Landeskirche lehnt Auflösung ab Kirchenvorstand bleibt im Amt

Worpswede. Zehn Monate haben die Worpsweder auf die Entscheidung der Landeskirche gewartet. Jetzt steht fest: Der Kirchenvorstand im Künstlerdorf bleibt trotz Pflichtverletzungen und arbeitsrechtlicher Beanstandungen im Amt. Die Juristen im Landeskirchenamt lehnten die von Eckart Richter geforderte Auflösung des Gremiums ab. Richter ist Kirchenvorsteher im benachbarten Pennigbüttel, Vorsitzender des Kirchenkreistags und Mitglied der Landessynode der evangelischen Kirche. Er hatte seinen Antrag am 4. Dezember 2009 mit schweren Vorwürfen begründet: Worpswedes Kirchenvorstand verbreite Unwahrheiten, mobbe Mitarbeiter und verweigere jede Kooperation mit Nachbargemeinden.
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Von Michael Wilke

Worpswede. Zehn Monate haben die Worpsweder auf die Entscheidung der Landeskirche gewartet. Jetzt steht fest: Der Kirchenvorstand im Künstlerdorf bleibt trotz Pflichtverletzungen und arbeitsrechtlicher Beanstandungen im Amt. Die Juristen im Landeskirchenamt lehnten die von Eckart Richter geforderte Auflösung des Gremiums ab. Richter ist Kirchenvorsteher im benachbarten Pennigbüttel, Vorsitzender des Kirchenkreistags und Mitglied der Landessynode der evangelischen Kirche. Er hatte seinen Antrag am 4. Dezember 2009 mit schweren Vorwürfen begründet: Worpswedes Kirchenvorstand verbreite Unwahrheiten, mobbe Mitarbeiter und verweigere jede Kooperation mit Nachbargemeinden.

Ein schwerwiegender Eingriff wie die Auflösung eines demokratisch gewählten Kirchenvorstands kommt nach Auffassung der Kirchenjuristen in Hannover nur als letztes Mittel in Frage - etwa wenn ein Kirchenvorstand handlungsunfähig ist oder wenn er seine Pflichten beharrlich, hartnäckig und mutwillig verletzt. Das sei in Worpswede nicht der Fall, betont die Landeskirche. Die Auflösung eines Kirchenvorstands sei 'keine Sanktion für vergangenes Fehlverhalten, sondern eine Aufsichtsmaßnahme, um eine geordnete Leitung der Kirchengemeinde sicherzustellen', betont Johannes Neukirch, Sprecher des Landeskirchenamts. 'Pflichtverletzungen und Beanstandungen im Arbeitsrecht' würden nun vom Kirchenvorstand aufgearbeitet - mit Hilfe des Kirchenkreisamts.

Die Landeskirche erwartet, dass der Kirchenvorstand in Worpswede nun den Dialog sucht - auch mit Menschen, die seine Ablösung gefordert haben. Dazu gehören ein Teil der Eltern und Jugendlichen in der Gemeinde, aber auch die große Mehrheit der Pastoren und Diakone im Kirchenkreis. Die Härte und Erbitterung, mit der der Streit über Jugendarbeit und Mitarbeiterführung ausgetragen wurde, dürfte den Dialog erschweren. Kirchenvorstandsmitglieder fordern bereits ihre Rehabilitation und Richters Rücktritt von allen Ämtern. Sie appellieren an ihre Widersacher, zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit im Sinne der Kirche zurückzukehren.

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