Internationale ADAC-Oldtimer- und Classic-Rallye der Stadt Verden / 122 Fahrzeuge am Start

Jaguare, Käfer und Pferdestärken

Die Internationale ADAC-Oldtimer- und Classic-Rallye begann und endete am Sonnabend in Schafwinkel. 122 Wagen, zuvor auf Hochglanz poliert, waren gemeldet, die stolzen Besitzer angetreten, während des Rundkurses verschiedene Aufgaben zu lösen. Um Schnelligkeit ging es dabei nicht.
18.08.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von GISELA ENDERS

Die Internationale ADAC-Oldtimer- und Classic-Rallye begann und endete am Sonnabend in Schafwinkel. 122 Wagen, zuvor auf Hochglanz poliert, waren gemeldet, die stolzen Besitzer angetreten, während des Rundkurses verschiedene Aufgaben zu lösen. Um Schnelligkeit ging es dabei nicht.

Der Automobilclub Verden im ADAC hatte geladen, und viele Liebhaber älterer Automodelle waren seiner Einladung gefolgt. Nach einem gemeinsamen Frühstück im Landhaus Badenhoop starteten die Fahrer von 122 Automobilen im Minutentakt mit Ziel Ehmken Hoff in Dörverden. Das Feld wurde in drei Gruppen unterteilt. So gab es neben der „Touristischen Ausfahrt“ und der „Sportlichen Ausfahrt“ auch die „Oldtimer Ausfahrt“. In dieser Kategorie, die unter dem Motto „Wandern mit dem Oldtimer“ unterwegs war, galt es lediglich, eine vorgezeichnete Strecke in einer bestimmten Geschwindigkeit abzufahren – ohne Stress und besondere Aufgaben.

Die Fahrer der Kategorie „Touristische Ausfahrt“ hatten da schon etwas mehr zu beachten, und den Absolventen der „Sportlichen Ausfahrt“ waren zuvor verschiedene Auflagen gemacht worden. Zur Orientierung während der Fahrt dienten farbig markierte Streckenabschnitte im ausgehändigten Bordbuch. Gleichmäßigkeitsprüfungen zur Überwachung der vorgeschriebenen Durchschnittsgeschwindigkeit wurden angestellt, Orientierungsaufgaben mussten präzise gelöst werden. Wer den Ehmken Hoff erreicht hatte, konnte sich dort ein Mittagessen schmecken lassen, bevor auf einer anderen Route Schafwinkel erneut das Ziel war.

Tina Neuelmann-Kugler, Sportleiterin des AC Verden, leitete das Spektakel, unterstützt von vielen ehrenamtlichen Helfern. Zahlreiche Besucher waren auf dem Freigelände des Ehmken Hoff erschienen, um sich die wertvollen Karossen aus der Nähe anzuschauen. Ganz besonders ins Auge fiel dabei ein weinroter Jaguar XK 140 OTS, Baujahr 1955. „OTS steht für „Open Two Seater“, erklärte Wolfgang Ahrens aus Bremen die Bezeichnung für sein luxuriöses Cabrio. Zwei Jahre lang seien er und seine Frau Nicole quer durch Europa gereist auf der Suche nach diesem Fahrzeugtyp, bevor sie fündig wurden. Seit fünf Jahren gehöre der Wagen nun ihnen, führte er weiter aus, und „wenn wir das Garagentor öffnen, freuen wir uns jedes Mal“.

Nicht minder auffällig kam ein weiteres Cabrio daher: der zitronengelbe Opel Rekord des Dörverdeners Wulf Gente. „Ich habe den Wagen vor vier Jahren aus Schweden importiert und nehme gelegentlich an Veranstaltungen wie dieser teil“, berichtete er. Ansonsten werde das gute Stück nur bei schönem Wetter bewegt. Zu weiteren Details befragt, äußerte sich Gente auch zum Wert des 1956 gebauten Oldtimers: „Der kostet etwa so viel wie ein neuer VW Golf“. Als Limousine falle er preislich dagegen jedoch deutlich ab. Alle Reparaturen an dem Fahrzeug habe er selbst vorgenommen – und auch schon mal den Motor auseinander genommen.

„Dieser Wagentyp hat mich durch die Kindheit begleitet, meine Eltern fuhren das gleiche Modell“, blickte der Arzt in die Vergangenheit zurück und stellte dann seinen Beifahrer vor: Max, einen Golden Retriever, der, mit einer speziellen Brille auf der Hundenase, bei den sommerlichen Ausfahrten stets dabei sei. Und noch ein paar technische Details gab der Dörverdener preis: „Der Oldtimer bringt es bei einem Verbrauch von acht bis neun Litern auf 120 Kilometer pro Stunde“. Etwas Besonderes sei der Scheibenwischer, der an den Motor angeschlossen ist und daher geschwindigkeitsabhängig arbeite.

Nicht ganz so spektakulär wirkte der gepflegte „chinchilla-graue“ Käfer von Frank Meyer. Nur 111 000 Kilometer hat der Volkswagen, der 1970 gebaut wurde, in 44 Jahren zurückgelegt. „Bis 1987 war er täglich im Einsatz, danach hat er vier Jahre gestanden und ist 1991 wieder zugelassen worden“. Nach dem Wert des aufwendig restaurierten Autos befragt, gab es eine schnelle Auskunft, bevor der Motor wieder angelassen wurde: „Unbezahlbar, das ist der Wagen meiner Mutter“.

Im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens wurden die Namen der Rallye-Sieger bekannt gegeben. In der Gruppe „Touristische Ausfahrt“ hatte Joachim Böttcher die Nase vorn. Sein NSU TT war im Jahr 1969 gebaut worden. Gewinner der „Sportlichen Ausfahrt“ wurde Hartmut Hattenhorst, der in einem Opel Kadett GT/E von 1977 angetreten war. Das älteste Fahrzeug gehörte Günter Kühn – ein Citroen B2 Torpedo – erbaut kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im Jahr 1920.

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