Kläranlage Bassum

In der Kläranlage läuft’s wieder rund

In den vergangenen Tagen war in der Kläranlage in Bassum nichts von vorweihnachtlicher Ruhe zu spüren. Ein Belebungsbecken wurde instandgesetzt und die Leitungen vom Schönungsteich ausgetauscht.
15.12.2020, 17:25
Lesedauer: 2 Min
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In der Kläranlage läuft’s wieder rund
Von Tobias Denne
In der Kläranlage läuft’s wieder rund

Ordentlich durchgepustet wurden die schadhaften Bestandteile des Belebungsbeckens in der Kläranlage. Unter anderem hatte sich Moos dort festgesetzt.

Wittschieben

Bassum. Vor einigen Tagen wurde die Generalprobe absolviert. Das sanierte Belebungsbecken wurde wieder mit Wasser gefüllt. Und alles verlief nach Plan. Von wegen vorweihnachtliche Ruhe und Besinnlichkeit: Bei der Kläranlage in Bassum gab es in den vergangenen Wochen reichlich zu tun. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband sorgte dafür, dass unter anderem das Belebungsbecken 1 wieder instandgesetzt werden konnte. „Mehrere der zu Beginn der 1990er-Jahre hergestellten Stahlbetonbecken weisen Betonschäden auf“, berichtet Matthias Wittschieben vom OOWV. Aber das waren nicht die einzigen Arbeiten in der letzten Zeit.

Aber der Reihe nach. Projektleiter Carsten Schröder freut sich über den zügigen Abschluss der Arbeiten: „Die Kollegen von der Kläranlage waren sehr engagiert. Sie haben sich vorbildlich eingebracht und immer mitgedacht.“ Dass das Becken überhaupt instandgesetzt werden musste, zeigte sich etwa daran, dass sich im Becken massiv Moos ausgebreitet hatte. Daher wurde das Wasser abgelassen, das Becken gereinigt und „sämtliche Aggregate, Rohre, Kabel und Leitungen wurden demontiert“, beschreibt Wittschieben. Und dann ging es mit Sandstrahlen und Hochdruckwasser an die Reinigung. Als alles fertig war, kam Instandsetzungsbeton auf die Oberflächen, der speziell für Sanierungen im Abwasserbereich entwickelt war.

Jetzt haben die Verantwortlichen erst einmal wieder 30 Jahre lang Ruhe, die Funktion ist sichergestellt. „Damit ist nicht nur garantiert, dass die Abermillionen Bakterien, die in dem kreisrunden Gebilde tagtäglich unser Abwasser klären, weiterhin ein Zuhause haben“, betont OOWV-Regionalleiter Stefan Fauerbach und ergänzt: „Wir investieren hiermit auch in die Zukunftssicherheit qualitativ hochwertiger Abwasserentsorgung und in die Wahrnehmung unseres wichtigen Auftrags zur Daseinsvorsorge in Bassum.“ Die Kosten betragen knapp 500 000 Euro. Insgesamt werden in der Bassumer Kläranlage rund 1 054 000 Kubikmeter Schmutzwasser (etwa eine Milliarde Liter) pro Jahr gereinigt. Der Abschluss der Arbeiten markiert allerdings nur eine Pause, denn in den kommenden Jahren folgen die anderen beiden Becken.

Außerdem mussten die Leitungen am Schönungsteich ersetzt werden. Am was? „In einem Schönungsteich erfährt das geklärte Abwasser eine weitere Säuberung. Schwebeteilchen setzen sich ab, Bakterien werden unter anderem von Kleinsttieren abgebaut, etwaige Nährstoffe werden durch Pflanzen entzogen und der Sauerstoffgehalt des Wassers wird auf natürlichem Weg über biologische Prozesse erhöht“, klärt Wittschieben auf. Von hier aus fließt das Wasser schlussendlich in den Vorfluter.

Beim Schönungsteich waren „Armaturen und Rohrleitungen marode“, erklärt Anlagenkoordinator Gerd Lehmkuhl die etwa 17 000 Euro teure Instandsetzung. Nach der Entleerung ging es mit den Arbeiten an einem neuen Aufbaukasten los. Die gesamte aus drei Teilen bestehende Teichanlage wurde Mitte der 1980er-Jahre als belüftete Simultanteichanlage erstellt. Ursprünglich wurde hier das Abwasser von Groß Henstedt, Dimhausen, Stühren und Nordwohlde gereinigt. „Das Abwasser durchfloss die drei Teiche nacheinander. In den ersten beiden wurde das Wasser dauerhaft belüftet. Der dritte war von Beginn an ein Schönungsteich“, berichtet Lehmkuhl. Nachdem die Kläranlage in Betrieb genommen war, wurden alle Teiche geleert, entschlammt und die Belüftung demontiert. Seither werden alle Teiche als Schönungsteiche betrieben.

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