Boris Pistorius war zu Besuch in Weyhe / Gespräch über Gewalttat und ihre Folgen

Innenminister lobt bisherige Aufarbeitung

Weyhe. Hoher Besuch, trauriger Anlass: Weyhes Bürgermeister Frank Lemmermann empfing gestern Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) im Rathaus, um ihm von der Anteilnahme, aber auch den Problemen in der Gemeinde nach dem gewaltsamen Tod des 25-jährigen Streitschlichters Daniel S. zu berichten. Der Minister: "Ich wollte mir selbst ein Bild machen, mit den Betroffenen sprechen, die mit den Folgen dieser schrecklichen Tat leben müssen." Mehrere Stunden informierte sich Pistorius in einem nicht-öffentlichen Gespräch mit Vertretern unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche darüber, was in den vergangenen Wochen passiert war.
26.03.2013, 05:00
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Innenminister lobt bisherige Aufarbeitung
Von Sebastian Kelm

Weyhe. Hoher Besuch, trauriger Anlass: Weyhes Bürgermeister Frank Lemmermann empfing gestern Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) im Rathaus, um ihm von der Anteilnahme, aber auch den Problemen in der Gemeinde nach dem gewaltsamen Tod des 25-jährigen Streitschlichters Daniel S. zu berichten. Der Minister: "Ich wollte mir selbst ein Bild machen, mit den Betroffenen sprechen, die mit den Folgen dieser schrecklichen Tat leben müssen." Mehrere Stunden informierte sich Pistorius in einem nicht-öffentlichen Gespräch mit Vertretern unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche darüber, was in den vergangenen Wochen passiert war.

Nicht zuletzt sei er gekommen, um den Menschen in Weyhe Anerkennung zu zollen, so Pistorius. Er finde, die Bewältigung der sich zuletzt überschlagenden Geschehnisse habe hier bislang vorbildlich funktioniert – auch mit Blick auf die Mahnwachen und den Umgang mit Demonstrationen von Rechtsextremen.

Fertige Lösungen, wie weiter mit der Situation umgegangen werden könne, habe er aus Hannover aber nicht mitgebracht, stellte er klar. "Gute Ratschläge gibt es kostenlos, leider sind die oft auch umsonst", sagte der Innenminister. Ähnlich fassungslos wie über die Gewalttat zeigte er sich über die Anfeindungen, die die Gemeinde derzeit über sich ergehen lassen müsse. Über 1000 Schmähschriften, vor allem gerichtet an die Verwaltung und meist abgesendet durch Personen mit einem rechtsradikalen Hintergrund, sollen bislang gezählt worden sein.

Nicht zuletzt deshalb wurde Boris Pistorius nach Weyhe begleitet von Maren Brandenburger, die neue niedersächsische Verfassungsschutzpräsidentin. Sie erklärte, ihrer Behörde seien in Weyhe keine auffälligen Strukturen bekannt – weder aus der rechten Szene noch von Zuwanderergruppen. In Sachen Integration bescheinigte sie der Wesergemeinde zudem, "auf einem guten Weg" zu sein.

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