Internationales Kammermusikfest

Kammermusik auf höchstem Niveau

Der Kartenverkauf für die Maiklänge des Domgymnasiums hat begonnen. Die Werke der großen Komponisten vergangener Zeiten treffen dabei auf hochkarätige Musiker der Gegenwart.
19.12.2018, 10:49
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Von Ivonne Wüsthof
Kammermusik auf höchstem Niveau

Freut sich auf das Kammermusikfest Maiklänge im Domgymnasium: der ehemalige Schüler und heutige künstlerische Leiter, Nabil Shehata.

Braunschädel

Verden. Es sei schon ein Alleinstellungsmerkmal für Verden, sind sich Nabil Shehata und Michael Spöring über das seit 2017 jährlich stattfindende internationale Kammermusikfest, die Maiklänge, einig. Und das sagen die beiden Herren nicht nur als ehemalige Schüler, sondern auch als Mitorganisatoren dieser außergewöhnlichen Veranstaltung.

„Es ist ganz anders als ein normales Konzert“, verspricht der renommierte Kontrabassist und Dirigent Shehata. Die Werke der großen Komponisten vergangener Zeiten treffen dabei auf hochkarätige Musiker der Gegenwart. Der Initiator des Musikfestes verspricht: „Das ist nicht nur Musik auf höchstem Niveau, sondern auch Musik zum Anfassen.“ Und das bereits erarbeitet Programm kann es durchaus mit den großen Konzerten seiner Art aufnehmen.

So hat Nabil Shehata für das Eröffnungskonzert am Freitag, 24. Mai, mit Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart, Clara Schumann und Johannes Brahms eine ganze exklusive Auswahl zusammengestellt. „Offene Zweierbeziehungen“ lautet der Titel der musikalischen Vernissage, der nicht nur in melodischem Sinne zutrifft. So lassen sich in Brahms Kompositionen viele gegensätzliche Paare entdecken, wie der gemeinsame Einsatz von Cello und Kontrabass, der im Streichsextett in B-Dur zur Eröffnung zu hören sein wird. „Brahms war aber auch ein Bekannter der Schumanns und war später auch mit Clara Schumann verbandelt“, erklärt Michael Spöring die Doppeldeutigkeit der Zweierbeziehungen.

Am zweiten Veranstaltungstag wartet eine festliche Soirée auf die Konzertgänger. „Selige Sehnsucht“ betitelten die Organisatoren den Sonnabend. Das Programm an diesem Abend ist gekennzeichnet durch eine virtuose Mischung aus Klavier, Streichern und Bläsern, die neben einem Brahm'schen Klarinettenquintett auch ein Klavierquintett der lange vergessenen, französischen Komponistin Louise Farrenc sowie den Fantasiestücken von Robert Schumann darbieten.

Der Höhepunkt des dritten internationalen Kammermusikfestes findet dann am Sonntag, 26. Mai, statt. Die Matinée „Südlich der Alpen“ widmet sich der italienischen Kammermusik. Neben einem Duett von Gioacchino Rossini, dem Piccolo Valzer von Puccini, einem Klarinettentrio von Nino Rota und dem Gran Quintetto des Komponisten Giovanni Bottesini, gehört auch Hugo Wolfs Italienische Serenade zu den Programmtiteln am Vormittag. Spöring bezeichnet die Matinée als „wunderschöne leichte Kost, die einer Reise durch Italien gleicht.“

Nabil Shehata als musikalischem Leiter des Konzertes war es wichtig, auch innerhalb des Programmes Kontraste zu schaffen. „Das große Abschlusskonzert zeichnet sich durch eine wesentlich ernstere Musik in einer ungewöhnlichen Zusammenstellung aus“, erklärt er. Anlässlich des Beginns des Zeiten Weltkrieges im September 2019 beschäftigt sich das Abschlusskonzert mit der Musik aus dieser Zeit. „Wir wollen auch ein Stück Erinnerungskultur leisten und haben deshalb die moderne Musik mit aufgenommen“, erläutert Shehata die doch eher ungewöhnliche Themenwahl. Mit Gideon Klein und Erwin Schulhoff hat der künstlerische Leiter auch die Werke zweier Komponisten mit einbezogen, welche selbst damals deportiert wurden.

Ebenso wie die Komponisten und deren Werke, hat Shehata auch die Musiker der dritten Maiklänge handverlesen ausgesucht. Auch hier setzen der Organisator und seine Mitstreiter auf Abwechslung. Mit Shehata selbst werden neun weitere virtuose Musiker auftreten: der Pianist José Gallardo, die Geiger Natalia Lomeiko, Boris Brovtzyn und Momo Hiber, die Bratschisten Hartmut Rohde und Konstantin Sellheim sowie die beiden Violoncellisten Tim Park und Claudio Bohórquez und schließlich der Klarinettist Chen Halevi.

Mit der Schule als Veranstaltungsort bindet der Verein für Musik und Kultur am Domgymnasium Verden als Veranstalter auch die Gymnasiasten in die Planungen und Vorbereitungen ein. Neben den Konzertbesuchen bekommen die Schüler die Gelegenheit, an den Proben teilzunehmen und gleichzeitig die Intensität des professionellen Musizierens zu erleben. Darüber hinaus sind auch Meisterkurse für talentierte junge Musiker aus dem gesamten Kreisgebiet geplant.

Alle Beteiligten sind schon sehr gespannt auf die Konzerte im kommenden Mai. „Das ist Musik auf hohem Niveau“, sagen Spöring und Shehata unisono. Die Karten für die Maiklänge sind ab sofort im Sekretariat des Domgymnasiums, der Tourist-Information Verden und unter maiklaenge.domgymnasium-verden.de erhältlich. Der Kartenversand findet jedoch voraussichtlich erst im Januar statt. Die Eintrittspreise für die Abendkonzerte kosten 24 Euro (14 Euro ermäßigt) und für die Matinée 16 Euro (9 Euro ermäßigt). Ebenso sind die auch Konzertpakete erhältlich. Der Eintritt für alle vier Konzerte beträgt 77 Euro (42 Euro ermäßigt), der Eintritt für zwei Abendkonzerte und die Matinée kostet 57 Euro (32 Euro ermäßigt).

Die Programmzeiten: Das Eröffnungskonzert „Offene Zweierbeziehungen“ findet am Freitag, 24. Mai, um 20 Uhr statt, die Soirée „Selige Sehnsucht“ am Sonnabend, 25. Mai, um 18 Uhr. Die Matinée „Südlich der Alpen“ am Sonntag, 26. Mai, beginnt um 11.30 Uhr. Das Abschlusskonzert „Die alten, bösen Lieder“ findet dann am selben Tag um 18 Uhr statt.

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