Gestern Grundsteinlegung in Hönisch / Moderne Technik soll Betriebskosten senken Kindergarten ohne Heizkessel

Verden. Lange tat sich nichts auf der Baustelle der neuen Kita Hönisch - der strenge Winter ließ keine Bauarbeiten zu. Doch jetzt geht alles ganz schnell: Vorige Woche wurden in nur zwei Tagen die Außenwände aufgestellt, gestern war offizielle Grundsteinlegung, und wenn die Witterung mitspielt, kommt noch im März das Dach drauf, sagt Bauleiter Friedo Elbers. Im Sommer soll die Eröffnung sein.
11.03.2011, 05:00
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Von Johannes Heeg

Verden. Lange tat sich nichts auf der Baustelle der neuen Kita Hönisch - der strenge Winter ließ keine Bauarbeiten zu. Doch jetzt geht alles ganz schnell: Vorige Woche wurden in nur zwei Tagen die Außenwände aufgestellt, gestern war offizielle Grundsteinlegung, und wenn die Witterung mitspielt, kommt noch im März das Dach drauf, sagt Bauleiter Friedo Elbers. Im Sommer soll die Eröffnung sein.

Ein scharfer Wind pfiff gestern durch den Rohbau mit seinen leeren Fensteröffnungen. Die Kinder, die das Lied von den fleißigen Handwerkern sangen, störte das wenig. Sie haben mit ihren Erzieherinnen einen bunten Plan gestaltet, der alles enthält, was sie sich für ihren Kindergarten wünschen. Das große Poster kam ebenso in das schwarze Plastikrohr wie die Bauzeichnung, Zeitungen vom Tage, ein Satz Euro-Münzen und ein gelbes Herz, das Kita-Leiterin Brigitte Rohde beisteuerte. Die fest verschlossene Urkunden-Kapsel mauerten Bürgermeister Lutz Brockmann und Ortsbürgermeister Wolf Hertz-Kleptow in eine der Innenwände ein.

Die bestehen aus massivem Stein, während die Außenwände in hochwärmegedämmter Holzrahmenbauweise erstellt wurden. Wie bei der Sporthalle in Walle geht die Stadt Verden hier weiter als gesetzlich verlangt wird: "Die Dämmwerte entsprechen fast dem Passivhausstandard", so Bauingenieur Georg Rolink. Mit dem modernen Bauverfahren und fortschrittlicher Haustechnik will die Stadt den Energieverbrauch minimieren: 3000 Euro im Jahr sind für Heizung, Warmwasser und Strom kalkuliert. Für den Bau mit knapp tausend Quadratmetern Nutzfläche wären das gerade mal 250 Euro im Monat. Vorgesehen sind zwei Kindergarten- (je 25 Kinder) und zwei Krippengruppen (je 15 Kinder) mit Waschräumen, Mehrzweckräumen, Differenzierungs- und Personalräumen.

Das vom Verdener Architekturbüro Ö.Contur geplante, auf 2,33 Millionen Euro veranschlagte Gebäude bekommt ein nach Süden ausgerichtetes Dach, um über Kollektoren die Kraft der Sonne zum Heizen und zur Brauchwassererwärmung zu nutzen. Die Heizung wird durch eine Wärmepumpe unterstützt, die ihre Energie aus vier je 90 Meter langen Erdwärmesonden bezieht. Auf eine Gasheizung haben die Planer bewusst verzichtet, es gibt noch nicht einmal einen Gasanschluss. Die Aufenthaltsräume werden mit Wandheizungen ausgestattet, die Nassräume bekommen eine Fußbodenheizung. Standard-Heizkörper gibt es nur in Fluren und Nebenräumen. Die Lüftung des Gebäudes erfolgt über fünf Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung. Über Photovoltaikmodule wird zudem Strom erzeugt.

Der Aufwand, den die Stadt Verden in Sachen Energieeinsparung betreibt, gehe um rund 20 Prozent über das gesetzlich geforderte Maß hinaus, erläutert Bauexperte Rolink. Das koste zwar 70000 Euro mehr, mache sich aber über die Jahre durch den erhofften geringeren Verbrauch bezahlt. "Wenn wir uns an die aktuelle Norm halten würden, lägen die jährlichen Energiekosten nicht bei 3000 Euro, sondern bei 4500 bis 5000 Euro", sagt Rolink. Analog dazu gehe die Stadt auch beim Ausstoß des klimaschädlichen CO2 mit gutem Beispiel voran. Dank des "Verdener Standards" rechne er mit 9000 Kilogramm im Jahr, andernfalls würde die Hönischer Einrichtung für jährlich 17000 Kilogramm CO2 verantwortlich sein. Außer bei der Heizung wird im Hönischer Kindergarten auch beim Licht gespart. Rolink: "In jedem Raum gibt es Präsenzmelder, die Tageslicht abhängig geschaltet sind." Damit werde verhindert, dass irgendwo stundenlang sinnlos Licht brenne.

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