Verdener Vereine fühlen sich gut vorbereitet / Neues Lastschriftverfahren ab Februar Pflicht Kassenwarte wappnen sich für SEPA

Die Vorsitzenden der Verdener Vereine und ihre Kassenwarte bereiten sich auf SEPA vor. Ab Februar 2014 sind Lastschriften, mit denen die meisten Vereine Geld von ihren Mitgliedern abbuchen, nur noch nach dem neuen SEPA-Verfahren möglich. Die Verdener Vereine und auch die Sparkasse rechnen jedoch nicht mit größeren Problemen.
10.10.2013, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Kassenwarte wappnen sich für SEPA
Von Michael Kerzel

Die Vorsitzenden der Verdener Vereine und ihre Kassenwarte bereiten sich auf SEPA vor. Ab Februar 2014 sind Lastschriften, mit denen die meisten Vereine Geld von ihren Mitgliedern abbuchen, nur noch nach dem neuen SEPA-Verfahren möglich. Die Verdener Vereine und auch die Sparkasse rechnen jedoch nicht mit größeren Problemen.

„Für uns ist die Umstellung nicht dramatisch“, sagt Claudia Wittboldt-Müller. Die Kassenwartin des Heimatvereins Eitze nahm an einer Informationsveranstaltung der Sparkasse zum SEPA-Verfahren teil und besprach sich mit Kassenwarten anderer Vereine. „Ich fühle mich gut vorbereitet, sagt sie. Der Heimatverein ziehe nur einmal im Jahr einen Mitgliedsbeitrag ein, müsse die Mitglieder daher auch nur einmal informieren. „Das werden wir mit einem Brief machen, da das schriftlich passieren muss“, erklärt Wittboldt-Müller.

Am Stichtag, 1. Februar 2014, wird das sogenannte SEPA-Projekt in die Tat umgesetzt. Banken und Sparkassen sollen EU-weit einheitlich arbeiten – im Sinne eines zusammenwachsenden Finanzmarkts. Für Vereine bedeutet SEPA eine Umstellung beim Einzug der Mitgliedsbeiträge. Die 18-stellige Kennung dient dazu, den Einreicher einer Lastschrift zu identifizieren – so kann die Bank von Max Mustermann herausfinden, dass der Heimatverein seinen Mitgliedsbeitrag abgebucht hat.

Darüber hinaus müssen die Vereine ihre Mitglieder rechtzeitig darüber informieren, dass bald Geld von ihrem Konto abgeht. Zuständig dafür, die Vereine SEPA-sicher zu machen, fühlt sich unter anderem die Kreissparkasse. „Wir haben die Vereine eingeladen und sie informiert. Den Kassenwarten oder den Vorsitzenden haben wir eine Checkliste gegeben, die sie abarbeiten können“, sagt Marcus Maiwald, Leiter Projektmanagement bei der Sparkasse in Verden. Und diese Liste sei einfach zu verstehen, sagt Sabine Stoick, Kassenwartin beim Reitverein Aller-Weser: „Wenn man nicht auf den Kopf gefallen ist, versteht man die einzelnen Punkte“, sagt sie. Zurzeit überlege sie zusammen mit dem Vorstand, wie sie die Mitglieder über das neue Lastschriftverfahren informieren wird. „Wir tendieren dazu, die Informationen zusammen mit der Einladung zur Jahreshauptversammlung zu verschicken“, erklärt Stoick. Das spare Porto.

„Wie den Mitgliedern die Information zukommt, können die Vereine entscheiden“, sagt Maiwald. Verpflichtend sei ein Brief nicht, auch eine E-Mail reiche beispielsweise oder der Vermerk auf einer Online-Rechnung. Wichtig sei, sagt Maiwald, dass die Vereine eine Gläubiger-ID und eine Inkassovereinbarung beantragen. „Die ID braucht jeder, der eine Lastschrift einreicht, um identifizierbar zu sein. Und auch die Inkassovereinbarung zwischen Verein und Bank ist notwendig, um Geld einziehen zu können“, erklärt Maiwald. Die Sparkasse stelle den Vereinen eine SEPA-Software zur Verfügung.

„Wir nutzen eine Software, die aus den bisherigen Bankdaten der Mitglieder automatisch die IBAN und den BIC generiert“, sagt Wittboldt-Müller. Daher gäbe es technisch keine große Umstellung für sie, berichtet die Kassenwartin. Zudem könne man sich Emotionen sparen: „Das SEPA-Verfahren kommt ja von der EU. Da kann man sowieso nichts dran ändern“, meint Wittboldt-Müller.

Mitglieder werden informiert

Der Verdener Schleppjagd-Reitverein plant für Dezember einen SEPA-Testlauf. „Dann können wir sehen, ob der Einzug der Beiträge mit diesem Verfahren funktioniert“, sagt die erste Vorsitzende des Vereins, Sabine Behrendt. Zudem schreibe der Verein allen Mitgliedern einen Brief, in dem alle möglichen Abbuchungen der kommenden Monate aufgelistet werden. Der Mitgliedsbeitrag unterscheidet sich bei diesem Verein von Monat zu Monat. „Wir denken, dass eine Vorabinformation über verschiedene Varianten ausreicht“, meint Behrendt. Laut Gesetz müssen die Mitglieder erneut benachrichtigt werden, wenn sich der Beitrag verändert. Jedes Mal. „Eine Vorabinformation über alle möglichen Beträge reicht eigentlich nicht“, meint Maiwald. Jedoch frage er sich, welches Mitglied die Lastschrift storniere. „Mitglieder sind freiwillig in Vereinen und zahlen auch freiwillig“, sagt Maiwald. Die Vereine müssten in diesem Fall das Risiko abwägen. Größere Probleme bei der Umstellung zum 1. Februar 2014 erwarte er nicht. „Ausschließen kann man natürlich nicht, dass sich ein Verein um gar nichts kümmert. Da kann es passieren, dass ab Februar keine Gelder mehr fließen. Zumindest kurzfristig“, erklärt Maiwald.

Der Vorsitzende des Vereins „Achimer Bürger helfen Bürgern in Achim“ (ABBA), Gerhard Elender, zeigt sich zuversichtlich dass die Mitglieder bleiben. „In unserem Informationsbrief machen wir extra deutlich, dass sich die Mitglieder um nichts kümmern müssen – und das stimmt ja auch“, unterstreicht Elender. Das sieht auch Wittboldt-Müller so. „Für uns bedeutet die Umstellung erstmal einen Mehraufwand. Aber das ist nicht schlimm“, sagt sie. Elender hofft sogar auf einen kleinen Vorteil der Umstellung. „Bei 300 Mitgliedern haben wir noch ungefähr acht oder neun Barzahler, die wollen wir bei der Gelegenheit überzeugen, die Zahlungsweise zu ändern.“ Aber selbst, wenn die verbliebenen Altmodischen ihre Zahlungsart beibehalten wollen, sei das schließlich kein Problem, hält Elender fest. „Bar zu bezahlen ist auch weiterhin möglich.“

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