Rock den Deich

Interview mit drei Hobbymusikern

Three and a half Pint: So heißt die Band von drei Hobbymusikern, die am 18. August das zehnte Rock-den-Deich-Festival um 14 Uhr eröffnen.
13.08.2018, 22:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Alexander Bösch
Interview mit drei Hobbymusikern

Three and a half Pint: Drei Hobbymusiker aus Bremen eröffnen am 18. August um 14 Uhr musikalisch das Rock-den-Deich-Festival.

Three and a half Pint

Die Mitglieder von Three and a half Pint nennen sich Matz Pint, Denni Pint und Olli Pint. Sind Sie miteinander verwandt?

Matz Pint: Nein gar nicht, wir sind Hobbymusiker und kennen uns schon länger. Der Name lehnt sich eher an die englische Maßeinheit Pint für Bier an. Das ist irgendwann mal im Scherz bei der Namensfindung entstanden. Wir haben auch mal als Spaßvariante erzählt, dass wir uns angesichts unserer geringen Gage ein Bier teilen müssen.

Three and a half Pint spielt seit der Gründung im Jahr 2009 „Handgezapften Country Folk für Sie und ihn“. Wie entstand die Idee?

Olli und ich kannten uns schon von der Band Jester‘s Mind, in der wir immer noch spielen. Irgendwann kam die Idee auf, ein akustisches Trio zu gründen mit zwei Gitarren. Denni ist wiederum ein Arbeitskollege von Olli, den haben wir dann mit ins Boot geholt. Inzwischen können wir uns keine andere Konstellation als diese vorstellen, wir harmonieren einfach ideal miteinander.

Im Repertoire der Band sind Titel wie „Cottonfields“ von Creedence Clearwater Revival, Steve Harleys „Come up and see me“ aber auch „Flyin‘“ von der dänischen Band Nice Little Penguins. Wie kommen die Songauswahl und die Arrangements zustande?

Wir haben zum Glück alle einen ähnlichen Geschmack. Wir probieren, an welchen Stellen zwei- oder mehrstimmiger Gesang besser klingt. So lang, bis es passt und wir den Titeln unseren speziellen Stempel aufgedrückt haben. Im Keller von Denni wird geprobt, er spielt den Akustikbass und Cajon, also den Kistenbass. Denni ist ohnehin der „Godfather of Music“ und für den Rhythmus zuständig. Denni bastelt uns die tollsten Arrangements und er kann auf Zuruf einfach alles spielen.

Gab es mal eine Option für deutschen Gesang?

Nein, für uns stand von vornherein fest, auf Englisch zu singen. Genauso, wie feststand, dass wir von „selbstgeklöppelten Titeln“ die Finger lassen und uns auf Coversongs kaprizieren. Was wir gern ab und an machen, ist, einen Titel bewusst nicht anzukündigen und zu schauen, wie die Leute reagieren. Oder wir mischen zwei völlig unterschiedliche Lieder wie „Black Betty“ von Ram Jam und den alten Doo-Wop Song „Ramalama Ding Dong“.

Songs, die jungen Zuschauern vielleicht nicht unbedingt bekannt sind.

In all den Jahren haben wir eigentlich von älteren und jungen Rockfans immer positives Feedback bekommen. Zumal junge Leute oft erstaunliche Repertoirekenntnisse haben. Unsere Fans sind ohnehin von acht bis 80!

Ist ein Gig besonders in Erinnerung geblieben?

Oh ja! Wir sollten einmal bei einem Frühschoppen in der Waldbühne im Bürgerpark auftreten und hatten uns auf richtig viel Publikum gefreut. Über Nacht war allerdings die Heizung ausgefallen. Letztlich haben dann gerade noch fünf oder sechs Leute ausgeharrt. Das war uns aber egal, wir haben das durchgezogen, auch bei Minusgraden.

Wie wäre es, wenn einer Ihrer musikalischen Heroen mal mit der Band singen würde?

Das wäre natürlich eine tolle Vorstellung, wenn einer der Idole, deren Songs man covert, plötzlich mit einem auf der Bühne stehen würde. Aber ein konkreter favorisierter Sänger fällt mir da gerade gar nicht ein.

Gibt es bestimmte Songs, die man lassen sollte, weil sie im original unschlagbar sind?

Ja, auf so etwas achtet man natürlich, wenn man „vom Fach“ ist und sich andere Bands anhört. „Bohemian Rhapsody“ von Queen ist so ein Titel, da kann man nur verlieren.

Zum Bistro Journal haben Sie eine besondere Verbindung. Beim Rock-den-Deich-Festival war die Band noch nie.

Ich helfe im Journal oft der Inhaberin Gaby Laabs aus, wir sind seit Langem befreundet. Gundmar Köster vom Rock-den-Deich-Team hatte öfter angefragt, ob wir spielen wollen. Ich habe immer gesagt, dass wir auf ein Rockfestival nicht so gut hinpassen als reine Akustikband. Zum zehnten Jubiläum haben wir dann aber doch zugesagt. Ich glaube, das ist ein guter Einsteig – zumal es ja ab 13 Uhr jede Menge Freibier gibt.

Das Interview führte Alexander Bösch.

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Three and a half Pint

Drei Hobbymusiker aus Bremen eröffnen am Sonnabend, 18. August, 14 Uhr, die zehnte Ausgabe Rock den Deich. Sänger und Gitarrist Matz Pint freut sich, erstmals dabei zu sein.

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