Wieder ein offenes Feuer auf dem Warflether Sand / Außerdem jede Menge Müll und Sachbeschädigung

Jagdpächter befürchtet erneuten Flächenbrand

Berne. Carsten Mohr ist entsetzt. Kaum scheint wieder die Sonne, gibt es neuen Ärger mit einem Lagerfeuer und hinterlassenem Müll auf dem Warflether Sand. Mohr, Naturfreund aus Ganspe, nutzt die Region vor seiner Haustür gerne für Spaziergänge, und ein Müllsack gehört längst zu seinem Gepäck. Was er jetzt auf dem Warflether Sand vorfand, übertraf seine schlimmsten Befürchtungen jedoch weit.
16.05.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Hannelore Johannesdotter
Jagdpächter befürchtet erneuten Flächenbrand

"Ein großes Lagerfeuer", vermutet Carsten Mohr angesichts der angekohlten Baumstämme. Die Durchstiegsklappe vom Leuchtturm, die Ute Röver-Behrends hält, landete ebenfalls im Feuer.

Hjo

Berne. Carsten Mohr ist entsetzt. Kaum scheint wieder die Sonne, gibt es neuen Ärger mit einem Lagerfeuer und hinterlassenem Müll auf dem Warflether Sand. Mohr, Naturfreund aus Ganspe, nutzt die Region vor seiner Haustür gerne für Spaziergänge, und ein Müllsack gehört längst zu seinem Gepäck. Was er jetzt auf dem Warflether Sand vorfand, übertraf seine schlimmsten Befürchtungen jedoch weit.

"Abfall ohne Ende, ein großes Lagerfeuer und darum herum auf rund 200 Quadratmetern alles voller Müll", beschreibt er den Anblick, der sich ihm in diesen Tagen bot. "Es muss eine größere Gruppe mit Kindern gewesen sein", vermutet Carsten Mohr angesichts der verkohlten Rückstände in der Asche.

"Die müssen versucht haben, ihren Müll durch Verbrennen zu beseitigen", bemerkt der Gansper und zeigt vor, was er alles aus dem Aschehaufen herausgeholt hat: Zerschlagene Wodka- und Rumflaschen, geschmolzene Plastikbecher und Bestecke, ein Bierfass, Batterien, ein großer und drei kleinere Einweggrills und sogar ein tragbares CD-Gerät mit Lautsprecherboxen. Dass auch Kinder an der Party teilgenommen haben müssen, schließt Mohr aus verkohlten Kinderschippen und weggeworfenen Verpackungen von Barbiepuppen.

Letztendlich landete eine gewaltsam abgebrochene Durchstiegsklappe aus Eisen im Feuer. Sie stammt von der Plattform des Schwarzen Leuchtturms am Warflether Sand. Mohr brachte sie zusammen mit Ute Röver-Behrends vom Leuchtturm-Verein in Sicherheit, damit nicht noch jemand auf die Idee kommt, sie in der Weser zu versenken.

Carsten Mohr wünscht sich natürlich, dass alle Besucher des Sandes ihren Müll auch mitnehmen. Aber er ist auch Realist und weiß, dass Appelle an die Vernunft kaum fruchten. Deshalb regt er an, die Gemeinde möge wenigstens fünf Mülltonnen aufstellen und sie auch regelmäßig leeren. "Dann hätten die Leute die Möglichkeit, ihren Müll an geeigneten Stellen zu hinterlassen." Auch fände er es gut, wenn die Polizei "an prägnanten Tagen" Kontrollen vornehmen würde.

"Die Polizei geht allen Hinweisen nach", teilt Fachbereichsleiter Michael Heibült vom Berner Ordnungsamt mit. Allerdings sei sie personell nicht in der Lage, ständig Kontrollen vorzunehmen. Es müsse schon konkrete Hinweise geben. Wie in der Vergangenheit beispielsweise am Rönnebecker Weserufer oder vom Personal der Fähre zwischen Berne und Farge. Mülltonnen werde die Gemeinde Berne sicherlich nicht aufstellen. Heibült: "Da kämen wir mit dem Abfahren nicht nach."

Jagdpächter Michael Kuik sieht bei Trockenheit und Wind die Gefahr, dass ein großes Lagerfeuer auf dem Warflether Sand "schnell mal außer Kontrolle" geraten könne. "Der Strandhafer brennt wie Zunder", gibt er zu bedenken. Seine Sorge kommt nicht von ungefähr, schließlich hat es Ostern 2011 schon einen Flächenbrand auf dem Warflether Sand gegeben – ausgelöst durch unachtsamen Umgang mit Feuer.

Rückblickend auf 2012 bilanziert Michael Kuik jedoch einen Rückgang der Müllmengen, nachdem sich im Jahr zuvor ein "Runder Tisch Juliusplate und Warflether Sand" mit der Problematik des häufig besuchten Ausflugszieles beschäftigt hatte.

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