Klostersommer verspricht außergewöhnliches Theater mit behinderten Schauspielern und Konzert mit sizilianischer Sängerin Integration auf der Bühne und unter den Zuschauern

Hude. Dass gerade das nicht Perfekte, Beschädigte besonders interessant sein kann, lässt sich unter anderem an der Attraktivität der Huder Klosterruine ablesen. Insofern ist es vielleicht besonders passend, dass vor ihr als Kulisse im Klostersommer diesmal auch alles andere als perfekte Menschen im Mittelpunkt stehen: Den ersten Abend bestreitet das integrative Theater Ramba-Zamba aus Berlin, bei dem Menschen mit und ohne geistige oder andere Behinderungen gemeinsam auf der Bühne stehen. Am zweiten Abend folgt ein Konzert mit der sizilianischen Sängerin Etta Scollo.
02.07.2011, 05:00
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Von Ute Winsemann

Hude. Dass gerade das nicht Perfekte, Beschädigte besonders interessant sein kann, lässt sich unter anderem an der Attraktivität der Huder Klosterruine ablesen. Insofern ist es vielleicht besonders passend, dass vor ihr als Kulisse im Klostersommer diesmal auch alles andere als perfekte Menschen im Mittelpunkt stehen: Den ersten Abend bestreitet das integrative Theater Ramba-Zamba aus Berlin, bei dem Menschen mit und ohne geistige oder andere Behinderungen gemeinsam auf der Bühne stehen. Am zweiten Abend folgt ein Konzert mit der sizilianischen Sängerin Etta Scollo.

Ramba-Zamba sei "etwas ganz Besonderes", verspricht Carola Thurow vom Kulturverein Impuls, der das Freiluft-Wochenende zum 14. Mal organisiert. "Man muss sich auf den Spaß einlassen." In der "Weiberrevue", in der Nele Winkler einer Traumfrau nach der anderen begegnet und so allmählich ihr Bild vom eigenen Frau-Sein entwickelt, sprechen, singen und tanzen die 13 Schauspieler, die von einer vierköpfigen Band begleitet werden. Soweit alles ganz normal. Aber eben auch nicht. Die Eigenbezeichnung "das total verrückte Theater" stimme schon irgendwie, findet Thurow. Da werde auch mal ganz spontan auf der Bühne entschieden, wer diesmal welche Rolle spielt. Vieles sei sehr viel unmittelbarer. "Man muss seine eigenen Begriffe von Normalität und Behinderung hinter sich lassen", meint Vorstands-Kollegin Monika Rundel-Tegtmeyer. So werde das Schlagwort Integration tatsächlich mit Leben gefüllt.

Und das nicht nur auf der Bühne, sondern auch unter den Zuschauern. Unterstützt vom Lions-Club Oldenburger Geest legen die Veranstalter Wert darauf, dass möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen an dem Abend dabei sind. Die Lions haben deshalb Behinderten-Organisationen und Einrichtungen von Bremen bis Oldenburg auf das Angebot aufmerksam gemacht, organisieren bei Bedarf den Transport und übernehmen auch das Eintrittsgeld. Mehr als 200 Anmeldungen lägen bereits vor, berichtete Rundel-Tegtmeyer erfreut und überrascht von der Resonanz. Außer von den Lions, die sich nebenbei noch um die Bewirtung sämtlicher Besucher kümmern, wird der Klostersommer auch wieder von der Volksbank-Ganderkesee-Hude unterstützt. Ohne deren frühzeitige Zusage wäre es gar nicht möglich, Ramba-Zamba nach Hude zu bekommen, sagt Rundel-Tegtmeyer.

Und wohl auch Etta Scollo nicht. Auf ihrer vor einigen Wochen begonnenen Tournee war die italienische Sängerin samt vierköpfiger Band mit Akkordeon, Klavier, Gitarre und Cello zwar schon in Bremen und Oldenburg. Doch Sorgen, dass deswegen nicht genug Publikum nach Hude kommt, haben die Impuls-Aktiven nicht. Schließlich sei eine Freiluft-Veranstaltung in der Kloster-Atmosphäre immer etwas ganz Besonderes. Die gebürtige Sizilianerin, die seit rund 20 Jahren in Deutschland lebt, legt den Schwerpunkt diesmal auf italienischen Pop und Jazz des 20. Jahrhunderts.

Ramba-Zamba ist am Freitag, 12. August, in Hude zu Gast, Etta Scollo am Sonnabend, 13. August. Los geht es jeweils um 20 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. Karten gibt es bei Nordwest-Ticket und im Musikhaus "Brass and more", Hermann-Löns-Weg 5. Das Bürger-Servicebüro ist diesmal keine Vorverkaufsstelle.

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