaturperiode vorwegzugreifen – sieht der Bürgermeister vor allem den Klimaschutz als einen Bereich an, in dem Bassum mehr machen kann. Stichwort: Neubaugebiete, Gewerbegebiete und Flächenverbrauch. Wie der Verwaltungs-Chef anmerkt, darf dabei natürlich auch der soziale Aspekt nicht hinten herunterfallen. Vielleicht ist der Fokus nur nicht so extrem wie bei diesem Haushalt.

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